Die Burg 6. Fortsetzung
„Wir
haben die Burg besichtigt und sind dabei in einen Gang geraten, der
uns hier her gebracht hat.“ Versicherte Max.
„Unsinn!
Der Gang ist für Touristen abgesperrt und wenn jemand neugierig
trotzdem hineingeht, der wird wieder schnellstens wenden, weil es zu
dunkel ist. Letztlich ist der Gang auch irgendwann zu Ende. Es können
nur die aus unserer Welt hinein oder ein Magier öffnet ihnen die
Wand für einen kurzen Moment. Der einzige, der Interesse hätte,
dass jemand hierher gelangt, ist Rain. Also lügt mich nicht an,
wenn euch euer Leben lieb ist! Er hat euch geschickt, um zu
spionieren. Welchen Plan hat er und wo befindet er sich zur Zeit? Ist
er schon in diesem Land?“
„Was
erzählen sie da alle für ein Quatsch?“ Entgegnete Jens wütend.
„Wir sind hier im Urlaub und haben eine Burg besichtigt, in der ein
Gang uns hier her geführt hat, wie mein Freund schon sagte. Der Gang
war abgesperrt gewesen, jemand hatte wohl die Kette mit dem
Verbotsschild abgehängt, sie lag auf der Erde. Wir sind trotzdem in
den Gang gegangen, weil es uns eben reizte! Wir hatten eine
Taschenlampe. Als der Gang in einen Raum mündete, war unser Rückweg
plötzlich verschwunden und wir sind dem Gang gefolgt. In ihm gingen
plötzlich Fackeln an, ohne dass sie jemand angezündet hatte. Magier
gibt es nur in Fantasiefilmen. Oder meinen sie Zauberer im Zirkus
oder im Fernsehen? Aber das sind ja nur eingeübte Trix, die die
vorführen!“ Versuchte Jens den Mann zu überzeugen.
„Erzählt
mir keine Geschichten!“ Fauchte der Mann die Jungen an. Dann wandte
er sich an zwei in schwarz gekleidete Männer. Er befahl ihnen, die
Beiden in die äußerste Ecke der Höhle zu bringen und sie nicht aus
den Augen zu lassen. Unsanft schoben sie Jens und Max in den hinteren
Teil der Höhle und stießen sie zu Boden. Die beiden Männer
stellten sich etwas abseits, um die Beiden zu bewachen.
„Ich
glaube, die haben einen an der Waffel“, flüsterte Jens.
„Das
sind garantiert Gangster!“ Meinte Max, der sein Knie rieb, auf das
er gefallen war, als die Männer sie auf den Boden schubsten.“
„Hast
du den alten Mann auf dem goldenen Stuhl gesehen? Der sieht aus wie
eine wandelnde Leiche. Seine weiße Kleidung verschlimmert noch sein
Aussehen. Seine Augen waren blutunterlaufen und sein Blick war starr
und kalt!“, flüsterte Jens.
„Sie
erzählten, dass irgend ein Rain seine Tochter sucht. Scheinbar haben
diese Typen sie entführt.“ Antwortete Max leise.
„Vielleicht
ist es das Mädchen, welches neben diesem Leichengreis saß! Dieser
Rain muss ein berühmter Zauberer sein. Hast du schon einmal im
Fernsehen oder sonst wo von dem gehört?“ Fragte Jens.
„Nie
gehört“, antwortete Max. „Sieh mal, da kommen noch mehr so
schwarz gekleidete Typen herein.“
„Marco,
wir haben mit unseren Leuten das Land der schwarzen Magie abgesucht.
Wir haben keine Spur von Rains Anwesenheit gefunden. Aber Germeon
soll auf den Weg hier her sein“, berichtete einer der herein
gekommenen Männer.
„Das
dieser Verräter sich hier noch her traut“, entgegnete der Mann
mit den blonden Haaren, der also Marco hieß. „Vielleicht steckt er
jetzt mit Rain unter einer Decke. Warum sonst hatte Rain ihn nicht
sofort getötet, als er erfuhr, dass Germeon in der Gestalt des
Großvaters seine Tochter entführt hatte. Rain ist doch sonst nicht
so zimperlich.“
„Germeon
ist mein Urenkel, also Rains Neffe. So schnell bringt er seine
Verwandtschaft nicht um“, sagte die tot aussehende alte Gestalt.
„Das
sagst ausgerechnet du? Dich hat er doch ohne zu zögern umgebracht.
Und deine Geistgestalt noch einmal. Aber du bist ja unverwüstlich!
Du alter Greis! Wie kann man sich nur mit dem Satan persönlich
verbünden? Wie lebt es sich eigentlich mit so einer vom Satan
neugestalteten schwarzen Seele?“, fragte Marco.
„Du
siehst ja, ganz gut. Ich werde durch meine Urenkelin mein Reich der
dunklen Mächte wieder erstehen lassen und dieses Land Rain wieder
entreißen. Ich werde dich als Herrscher dieses Landes einsetzen. Ab
dann wirst du meinen Traum erfüllen, und ein Land dieser Welt nach
dem anderen meiner dunklen Macht unterwerfen.
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik