Wer glaubt mir?
Ich sitze an meinem Laptop und mein Blick fällt durchs Fenster in die frühe Nacht. Der volle Mond leuchtet durch die hohe Zeder und lässt die dunklen Äste gespenstisch aussehen.
"Da!", rufe ich meinem Mann zu und zeige in Richtung Baum. "Da bewegt sich etwas im Baum. Es sieht aus wie ein kleines Männchen." Mein Mann sieht nichts und schaut mich etwas mitleidig an. "Geht es dir nicht gut?", fragt er grinsend. "Jetzt siehst du schon kleine Männchen."
"Es sitzt wirklich im Baum, und jetzt klettert es sogar ein Stück herunter und balanciert auf einem Ast."
"Hoffentlich fällt es nicht runter", neckt mein Mann mich und lacht. "Vielleicht kommt es gleich und schellt an der Tür."
"Veralbern kann ich mich selber!", fauche ich und konzentriere mich ganz auf das Männchen.
"Was hat es denn an?", will mein Mann wissen.
"Weiß ich nicht, es ist doch schon zu dunkel, ich sehe nur eine kleine schwarze Gestalt."
""Es ist sicher ein Eichhörnchen", foppt mein Mann mich.
"Ich werde ja wohl noch die Umrisse eines Eichhörnchens von einem kleinen Mann unterscheiden können."Ich fühle mich auf den Arm genommen.
Mein Mann wirft mir einen mitleidigen Blick zu.
"Jetzt kommt eine großer schwarzer Vogel!", rufe ich erschrocken. Er fliegt genau auf das kleine Kerlchen zu! Hoffentlich greift er es nicht an."
Doch der Vogel setzt sich neben das Männchen und breitet die Flügel aus. Das Männchen setzt sich auf den Vogel, winkt mir zu und fliegt mit dem Vogel davon. Ich schau noch lange in die Nacht. Es wird immer finsterer. Der Mond versteckt sich hinter Wolken. Der ganze Spuk hat ein Ende.







