Mittwoch, 25. Juni 2014

Gedicht und Fotos

 Im Park

Vögel zwitschern in den Zweigen
Kinder tanzen einen Reigen
Das Wetter ist heute eine Wonne 
Eltern dösen in der Sonne
Babys schreien um die Wette
Hunde zerren an der Kette
Der Park ist plötzlich leer und still
Weil jeder Fußball sehen will 







Dienstag, 24. Juni 2014

Gedichte




Bleib noch

Vögel zwitschern in den Zweigen
Blumen blühen im Sonnenschein
Doch du liegst da
Musst leiden
Bekommst von allem kaum was mit
Kannst dich fast nicht regen
Ich frage mich
Wo ist der Sinn von so einem Leben

Doch kommst du aus deiner eigenen Welt
Ein Lächeln über dein Antlitz fällt
Das ist mit Gold nicht aufzuwiegen
Bleib bei uns 
Die wir dich lieben
Neun Jahrzehnte hast du geschafft
Doch langsam schwindet deine Kraft 


Du bist nicht allein

Klammerst dich am Halm des Lebens
Der Tod stand oft schon neben dir
Es ist schwer dich so zu sehen
Doch Tag und Nacht bin ich bei dir
Und wenn deine Lebenskräfte schwinden
Du bist nicht allein
Wirst neben deinem Bett mich finden 


 

Donnerstag, 19. Juni 2014

Fußballgedichte

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Unentschieden

Kleiner Ball
Springst hin und her
Dabei ist es gar nicht schwer
In ein Tor zu fliegen
Es stehen dir Zwei davon offen
Bis jetzt hast du noch keins getroffen


Torwart, du Spielverderber

Fußballspieler laufe um dein Leben
Heute musst du alles geben
Schieße den Ball einfach ins Tor
Ach da steht ja einer vor
Der fängt den Ball ganz einfach ab
Das war knapp


Der Star

Zwei Tore hast du heute geschossen
Du bist der Star
Das ist doch klar
Die Fans
Sie taten schwitzen
Doch dann sprangen sie von ihren Sitzen



Nicht aufregen

Der Ball fliegt hin 
Der Ball saust her
Das ist doch alles gar nicht schwer
Die Fans sind alle gut zufrieden
Denn es ist ein Unentschieden
Glaubt man
Doch das Spiel ist noch nicht zu Ende
In der letzten Minute fällt ein Tor
Der Gegner leider verlor





Copyright2014by Helga Pikulik

Sandro Eine Geschichte über Fußball

Sandro

Sandro lebte schon ein Jahr in dem kleinen Ort in der Nähe von Osnabrück. Seine Eltern und seine Geschwister kamen mit großen Erwartungen nach Deutschland. Seine Geschwister fanden sehr schnell Freunde und sein Vater hatte eine gute Anstellung als Ingenieur bekommen. Alles schien perfekt. Nur Sandro fand keine Freunde. Er war ein stiller Junge und mindestens einen Kopf kleiner als seine Mitschüler. Er wurde oft gehänselt. Sei es wegen seiner Größe oder wegen seiner etwas dunkleren Hautfarbe. Sandro war ein sehr guter Schüler, was ihm den Namen Streber bei seinen Mitschülern einbrachte. Das war ihm egal, denn er wollte später einen guten Schulabschluss bekommen und wie sein Vater Ingenieur werden. Die Dorfjugend hatte eine Fußballmannschaft gegründet und spielten zweimal in der Woche auf dem Sportplatz des Dorfes. Sandro hätte zu gerne mitgespielt. Aber als er eines Tages allen Mut zusammennahm und fragte, ob er mitspielen dürfte, lachten die anderen Jungen ihn nur aus.
„Du bist viel zu klein und seit wann können Streber Fußball spielen?“ Ärgerten sie ihn. Ihr Trainer redete den Jungs ins Gewissen, aber es nützte nichts. Sie wollten Sandro nicht dabei haben.
„Der ist viel zu ruhig, der überlegt bestimmt erst zehn Minuten, ob er an den Ball treten soll.“ Rief einer der Jungs. Die Anderen lachten. Sandro hatte in seiner früheren Heimat mit seinen Freunden viel Fußball gespielt. Er war ein guter Spieler. Auch hier in Deutschland spielte er fast jeden Tag im Hinterhof alleine Fußball. Er war ein kleiner Künstler am Ball.
Dann kam der große Tag. Der Fußballverein spielte gegen den des Nachbardorfes. Die Väter waren fast aufgeregter als ihre Söhne. Geschäftsleute hatten gespendet und die Siegermannschaft erhielt neue Trikots und neue Turnschuhe. Außerdem würde die Schule der Sieger Tausend Euro erhalten. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Es ähnelte schon fast einem Volksfest. Es wurden Würstchen- und Getränkebuden aufgestellt und einige Frauen boten Schinkenbrote und Kaffee und Kuchen an. Die Bewohner der beiden Dörfer verstanden sich schon immer gut. Egal wie das Spiel ausging, es wurde auf jeden Fall anschließend gemeinsam gefeiert. Die Frauen hatten sich teilweise vor dem Spiel schon zusammen gefunden und klönten beim Kaffee trinken.
„Das Spiel wurde angepfiffen. Die Väter heizten ihre Sprösslinge mit lautem Geschrei an. Es wurde viel diskutiert, denn wie üblich, die Zuschauer wussten alles viel besser als die Spieler. „Faul! Faul!“, schrien die Zuschauer der hiesigen Mannschaft.
„Ausgerechnet Martin musste es treffen, den Stürmer. Und es war kein Ersatzmann mehr da, denn der lag mit Fieber zu hause im Bett. Martin wurde vom Platz getragen. Er hatte eine Verletzung am Bein. 
„Jetzt können wir das Spiel vergessen, wir haben einen Spieler weniger und liegen drei zu null hinten.“ Meinte einer vom Gemeinderat.
„Warum nehmen sie nicht meinen Sohn, er ist ein guter Spieler“, sagte Sandros Vater, der eine Reihe weiter stand.
„Ja, warum nicht!“ Meinte der Herr vom Gemeinderat und begleitete Sandro zum Trainer.
„Schnell zog Sandro das Trikot von Martin an. Zum Glück trug er seine eigenen Turnschuhe, denn er hatte sehr kleine Füße.
„Was will der Streber denn auf dem Platz?“ rief einer seiner Mitschüler. Und dann wurde das Spiel wieder angepfiffen. Keiner in seiner Mannschaft spielte Sandro den Ball zu und dann fiel das vier zu null. „Jetzt habe ich aber die Schnauze voll, den zeige ich wie man Fußball spielt!“, sagte sich Sandro, denn auf dem Platz war er in seinem Element und nicht mehr der schüchterne Knabe.
Er spurtete los, jagte dem Spieler den Ball ab und schlängelte sich mit dem Ball durch alle Spieler und schoss den Ball ins Tor. Die Zuschauer jubelten. Wenigstens das Ehrentor. Sandros Mitschüler kapierten sofort, dass da ein Könner am Ball war und spielten ihm nun möglichst den Ball zu. Und dann schoss Sandro das zweite Tor. Seine Mannschaft ließ sich von Sandros Eifer anstecken und Olli schoss das dritte Tor. Nur noch vier zu drei. Die Zuschauer waren am Jubeln. Und dann fiel das fünf zu drei und die Zuschauer vom Nachbardorf heizten ihre Jungs an. Sechs zu drei.
„Spielt mehr auf Sandro!“, gab der Trainer lautstark Anweisung. Und dann klappte es und es stand sechs zu vier. Wieder jagte Sandro einem Gegenspieler den Ball ab, denn Sandro war sehr flink. Er rannte mit dem Ball bis kurz vor das Tor und drin war der Ball. Sechs zu fünf. Eine Minute war noch zu spielen. Alle konzentrierten sich auf Sandro. Seine Mitspieler, um ihm möglichst den Ball zuzuspielen und der Gegner versuchte das natürlich zu verhindern. Sandro bekam den Ball. Nun kam ihm zu Gute, dass er ein Künstler am Ball war. Er kickte ihn immer wieder mal nach rechts und mal nach hinten und dann schoss er das Unentschieden. Das Spiel wurde abgepfiffen. Das Publikum jauchzte. Alle Mitspieler klopften Sandro auf die Schulter, auch die Gegner waren von Sandros Spiel begeistert. Er war der Held des Tages. Seine Lehrerin hatte sich das Spiel auch angesehen. „Sandro wird ab sofort viele Freunde haben!“ Dachte sie beruhigt. Es wurde noch lange gefeiert und der Trainer vom Nachbardorf wollte Sandro dazu überreden, bei ihnen doch Fußball zu spielen. Das bekamen zum Glück einige Mitschüler von Sandro mit und mischten sich gleich ein.
„Unseren Sandro bekommen sie nicht, er ist unser bester Stürmer. Martin wird wegen seiner Verletzung eine Zeit lang ausfallen. Wenn er wieder im Einsatz ist, sind wir unschlagbar mit den beiden Stürmern. Du bleibst doch bei uns? Streber, oder?“ Fragte Olli und grinste Sandro an.
„Klar doch“, antwortete Sandro und freute sich. Endlich hatte er Freunde und er konnte Fußball spielen. Mehr wollte er doch gar nicht. Die Sieger-Prämie wurde geteilt, und beide Mannschaften bekamen neue Trikots und Turnschuhe.

Ende


Copyright2014 by Helga Pikulik

Sonntag, 15. Juni 2014

Allein, aber nicht vergessem (Kurzgeschichte)



                                             Allein, aber nicht vergessen

Oma Käthe lebte jetzt schon vier Monate in dem Altenheim am Berg. Sie könnte nicht mehr alleine in ihrer Wohnung leben, hatten ihre Kinder beschlossen. Sie hatte sich geweigert, aus ihrer drei Zimmerwohnung auszuziehen. Aber nach zwei Krankenhausaufenthalten hatte sie sich überzeugen lassen, ihre Wohnung aufzugeben und in ein Altenheim zu gehen. Ihre Enkelin war begeistert, denn sie hatte die Wohnung komplett übernommen und war mit ihrem Verlobten sofort eingezogen. Oma Käthe gönnte dem jungen Paar die Wohnung, doch hatte sie auch nach vier Monaten immer noch Heimweh nach zu hause. Sie hatte im Heim zwar viele Freundinnen und Freunde gefunden, mit denen sie regelmäßig Karten spielte oder sonstige Kreativität unternahm. Die Besuche ihrer Kinder wurden immer seltener. Aber sie waren ja sonst auch nicht oft gekommen. Sie waren alle berufstätig und Oma Käthe konnte verstehen, dass sie am Wochenende auch nicht gerade Lust hatten, im Altenheim zu sitzen.
„Wie meine Wohnung jetzt wohl aussieht?“, fragte sie sich. „Ob die jungen Leute wohl alles weggeschmissen hatten? Verstehen konnte man es ja.“ Sie hatte nur wenige kleine Möbel mitgenommen. Und ihren alten Sessel, in dem ihr verstorbener Mann gerne gesessen hatte. Sie blätterte die alten Fotoalben durch und ihre Erinnerungen waren voll da. Sie beschloss, ihrer Enkelin einen kleinen Brief zu schreiben. Sie hatte ja Zeit genug.
Eva öffnete den Briefkasten.
„Oh, wer schreibt uns denn auf so schönem Briefpapier!“, staunte sie und nahm den Brief mit in die Wohnung. Jochen, Oma hat geschrieben. Hoffentlich ist nichts passiert.“ Eva öffnete den Brief und las ihn Jochen vor. Oma Käthe hatte allgemein über ihren Alltag im Altenheim berichtet und wünschte dem Paar alles Gute und fragte, ob ihnen die Wohnung gefallen würde. Als Eva den Brief wieder in den Umschlag stecken wollte, fiel ein getrocknetes Vergissmeinnicht heraus. Sie nahm es in die Hand und es weckte Erinnerungen, wie oft sie als Kind bei den Großeltern gewesen war und wie schön sie es immer fand. Sie wurde total verwöhnt. Sie war das einzigste Enkelkind ihrer Großeltern. Wenn sie Geburtstag hatte, bekam sie immer schöne Geschenke und sie machten dann am Wochenende einen großen Ausflug mit ihr. Als sie älter wurde, nahmen die Besuche bei den Großeltern immer mehr ab. Man hatte Freunde, die Schule nahm viel Zeit in Anspruch und der Sportverein wartete. Als sie achtzehn wurde, bekam sie den Führerschein bezahlt und zum Abitur eine Reise geschenkt. Und jetzt hatte sie die Wohnung, welche die Großeltern ihr schon vor Jahren geschenkt hatten, unter der Bedingung, dass die Großeltern so lange darin leben konnten, wie sie wollten.
Eva bekam ein ganz schlechtes Gewissen.
„Du, Jochen, wir haben Oma Käthe erst einmal besucht, seit dem sie im Heim wohnt.“ Sagte Eva.
„Dann lass uns doch heute hingehen. Es ist Samstag“, erwiderte ihr Verlobter. "Sie wird sich auch bestimmt freuen, wenn wir sie ab und zu hier in ihre alte Wohnung holen."
„Ich würde mich auch darüber freuen“, antwortete Eva. 

Ende




Copyright2014 by Helga Pikulik