Dienstag, 31. Dezember 2013

FÜR KINDER: SILVESTER

 

 

EINE KURZGESCHICHTE FÜR KINDER

SILVESTER

HANNA WURDE PLÖTZLICH WACH. WAS WAR DENN JETZT LOS? DRAUßEN KNALLTE UND BALLERTE ES. SCHNELL KRABBELTE SIE AUS IHREM BETT UND LIEF ZUM FENSTER. SIE SCHAUTE ZUM HIMMEL, DENN DORT TAT SICH ETWAS WUNDERSCHÖNES.
 BUNTE LICHTER ÜBERALL. IMMER WIEDER SAUSTEN FARBIGE KUGELIGE LICHTER IN DIE LUFT UND ZERPLATZTEN OBEN UND VERSTREUTEN UNZÄHLIGE FUNKELNDE STERNE AM HIMMEL. ANDERE FLOGEN PFEIFEND ZUM HIMMEL, UM DANN IN EIN NICHTS ZU ZERPLATZEN.
 HANNA SCHAUTE NOCH EINE WEILE DEM LICHTERSPIEL ZU. „HEUTE NACHT BEGINNT EIN NEUES JAHR“, HATTE SIE DIE ERWACHSENEN REDEN GEHÖRT. SICHERLICH HAT MAN DIESES NEUE JAHR MIT DEN SCHÖNEN LICHTERN BEGRÜßT.
 HANNA LEGTE SICH WIEDER IN IHR BETT. SIE TRÄUMTE VON WUNDERSCHÖNEN BLÜHENDEN WIESEN UND UNZÄHLIGEN BUNTEN LICHTERN AM HIMMEL UND MITTEN IN DEN BLUMEN STAND SIE UND SAGTE: „GUTEN TAG, NEUES JAHR. DU BRAUCHST KEINE ANGST HABEN, WIR MENSCHEN SIND EIGENTLICH GANZ NETT!“
DIE MUTTER ÖFFNETE LEISE DIE TÜR.
 „DIE KLEINE SCHLÄFT GANZ FEST, SIE HAT VON DER BALLEREI NICHTS MITBEKOMMEN“, SAGTE SIE ZU IHREM MANN.

ENDE










Copyright2014by Helga Pikulik

Ein gutes 2014



ALLEN LESERN 


EIN FROHES NEUES JAHR !!!!






'
WÜNSCHT 

HELGA PIKULIK

6. Fortsetzung der Geschichte: Party (Mit Isabel u. Tim)




                                         Party

Nun stell uns nicht so auf die Folter“, drängte mich Isabel
„Habt ihr das Mädchen gesehen, mit dem ich vorhin eine zeitlang getanzt habe?“, fragte ich.
„Diese Tussi, die lief heute schon öfters in den Gängen herum. Heiße Braut!“, meinte Erwin, „auf der Tanzfläche waren auch so Typen in schwarzen Klamotten!“
„Ja, die sind mir auch aufgefallen, unsympathischem Kerle“, sagte Otto.
„Von denen habe ich keinen eingeladen und ich kenne sie auch nicht“, antwortete ich. „Ihr müsst mir einfach glauben, wenn ich euch jetzt sage, dass es echte Vampire sind.“
„Tim, du hast wohl zu viel Bowle getrunken!“, sagte Erwin.
„Oder zu viele Vampirfilme gesehen!“, ergänzte Otto.
„Ich wusste, dass ihr mir nicht glaubt, ich würde es ja auch nicht an eurer Stelle. Aber dieses Mädchen, Viola heißt sie, ist total kalt, wie eine Tote, und dann diese weiße Haut. Viola konnte blitzschnell verschwinden oder da sein. Ihr müsst mir glauben, wir sind alle in großer Gefahr.“
„Also ich glaube was Tim sagt“, meldete sich plötzlich Robert zu Wort, der sich sonst ziemlich aus allem heraus hielt, „diese Typen sind keine Menschen. Ich habe sie beobachtet. Sie machen nach Möglichkeit ihren Mund nicht auf, aber bei einem konnte ich die langen Eckzähne sehen, als er seinem Kollegen etwas zuflüsterte. Ich dachte, dass es ein Vampirgebiss ist, wie man es ja kaufen kann, aber im nachhinein meine ich, dass es sehr echt aussah. Ich interessiere mich schon jahrelang für Vampire und alles was dazu gehört, und ich würde sagen, die sind echt, so unglaubwürdig es klingt.“
„Ich glaube, euch ist die Luft unten in dem Gewölbe nicht bekommen. So ein Quatsch! Vampire! Dann bin ich ein Wehrwolf!“, alberte Erwin herum und tat so, als wollte er uns fressen.
„Ich werde es euch beweisen!“, sagte Robert.
„Wie denn, willst du eine Blutprobe nehmen?“, antwortete Erwin und musste lachen.
„Seht das Kreuz dort an der Wand. Wollen wir wetten, dass diese Typen verschwinden, wenn ich damit in ihre Nähe komme?“, fragte Robert.
„Das würdest du dich trauen?“, staunte ich.
„Die erklären uns für verrückt!“, versicherte uns Otto
„Übrigens nur zur Information, Viola wohnt neben der Kapelle, sagte sie mir. Ihr wisst auch, dass um der Kapelle nur der alte Friedhof ist. Da ist weit und breit kein Haus“, teilte ich meinen Mitschülern mit.
„Die hat dich auf den Arm genommen und hat sich im Stillen halb schlapp gelacht“, lästerte Otto.
„Tim, nimm das Kreuz von der Wand. Ich muss mal leider einen Stuhl demolieren,“ sagte Robert, nahm den Stuhl und brach ein Stuhlbein ab. Ich hätte ihm solche Kraft nicht zugetraut.
„Isabel, hol mir bitte ein scharfes Messer aus der Küche“, sagte er.
Robert spitzte das Holzbein an.
„Für alle Fälle“, meinte er und schob den Holzpflock hinter seinen Gürtel. Seine Jacke verdeckte ihn. Er nahm das Kreuz und ging runter. „Kommt mit!“, forderte er uns auf. Ich muss gestehen, mir war echt mulmig im Bauch. Robert ging auf die Tanzfläche zu und näherte sich den schwarz gekleideten Typen. Was hatte er vor?
Fortsetzung folgt...
Copyright2013by Helga Pikulik

Montag, 30. Dezember 2013

GEDICHTE

 

JOSEF


JOSEF DEN SCHLAF ENDLICH FAND
EIN ENGEL PLÖTZLICH VOR IHM STAND
HALLO JOSEF DU ZIMMERMANN
SCHAU DIR DEN HERODES AN
KLEINE KINDER MACHT ER TOT
DIE ELTERN SIND IN GROSSER NOT

WANDER NACH JERUSALEM
MIT MARIA UND DEM KIND
DAMIT ER EUCH NICHT FIND

WENN DIE LUFT IST WIEDER REIN
ERSCHEIN ICH IM TRAUM
UND IHR KÖNNT DANN HEIM


HERODES

HERODES SPRACH ZU SEINEN MANNEN
TÖTET DAS KIND
MACHT EUCH VON DANNEN
WENN IHR NICHT FINDET DAS KIND DAHEIM
MACHT ALLE TOT DIE KINDER KLEIN

ENGEL


ENGEL AM HIMMEL HELL UND KLAR
VERKÜNDEN DEN HIRTEN
DAS KIND IST DA
DIE HIRTEN ERSCHRECKEN

WAS SOLL DAS SEIN
ÜBERALL AM HIMMEL EIN HELLER SCHEIN
ENGEL SINGEN
DAS KIND IN DER KRIPPE IST GOTTES SOHN
DA WAREN DIE HIRTEN SO FROH
SIE EILTEN ZUM STAHL

FANDEN MARIA JOSEF UND DAS KIND AN DEM ORT
SIE KNIETEN NIEDER
DACHTEN AN DES ENGELS WORT




Samstag, 28. Dezember 2013

Eine Weihnachtsgeschichte: Eine Überraschung

Eine Überraschung

„Simone, was ist denn passiert?“ fragte die Großmutter, als sie die Tür öffnete. Ihre kleine Enkeltochter flog ihr in die Arme und weinte. „Nun komm erst einmal herein“, sagte die Großmutter und zog Simone behutsam in die Wohnung. Sie wischte ihr die Tränen ab.
„Susi ist weg!“, schluchzte Simone, und das am Heilig Abend. Jetzt freue ich mich gar nicht mehr auf den Weihnachtsmann, nur wenn er mir meine Katze wieder bringt.“
„Mein Liebling, dein Kätzchen kommt bestimmt bald wieder. Katzen streunen gerne herum.“
Versuchte die Großmutter sie zu trösten.
„Das hat Mama auch gesagt, aber jetzt ist sie schon drei Tage verschwunden. Ich habe überall gesucht. Sie hat sicher großen Hunger antwortete Simone und dicke Krokodilstränen kullerten ihr über die Wangen.“
„Wenn Susi Hunger hat, fängt sie sich eine Maus“, Katzen verhungern nicht so schnell.
„Die arme Maus“, meinte Simone. Sie schien aber trotzdem etwas beruhigt zu sein.
„So, mein Liebling, jetzt mache ich dir erst einmal einen Kakao und dann bringe ich dich nach hause.
„Weiß deine Mutter, dass du bei mir bist?“, fragte die Großmutter.
„Nein“, entgegnete Simone, „ich war so traurig, und da bin ich einfach losgelaufen. Du weißt so oft einen Rat, deshalb dachte ich, du könntest mir helfen.“
„Du musst immer deiner Mutter Bescheid sagen, wenn du irgendwo hin gehst, sonst macht sie sich große Sorgen, genau so, wie du dich um dein Kätzchen sorgst“, erklärte die Großmutter ihrer Enkelin.
„Dann werde ich Mutti sofort anrufen!“ Simone sprang auf und griff zum Telefon.
„Ich komme sofort nach hause!“, hörte die Großmutter ihre Enkelin freudig sagen. „Oma! Susi ist wieder da! Ich gehe sofort nach hause, kommst du mit?“ Simone strahlte ihre Oma an.
„Ja sicher, Kleines, trink schnell deinen Kakao aus und dann gehen wir.“ Sie brauchten nur einige Straßen weiter gehen, denn sie wohnten nicht weit auseinander. Ungeduldig klingelte Simone an der Tür. Als die Mutter öffnete, rief ihre Tochter gleich: „Wo ist Susi?“, lief in die Wohnung und kam ganz enttäuscht wieder zur Tür. „Wo ist sie?“
„Im Keller“, sagte die Mutter, „Vati hat sie dort entdeckt, als er in dem Kellerraum etwas suchte.
„Aber da hatten wir doch auch gesucht!“, stellte Simone fest, während sie die Kellertreppe runter ging.
„Ja“, sagte ihre Mutter, „aber Susi hat sich ganz toll versteckt, hinten im alten Autoreifen.“
„Und da sitzt sie immernoch?“, fragte Simone, „will sie denn gar nicht wieder nach oben zu uns?“
„Doch, das will sie bestimmt, oben ist es ja viel wärmer. Susi hat zu Weihnachten eine Überraschung für dich“, sagte ihre Mutter.
„Susi für mich?“, fragte ihre Tochter ungläubig und schlängelte sich durch irgend welche Sachen, die im Keller abgestellt wurden. Und dann blieb sie überrascht stehen.
„Oma, schau mal!“, rief Simone, „Susi hat kleine Babys. Wie niedlich, drei Stück. Darf ich die alle behalten?“ Simone schaute ihre Mutter bittend an.
Die müssen sowie so erst noch bei der Mutter bleiben und dann sehen wir mal weiter. Vielleicht möchte Oma eine Katze haben, denn vier Katzen im Haus ist auf die Dauer etwas viel.
„Darüber muss ich nachdenken“, sagte die Großmutter.
„Dann bist du nicht mehr so alleine“, stellte ihre Enkelin fest, „und wenn du uns besuchst, bringst du das Kätzchen mit, dann kann es mit ihren Geschwistern spielen.“
„Warten wir erst einmal ab, bis die Babys größer sind", sagte ihre Mutter. "Jetzt hast du noch viel zu tun, du willst doch sicher ein schönes Bettchen für die Kätzchen und ihrer Mutter fertig machen. Und wir müssen jetzt auch nach oben, der Papa wartet sicher schon. Ich habe nämlich oben ein Glöckchen klingeln gehört. Wollen wir mal nachsehen, ob der Weihnachtsmann da war?“
„Oh, ja, ich freue mich, denn Susi ist wieder da!“ Sie gingen alle nach oben und der Vater öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Ein großer geschmückter Baum zog alle Blicke auf sich. Darunter eine wunderschöne Krippe. Rund herum lagen mehrere Geschenke mit kleinen Namenskärtchen. Simone verteilte die Päckchen. Dann fing sie an, ihre Päckchen auszupacken. „Ein neues Katzenkörbchen, extra größer, da passen die Babys auch mit rein und eine neue Decke für Susi“, rief Simone. Woher wusste denn der Weihnachtsmann, dass wir jetzt ein größeres Körbchen gebrauchen,“ fragte sie ihren Vater.
„Der Weihnachtsmann weiß viel, doch er hatte bestimmt ziemliche Mühe, am Heiligen Abend noch ein passendes Körbchen in der Himmelswerkstatt zu finden. Aber er hat es noch geschafft.“
„Super, meinte Simone. Holen wir die Katzenkinder und Susi jetzt hoch? Dann können sie mit uns Weihnachten feiern und sie frieren nicht. Susi ist bestimmt hungrig.“ Sie gingen noch einmal in den Keller und holten die Tiere. „Das Susi wieder da ist und auch noch kleine Babys hat, ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, sagte Simone, als sie alle im Wohnzimmer saßen, samt der Katzen. „Du hast ja noch gar nicht alle ausgepackt“, meinte ihre Oma.
„Trotzdem!“, antwortete ihre Enkelin. Später saßen sie gemütlich zusammen und sangen Weihnachtslieder und ein herrlicher Duft nach Bratäpfeln erfüllte den Raum. Simone saß vor dem Katzenkörbchen und strahlte.

Ende


Copyright2013by Helga Pikulik


5. Fortsetzung der Geschichte Party (mit Isabel u. Tim)


                                                                       
                                                                       Party


Unten lief alles toll. Ich erzählte, was wir gehört hatten. Isabel war entsetzt. „Stellt euch mal vor, dieser Jochen, oder wie er hieß, hätte alle abgemurkst!“
„Dann hätten wir keine Partys mehr feiern konnen“, versuchte Otto zu scherzen.
„Uns wollte er ja schon hier unten vergammeln lassen. Zum Glück war ihm nicht bekannt, dass von dem Zimmer ein Gang nach draußen führte“, sagte ich
„Komm“, sagte Isabel, „wir werder uns den Abend nich verderben lassen.“
Der Sekt in der Bowle zeigte bei manchen die ersten Wirkungen. Sie alberten herum und tanzten ziemlich ausgelassen. Ich beschloss die neue Bowle mit Mineralwasser zu verdünnen. Ich wusste allerdings nicht, wievielt Sekt mein Freund eingeschmuggelt hatte und ich hatte auch noch nicht das Versteck der Flaschen gefunden, also appellierte ich an seinen Verstand, das mit dem Alkohol zu lassen. „Wenn das raus kommt, war das wohl vorläufig unsere letzte Party !“, sagte ich ihm.
Er grinste mich an und meinte: „Okay, die nächste Party ist übrigens bei mir.“
„Du wirst schon sechzehn oder?“, fragte ich.
„Klar, bin ja nicht so ein Küken wie du. Übrigens, du hast dir da eine super Braut angelacht.“
„Ich finde sie klasse, aber sie geht ja mit Robert!“, antwortete ich etwas traurig.
„Man Alter, mach dir deswegen keinen Kopf“, sagte Erwin, „das ist ihr bester Freund, aber Robert ist schwul, da läuft sonst gar nichts zwischen den beiden.“
Ich hätte Erwin knutschen können, aber ich hatte Angst, er könnte das falsch verstehen. Ich suchte Lydia, konnte sie aber nirgendwo finden.
„Du läufst hier herum wie so ein aufgescheuchtes Huhn“, sprach mich Isabel plötzlich an, „ ist etwas passiert?“
„Ich finde Lydia nicht!“, sagte ich aufgeregt, „weißt du wo sie steckt?“
„Du hast wohl schon einen Gewölbekoller, die ist bestimmt oben“, meinte Isabel, „man muss ja gelegentlich auch mal zur Toilette. Aber keine Angst, wir schleichen alle, und die Toilette liegt ja im Erdgeschoss.“ Otto schnappte sich meine Schwester und sie verschwanden auf der Tanzfläche.
„So einsam?“, hörte ich hinter mir eine bekannte Stimme. Ich drehte mich um und schaute in zwei dunkle, etwas rot unterlaufende Augen, das Gesicht war schneeweiß und das wuschelige schwarze Haar umrahmte ihr zartes Gesicht.
„Wollen wir tanzen?“, fragte Viola.
Irgendwie fühlte ich mich magisch von ihr angezogen, vergaß für einen Augenblick Lydia. Viola schlang die Arme um meinen Hals und zog mich dicht an sich. Die Musik spielte irgend ein langsames Lied und ich hörte Viola sagen: “Du gefällst mir, gleich als ich dich sah. Ich dulde keine neben mir! Hast du das verstanden Süßer?“.Wir tanzten wohl die nächsten fünf Lieder durch, als sie plötzlich sagte: „Ich muss jetzt gehen, aber merke dir meine Worte. Denke immer daran, du gehörst mir, vergiss die Kleine. Und fülle euren Ketchup wieder auf. Sie ließ mich stehen. Und als ich ihr folgte, verschwand sie in einem der dunklen Gänge.
Lydia stand an einer Wand gelehnt. Sie muss mich wohl beobachtet haben, denn als ich auf sie zuging, drehte sie sich weg und ging auf Robert zu. Sie tanzten zusammen so vertraut, dass mir an Erwins Worte Zweifel kamen. Viola ging mir nicht mehr aus dem Kopf, als wenn sie mich verzaubert hatte. Mir war, als spürte ich sie noch in meinen Armen, federleicht, kühl und anschmiegsam. „Mensch Tim, wach auf!“; dachte ich. Kühl! Genau, sie war kalt, ich erschauderte. Ich ging sofort zur Tanzfläche, ich musste unbedingt mit Lydia sprechen. Ich erschrak, als ich die Tanzfläche überblickte und nach Lydia suchte. Ich sah mehrere schwarzgekleidete Typen. Die gehörten garantiert nicht zur Klasse. Alle hatten das Outfit eines Vampirs und endlich machte es klick in meinem Kopf. Das sind Vampire! Echte Vampire! „Was sollte ich machen? Ich wollte ja keine Panik aufkommen lassen. Und wenn alles stimmte, was in den alten Büchern stand, die sich oben in der Bibliothek befanden, konnten wir im Moment nichts gegen die Vampire ausrichten. Ich musste unbedingt jemanden finden, der mir das mit den Vampiren glauben wird. „Otto! Isabel!“, rief ich ihnen zu, als sie an mir vorbei tanzten.
„Was ist denn, suchst du immer noch Lydia?“, die tanzt da hinten mit Robert!“, rief Isabel und wollte schon wieder weg tanzen.
„Nun komm doch mal, es ist etwas passiert!“, log ich, weil ich keine andere Chance sah, sie von der Tanzfläche zu bekommen. Das hatte gewirkt. Erschreckt zog sie Otto zu mir hin.
„Was ist passiert?“, fragte sie aufgeregt.
„Tanzt bitte unauffällig zu Lydia und Robert und bringt sie dazu, hier her zu kommen, auch Erwin und Thomas sollen kommen. Ich warte vor dem Raum;“ forderte ich sie auf. Ich brauchte nicht lange warten, da kamen sie und wollten gleich wissen, was denn eigentlich los wäre.
„Wir gehen nach oben, ich muss euch etwa Wichtiges sagen“, ließ ich sie wissen und stieg die Treppe hoch.
„Und Vera?“, fragte Isabel.
„Es gibt Schlimmeres“, sagte ich. 

Fortsetzung folgt...

Copyright2013by Helga Pikulik

Freitag, 27. Dezember 2013

GEDICHT



DAS KIND

ENGEL VOM HIMMEL HELL UND KLAR
GABEN AUF DER ERDE KINDALARM
DIE HIRTEN LIEFEN GLEICH DORT HIN
FANDEN GOTTESSOHN ALS KIND
DIE WEISEN AUS DEN FERNEN LANDEN
DURCH EINEN STERN DAS KINDLEIN FANDEN

HERODES DIESER IDIOT
MACHTE DIE KLEINEN KINDER TOT
JOSEF ABER CLEVER WAR
HIELT SICH AN DES ENGELS RAT
PACKTE MARIA UND DAS KIND
UND HAUTE AB GANZ FLINK



GEDANKEN



IMMER IST WEIHNACHTEN

IMMER WIRD EIN KIND GEBOREN
DOCH VIELE STERBEN DURCH HUNGER

WEIHNACHTEN
KONSUMZEIT

GESCHENKE
ESSEN IN ÜBERFLUSS

ENGEL VOM HIMMEL HELL UND KLAR
ZEIG UNS DEN WEG ZUM KIND

LASS UNS KEIN HERODES SEIN




ELEND
KRANKHEIT
ARMUT
NOT
KIND VON BETLEHEM
LEHRE UNS BARMHERZIGKEIT








Copyright 2013 by Helga Pikulik

 GEDANKEN 


ICH SAH DICH
ICH WUSSTE DU BIST ES
DU BLIEBST BEI MIR
SCHON SECHSUNDVIERZIG SCHÖNE JAHRE MIT DIR



DU GIBST MIR MUT ZUM LEBEN
DIE JAHRE FLIEGEN DAHIN
WIR WERDEN GEMEINSAM ÄLTER
OHNE DICH HÄTTE ALLES KEINEN SINN



MEIN KIND
MEIN GRÖßTES GLÜCK
GABST MIR SOVIEL ZURÜCK
NUN HABE ICH AUCH EINEN SOHN
GEHT EUREN WEG










Copyright2013by Helga Pikulik

Mittwoch, 25. Dezember 2013

4. Fortsetzung der Geschichte: Party (Mit Isabel und Tim)


                                              Party


„Leise, unsere Treppen knarren alle, du musst die Füße ganz vorsichtig aufsetzen!“ Wie zwei Einbrecher schlichen wir uns die Treppe hoch in mein Zimmer. Ich schloss leise die Tür. „Das wäre geschafft“, stellte ich fest. „Willst du von mir Kleidung haben?“;fragte ich, dann such dir was aus!“ mitdem öffnete ich meinen Kleiderschrank.
„Tolle Klamotten, meinte Lydia und zog sich einen Rollkragenpulli und einen dick gestrickten Pullover heraus. Dazu eine Thermofreizeithose.“ „Kann ich das anziehen?“, fragte sie.
„Klar, du musst aber ganz schön frieren, oder?“
„Warm ist es da unten nicht gerade. Lieber einen Pulli zu viel als zu wenig. Pullover kann man ja schnell ausziehen, sollte es beim Tanzen zu warm werden“, antwortete sie und zog sich ungeniert vor mir um. Mir wurde ganz anders! Schnell drehte ich mich um und machte mich an meinem Kleiderschrank zu schaffen. Vorsichtshalber zog ich mir auch einen dickeren Pulli über und nahm noch ein paar mit, falls noch mehr da unten froren.
„Fertig“, sagte Lydia, „kannst dich wieder umdrehen! Du bist ganz anders, als die meisten Jungs. Ein anderer hätte sich wohl nicht umgedreht.“ Ich merkte , wie ich wieder rot anlief. Verdammt, dass ich da nichts gegen tun konnte. Lydia kam auf mich zu und gab mir einen Kuss. Diesmal blieb es nicht bei dem einen. Plötzlich hörten wir die Türglocke.
„Wer kommt denn noch um diese Zeit?“, fragte Lydia, „vielleicht wird einer schon abgeholt“.
„Das glaube ich nicht, die Eltern der Mitschüler wissen , dass ihr alle hier übernachtet. Genug Platz haben wir ja in diesem Haus“, antwortete ich und machte leise die Zimmertür auf, und wir schlichen einige Stufen nach unten, um eventuell etwas sehen oder hören zu können. „So große Spiegel an den Wänden ist praktisch“, flüsterte ich und zeigte unten auf die Spiegel an der Wand.
Wir sahen zwei Polizisten reinkommen.
„Entschuldigen sie, gnäige Frau, dass wir noch so spät stören, aber wir haben noch ein paar Fragen. Kennen sie diese Männer oder haben sie die schon mal gesehen?“, fragte der eine Polizist.“
Tante Vera motzt natürlich erst herum, wegen der späten Störung, nahm aber dann doch die Bilder in die Hand und betrachtete sie.
„Ich kenne die Herren nicht persönlich, aber mein Lebensgefährte kannte sie. Die drei spielten im Wohnzimmer immer Karten, ich glaube es hieß Pokern oder so. Ich bin an solchen Abenden immer früh schlafen gegangen, ich hatte das Gefühl, doch nur zu stören. Und der eine da, der rauchte immer so dicke Zigarren. Man musste anschließend tagelang lüften, damit dieser Gestank wieder raus ging.“
„Wissen sie etwas näheres über diese Männer, zum Beispiel wo, sie wohnen.?“
„Nein, Jochen hat mir nie etwas von denen erzählt, auch wenn ich ihn mal da nach fragte, man will ja wissen , wen man im Haus hat. „Er war dann immer sehr kurz um, dann habe ich es schließlich gelassen, ich wollte ihn ja nicht verärgern. Diese beiden Männer waren sehr unhöflich. Die taten ja fast schon, als wenn ihnen das Haus gehörte. Sie kommandierten mich, als wenn ich ihr Dienstmädchen wäre. "Los, hol mal Bier, wo sind die Zigaretten, wo bleibt das Essen!“, so ging das den ganzen Abend, und in einen Ton! Und das Schlimmste war, in deren Gegenwart benahm sich Jochen auch so mir gegenüber. Als ich ihn deshalb zur Rede stellte, schimpfte er mich an, die Herren wären für ihn wichtige Geschäftspartner und ich könnte mich doch wohl um unsere Gäste kümmern. Seitdem kümmert sich unsere Haushälterin Viktoria darum, dass die Herren an diesen Kartenspielabenden Getränke und sonstiges dahin gestellt bekommen und ich gehe früh ins Bett und lese, ich wollte Jochen ja nicht verärgern, aber alles muss man sich auch nicht bieten lassen. Das fängt schon bei meiner Nichte und meinem Neffen an. Zum Beispiel heute...“
„Entschuldigen sie, dass ich sie unterbreche“, fiel ihr der Polizist ins Wort. „Nochmal auf die beiden Männer zurück zukommen. Wissen sie; welches Auto sie fahren und eventuell die Kennzeichen?“
„Nein“, und jetzt entschuldigen sie mich, es ist schon spät, wenn sie noch Fragen haben, kommen sie morgen wieder.
„Ihre Haushälterin, wohnt sie auch hier?“, fragte der Polizist hartnäckig.
„Vera ist total beleidigt, weil sie dem Polizisten nichts über uns erzählen durfte“, flüsterte ich Lydia zu.
„Ich sagte doch gerade, kommen sie morgen wieder, meine Haushälterin schläft schon. Und ich wäre ihnen dankbar, wenn sie mich jetzt auch schlafen lassen. Sorgen sie lieber für Ordnung. Irgendwo draußen auf einer Wiese feiert eine Bande Kinder eine lautstarke Party. Garantiert trinken die auch Alkohol und rauchen. Die sind erst vierzehn und fünfzehn, aber ganz frech und gefählich!“, log Vera.
„Am liebsten würde ich runtergehen“, raunte ich Lydia zu.
„Woher wissen sie das mit der Party?“, erkundigte sich der Polizist.
„Unser Küchenmädchen Lisa hat es erzählt“, log Vera schon wieder.
„Seit dem Vera mit diesem Jochen zusammen war, hat sie sich total verändert“, sagte ich leise zu Lydia.
„Wir haben auf der Hinfahrt nichts auffälliges gesehen, da müssen sie eine falsche Information bekommen haben. Vielen Dank und eine gut Nacht.“ Mit diesen Worten verabschiedeten sich die Polizisten. Aber kurz vor der Tür drehte sich der eine noch mal um und sagte zu Vera: „Was ich ihnen noch sagen wollte. Ihr verstorbener Lebenspartner heißt in Wirklichkeit Heinz Sandino und und saß wegen dreifachen Mordes in Haft. Weitere zwei Morde konnte man ihm mangels Beweise nicht anhängen. Er brach etwa vor einem Jahr aus der Haftanstalt aus. Seitdem sollen mindestens vier Banküberfälle und zwei weitere Morde auf sein Konto gehen.“
„Mein Gott!“, stieß Vera nur hervor, aber in den zwei Worten lag so viel Erschütterung.
„Sie haben höchstwahrscheinlich großes Glück gehabt. Herr Sandino pflegt keine Spuren zu hinterlassen, wenn er weiterzog. Also, wenn ihnen noch etwas einfällt, melden sie sich bitte. Sollten die beiden Männer vom Foto auftauchen, geben sie bitte sofort Bescheid, mit denen ist nicht gut Kirschen esse.“ Die Tür fiel ins Schloss und Vera stand einen Augenblick wie erstarrt da. Wir schlichen schnell wieder zurück. Mist, die Treppe quietschte. Zum Glück nahm Vera das im Moment gar nicht wahr. Wir hatten gerade meine Zimmer erreicht, als wir Vera an Viktorias Tür klopfen hörten. Wir hörten die Tür, dann war alles leise.
„Komm schnell!“, forderte ich Lydia auf, wir müssen uns beeilen, sonst kommen die anderen wieder hoch, um uns zu suchen.“
„Aber deine Tante?“, fragte Lydia.
„Die heult sich bei Viktoria aus, das wird dauern“, antwortete ich und nahm die Pullis auf den Arm und wir schlichen erneut die Treppe runter. Wir waren gerade unten, da öffnete sich die alte Holztür und Isabel und Otto im Schlepptau erschienen.
„Wo bleibt ihr?“, fragte Isabel, ich hatte schon Angst, Vera hätte euch einkassiert. Am Ende will die auch noch auf die Party.“ Isabel kicherte los.
„Leise, Vera schläft nicht, sie ist bei Viktoria im Zimmer!“, flüsterte ich.
„Was macht die da denn?“; flüsterte Isabel zurück
„Lasst uns nach unten gehen, ich habe euch viel zu erzählen, die Polizei war gerade da!“, forderte ich alle auf.
„Die Polizei?“, fragte Isabel, „was wollte die denn, hat sich Vera etwa über uns beschwert?“
„Nein, aber warte bis wir unten sind“, beruhigte ich sie.

Fortsetzung folgt...

Copyright2013by Helga Pikulik

Dienstag, 24. Dezember 2013

3. Fortsetzung der Geschichte: Party (mit Isabel und Tim)


                                             Party


„Warum sollte ich nicht? Ich glaube nicht, dass du mir Märchen erzählst und die damit bekräftigst, in dem du zwei Flaschen Tomatenketschup austrinkst.“
„Weißt du, dass du wunderschöne Augen hast?“, wie konnte ich ihr das einfach so sagen, ich bin eigentlich gegenüber Mädchen eher schüchtern.
„Ich habe grüne Augen,“ antwortete sie, „ich hätte viel lieber blaue, so wie du.“
„Ich finde deine grünen Augen schön“, sagte ich und strich ihr sanft eine Haarsträhne aus der Stirn.
Ihr Mund kam dem meinigen näher und es wäre zum Kuss gekommen, wenn nicht plötzlich ein Donnerwetter oben von der Treppe erschallte: „Es ist zehn Uhr, die Party ist zu ende, bei dem Krach kann man ja nicht schlafen und wie sie vielleicht wissen, hatten wir einen Todesfall. Es ist eine Unverschämtheit meiner Nichte und meines Neffen, eine Party zu veranstalten, wo mein Lebenspartner letzte Nacht ermordet wurde.
„Er gehörte doch auch zu den Gangstern, sein sie doch froh, sonst hätte er vielleicht sie eines Tages abgemurkst“, rief Erwin.
„Das ist eine Frechheit!“. Ich werde mich bei deinen Eltern beschweren! Und jetzt raus hier, raus! Aber schnell! Ich will nichts mehr hören, sonst rufe ich die Polizei! Meinet wegen feiert doch weit draußen auf der Wiese, aber nicht in meinem Haus;“schimpfte Tante Vera weiter und war total außer Atem.
„Das Haus gehört uns!“, rief ich sauer. Immerhin hatte sie mir den Kuss vermasselt und um Zehn Uhr eine Party beenden, die hat sie wohl nicht mehr alle. „Jochen war ein Gangster, er wollte uns umbringen, das haben wir dir schon mehrmals gesagt!“
„Was bist du für ein frecher Bengel, das ist der Dank dafür, dass ich mich um euch kümmere“, Tante Vera keifte richtig, so kannte ich sie gar nicht. „Gut das unsere Mutter anders ist!“, flüsterte ich Isabel zu.“
„Sie sind ja so was ähnliches wie Stiefschwestern, darum hat Mama ja auch das ganze Anwesen geerbt. Veras Mutter und Mamas Vater haben ja nie geheiratet“, sagte Isabel.
„Also ist die gar nicht mit uns verwandt, aber unsere Party auflösen wollen in unserem Haus, ich war so wütend.
„Vera und Mama sind praktisch wie Schwestern aufgewachsen, und Mama hat sie als Verwalterin für das Anwesen eingesetzt. Der Ex von Tante Vera verwaltet das Ponyhotel, da kann Tante Vera ihm nicht reinreden, was sie liebend gern machen würde“, erzählte mir Isabel.
„Woher weißt du das alles?“, fragte ich, „ich muss allerdings zugeben, dass mich diese Sachen bis jetzt nicht interessiert haben, aber jetzt geht es um die Party!“
„Und um Lydia!, ich habe euch beobachtet!“, flüsterte mir Isabel ins Ohr. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich rot anlief, zum Glück hatten wir farblich wechselndes Licht, so dass es hoffentlich nicht auffiel. Vera, das Wort Tante davor, ist für mich ab sofort gestorben, hatte uns fünfzehn Minuten gegeben, das Haus zu verlassen, und war dann wieder in ihr Zimmer gedampft. Die Stimmung war am Boden. Wir fluchten und schimpften, aber helfen tat das auch nicht, bis Otto sich mit einem rettenden Einfall zu Wort meldete.
„Leute, hört mal alle her!“, rief er ganz aufgeregt. „Die Party ist gerettet! Wir gehen runter ins Gewölbe, von dem uns Isabel erzählt hat.“ Alle schwiegen und starrten Otto an, als wenn er gerade das Todesurteil über alle gesprochen hatte. „Habt ihr etwa Angst? Die Gangster sind geschnappt worden. Aber vielleicht stören euch die Geister, die hier spuken sollen“, dann müsst ihr jetzt natürlich zu eurer Mama gehen. Dann ist die Party aus und diese Vera lacht sich eins ins Fäustchen.
Ein Murmeln ging durch den Raum. „Natürlich gehen wir ins Gewölbe!“, rief ausgerechnet der Kleinste aus unserer Klasse. „Dann mir nach! Jeder nimmt sein Glas und was er sonst noch tragen kann mit runter, rief Isabel und ging mit Otto vor ran zur alten Holztür nach unten. „Vorsicht, ziemlich abgewetzte Stufen und nur schwaches Licht. Bringt die Musik mit, hier ist eine Steckdose!“, rief Otto. Ruck Zuck war das Wohnzimmer leer geräumt. Manche waren rauf und runter gelaufen und haben auf Lisas Kommando auch das übrig gebliebene Essen mit runter geschlürt. Selbst die von Isabels selbsgebastelten Geister durften mit ins Gewölbe umziehen. Ich war stolz auf meine Schulfreunde. Ich schnappte mir eine Tasche und sammelte alle Kerzen und Zündhölzer ein, welche hier in Massen herumlagen, da oft das Licht in diesem alten Haus ausfiel. „Nehmt alle Decken und Kissen mit, es könnte da unten sehr kalt werde“, forderte ich einige Mitschüler auf, die im Wohnzimmer noch herumliefen.“Okay, die Party kann wieder beginnen. Die Musik hört keiner, der letzte schließt die Tür! Das dumme Gesicht möchte ich sehen, wenn Vera runter kommt und findet keinen und das Essen und die Getränke sind auch futsch“, rief ich. Wir stellten die Kerzen in unsere Laternen und Einmachgläser und hatten richtig romantisches Licht. Mir viel erst jetzt auf, dass der Gang mehrere Seitentüren hatte, die ich vorige Nacht gar nicht beachtet hatte. Wir untersuchten die Räume und fanden einen, der leer war. Ideal für unsere Party. Die Stromleitungen mussten wohl vor längerer Zeit provisorisch angelegt worden sein. „Ich hoffte, dass die Steckdose für unsere Musik reichte. Bekomme keinen durch die Knochen, die Steckdose hängt ja schon halb aus der Wand und hier unten ist es sehr feucht“, sagte ich zu Erwin. Doch kurze Zeit später schallte Musik durchs Gewölbe. Es hallte unwahrscheinlich. Die ersten fingen an zu tanzen, andere richteten es sich gemütlich mit Decken und Kissen ein. Sogar die Matratzen hatten sie runter geschleppt, welche wir als Sitzgelegenheit im Wohnzimmer gelegt hatten. Wieder andere bauten das Buffet auf. Irgendwie fand ich es urgemütlich. Das Gewölbe hatte seinen Schrecken für mich verloren. „Du, Isabel!“, hielt ich sie am Arm fest, „wollen wir in den nächsten Tagen diese ganzen Gewölbe untersuchen und eine Karte anlegen?“
„Ja, super, vielleicht helfen uns ein paar Freunde“, sagte Isabel und verschwand mit zwei Bowlegetränke in Richtung Otto.
„Auch das noch, was hat sie nur an dem gefressen?“, dachte ich, „aber das muss sie ja selber wissen.“
„Hallo! Dich muss man immer suchen“, sprach mich mit einmal Lydia an. „Ich habe das Mädchen gesehen. Es stand im Gang und fragte mich, ob wir hier unten Ketchup haben.“ Ich habe ihr gesagt, dass irgend wer alles ausgetrunken hat; da hat sie gelächelt und ist in dem dunklen Gang verschwunden. Sie sah irgendwie gruselig aus. Ich war froh, als sie verschwunden war. Aber was macht die alleine in dem dunklen Gang?“
„Ich weiß nicht, ob ich das wirklich wissen will. Mir kam sie auch unheimlich vor“, sagte ich. „Du frierst ja!“, stellte ich fest.
„Ja, mir ist kalt, das Kleid ist für hier unten nicht so ideal, allerdings könnte man sich warm tanzen, was der größte Teil gerade macht.“
„Ich weiß was besseres“, entgegnete ich, „wir schleichen uns nach oben in mein Zimmer, und du ziehst von mir oder Isabel warme Sachen an.“
„Aber wenn diese Vera uns erwischt, die war ja ganz schön mies drauf“, hatte Lydia Bedenken.
„Bellende Hunde beißen nicht“, antwortete ich, und legte meinen Arm um sie und führte sie nach oben.


Fortsetzung folgt...

Copyright2013by Helga Pikulik

Montag, 23. Dezember 2013

2. Fortsetzung der Geschichte: Party ( mit Isabel und Tim)

                                           

                                                   PARTY

„Lisa, du hast das super gemacht, du solltest Köchin werden“, lobte ich Lisa, unser Mädchen für alles.
„Frau Viktoria hat mich auch gelobt“, antwortete Lisa, „Ich darf demnächst beim Kochen mithelfen“, freute sie sich.
„Zieh dich schnell um, die Party fängt gleich an, und wir haben ja vereinbart, dass du auch mitmachst“, sagte Isabel, und zu mir gewandt meinte sie: „wir gehen jetzt auch auf unsere Zimmer und ziehen unser Kostüm an, sonst sind wir gleich nicht fertig.“
„Okay, Viktoria lässt die Gäste herein, falls wir noch nicht unten sind. Wollen wir Tante Vera auch verkleiden?“, fragte ich und stellte sie mir in einem Geisterkostüm vor. Isabel musste lachen.
Wir waren gerade fertig verkleidet, als auch schon die ersten Gäste kamen.
„Super siehst du aus!“, rief ich staunend. Isabel hatte ein rotes, glitzerndes Top mit einem selbst genähten schwarzen Tüllrock und schwarze Netzstrümpfe mit schwarzen Lackstiefeln an. Ihr
Haar hatte sie wuschelig um ihren Kopf stehen. Ich tippe mal auf eine Dose Haarspray. Ihren Mund hatte sie knall rot geschminkt und über das Kinn ein kleines Blutrinnsal gemalt. Die Augenpartie war schwarz und etwas blutunterlaufen angemalt. Isabel sah zum Fürchten aus, wenn sie ihren Mund öffnete, und ihre Vampirzähne zum Vorschein kamen.
„Liegt es daran, dass wir Zwillinge sind oder war es purer Zufall, dass du fast genau so aussiehst wie ich, bis auf die Kleidung. Das schwarze Hemd und die schwarze Hose sitzen super. Wo hast du den schwarzen Umhang her? Der hätte mir noch gefehlt.“
„Ich habe oben noch einen, liegt auf meinen Tisch. Kannst du dir holen. Viktoria hatte einen Stoffballen mit schwarzem Samt. Ich habe gleich für zwei Umhänge Stoff abgeschnitten, auf Vorrat.“
„Klasse, bin gleich wieder da, Bruder Vampir.“
„Hallo, toll dass ihr da seid, super seht ihr aus, da bekommt man richtig Angst“, empfing ich meine Schulfreunde.
„Du siehst auch nicht schlecht aus“, meinte Harry, der als Tod verkleidet war, und drückte mir einen Korb voller Süßigkeiten und zwei CDs in den Arm. „Von uns allen, für euch Zwei und herzliche Glückwünsche.“
„Danke, Isabel wird sich sehr freuen, sie ist eine richtige Naschkatze, vor ihr ist nichts sicher“, sagte ich.
„Dann vebuddel deinen Anteil schnell, sonst bist du ihn los“, witzelte Lydia. Sie sah aus wie die weiße Frau. Ein langes weißes Kleid, weiße Handschuhe und Stiefeletten. Ihr Gesicht war schneeweiß gepudert und ihre grünen Augen strahlten mich an: „Ist was?“ , hörte ich sie sagen, und ich riss meinen Blick los von ihrem wunderschönen, knallrot gefärbten Lippen.
„Nein, ich habe nur dein tolles Kostüm bewundert, eine prima Idee“, antwortete ich und fragte mich warum ich so ins Stottern kam. „Kommt alle mit ins Wohnzimmer!“
„Ja, kommt alle her, die Party kann beginnen!“, rief Isabel, die in der Wohnzimmertür stand und uns zuwinkte.
„Man, super Braut!“, meinte Otto, denn er hatte gleich vom ersten Tag an in der neuen Schule, ein Auge auf Isabel geworfen.
Alle möglichen Gestalten schüttelten uns die Hände, umarmten und küssten uns. Wie ich das hasste.
„Ich freue mich auf die Party, ich war schon lange nicht mehr tanzen. Danke!“, sagte Lydia und gab mir einen richtigen Kuss auf die Wange und umarmte mich. „Wau!“, dachte ich. Warum wollte ich, dass diese Umarmung nicht aufhörte? Ich mag so etwas doch eigentlich nicht.
„Hallo, Isabel!“, rief Lydia plötzlich, als meine Schwester an mir vorbei huschte. Und aus war der Traum vom Glück. Lydia folgte Isabel und sie hatten viel zu reden. Ich beobachtete sie aus einer sicheren Ecke, als es etwas ruhiger um uns geworden war und sich alle auf das Buffet gestürzt hatten. „Die Schlacht am kalten Buffet..“ von Reinhard May ertönte im Hintergrund.
Lydia, ein schöner Name. Sie hatte hellblonde Haare. Natur! Glaube ich. In dem weißen Kleid sah sie aus wie ein Engel aus meinem Bilderbuch, als ich noch klein war.
„Na, Alter?“ Otto schlug mir auf die Schulter. „Genießt du die Ruhe vor dem großen Sturm? Hast du dir schon eine Tanzpartnerin aus geguckt? Übrigens, deine Schwester ist zuckersüß.Was meinst du, habe ich Chancen bei ihr?“
„Warum nicht, bist doch ein toller Typ, versuchen kannst du es ja.“ Riet ich ihm, doch ich wettete mit mir selber zu neunundneunzig Prozent, dass sie ihn abblitzen ließ.
„Danke, machst einem echt Mut, bist ein echter Freund! Ich werde sie gleich zum Tanz auffordern.“ Mit dem verschwand er in Richtung Isabel und ließ mich mit einem etwas schlechten Gewissen zurück. Das Tanzen begann und die Tanzfläche füllte sich, und ich macht mich auf zum Buffet und packte mir ein paar Leckereien auf meinen Teller. Otto zwinkerte mir zu, als er an mir vorbei tanzte, Isabel in seinen Armen. „Totale Geschmacksverirrung, das hatte ich Isabel nicht zugetraut. Ausgerechnet Otto“, dachte ich, als sie auch den dritten Tanz noch bei ihm war. Ich probierte ein Glas Bowle, „O, lecker!“, dachte ich, „da hat doch irgendjemand Sekt zugegossen!“, stellte ich fest und goss mir gleich noch ein zweites ein. Wenn das Tante Vera wüßte. Wir hatten ihre versprochen, dass es kein Alkohol gibt. Sie würde uns achtkantig rausschmeißen. Ich schaute zu wie Lydia mit Robert tanzte. Sie waren schon ein Jahr befreundet. Ich hatte auf einmal keine Lust mehr auf Party und wäre am liebsten allein in meinem Zimmer.
„Toll hier!“, sprach mich plötzlich jemand von der Seite an. „Super Idee mit der Verkleidung. Keiner erkennt mich“, lachte die Person, griff zum Ketchup und trank die Flasche leer. „Lecker!“, meinte sie und wischte sich den Mund mit ihrem Ärmel ab. „Hast du noch mehr davon?“,fragte sie.
„Ich weiß nicht, vielleicht in der Küche“, stammelte ich. „Bist du auch in meiner Klasse?“, fragte ich sie. „Nein, mein Junge. Ich gehe mal in eure Küche.“ Ich wurde von Tanzenden angerempelt. „Los, nun tanze doch auch mal endlich!“; riefen sie. Ich schaute wieder zur Seite, aber die Person war weg. Ich hatte sie nicht kommen hören, und blitzschnell war sie schon wieder weg. „Ich sehe doch noch keine Gespenster, so viel Alkohol ist in der Bowle nicht. Und dieses Mädchen in der Vampirverkleidung hat ja auch mit mir gesprochen“, sagte ich zu mir und ging in Richtung Küche.
Auf dem Tisch stand eine leere Flasche Tomatenketchup. „Suchst du mich?“, erschrocken drehte ich mich um. Da war sie wieder. Plötzlich wie aus dem Nichts. Ich könnte schwören , dass in der Küche niemand war, als ich rein kam, oder die leere Flasche hat mich abgelenkt, so das ich sie nicht gesehen habe. So war es wohl. „Wie heißt du?“, fragte ich sie. „Viola, antwortete sie und lächelte mich an. „Du gefällst mir in deinem Kostüm“, meinte sie. „Und wo wohnst du?“, fragte ich weiter, denn ich hatte sie noch nie gesehen, auch auf unserem Schulhof nicht.
„Neben der Kapelle!“, entgegnete sie. Irgendwie nahm sie mich auf den Arm; denn neben der Kapelle war nur ein großer alter Friedhof und sonst nichts. Selbst die Toten wurden schon lange nicht mehr dort begraben.
„Hast wohl ein Grab gemietet“, versuchte ich zu scherzen.
„Schlaues Kerlchen! Kannst mich ja mal besuchen!“ hörte ich sie sagen, während zur gleichen Zeit mehrere in die Küche stürmten und mich einhakten
. „Komm mit, du kleiner Drückeberger.“
„Aber!“, sie ließen mich nicht ausreden und zerrten mich mit. Ich schaute noch schnell zurück, aber niemand war mehr in der Küche.
„Ich zweifelte an meinem Verstand. Ob die Geschehnisse der letzten Nacht bei mir Spuren hinterlassen hatten?“, dachte ich.
Isabel zog mich auf die Tanzfläche. „Was ist denn mit dir los? Vor der Party warst du doch noch ganz happy und jetzt bist du der größte Sauerkloß!“, regte sie sich auf.
„Isabel, glaubst du an Vampire? Ich meine echte, wie sie in den alten Büchern in der Bibliothek oben stehen!“
„Tim, färbt dein Kostüm ab? Oder hast du zu viel von der Bowle getrunken? Übrigens hat Erwin schon wieder eine Flasche Sekt in die Bowle gekippt. Pass also auf, wenn du davon trinkst.“
„Hallo, Tim, da bist du ja, ich habe dich schon gesucht.“ Lydia schaute mich lächelnd an. „Ich möchte doch wenigstens einmal mit dem Geburtstagskind tanzen“; sagte sie und tauschte mit Isabel die Tanzpartner.
„Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?“, fragte Lydia.
„Ich hatte irgendwie keine Lust zum Tanzen, und dann kam dieses Mädchen im Vampirkostümen. .
„Und wo ist das Mädchen jetzt?“, wollte Lydia wissen.
„Sie ist so schnell verschwunden, wie sie auch gekommen war. Ihr müsst sie doch gesehen haben?“
Ich schaute sie erwartungsvoll an.
„Die einzige im Vampirkostümen ist deine Schwester. Eine andere habe ich nicht gesehen“, erklärte Lydia
„Ist ja auch egal“, sagte ich. Anstatt es zu genießen, mit Lydia zu tanzen, dachte ich über diese Unbekannte nach.
„Und jetzt eine Schmusemusik!“, kündete Max an, der sich gleich als er kam, um die Musik gekümmert hatte.
„Eine gelungene Party“, meinte Lydia und schlang ihre Arme um meinen Hals und zog mich näher an sich.Ich wünschte, dass dieser Tanz nie vorüber gehen würde. Es folgte noch ein langsamer Tanz, bis es dann mit sehr wüster Musik weiter ging.
„Kommst du mit?“, fragte Lydia, „ich habe schon wieder Hunger.“
„Klar, ich könnte mich kreuz und quer durchessen, unsere Lisa hat das Buffet super gemacht“, entgegnete ich und ging mit Lydia zum Tisch. Wir luden uns den Teller voll.
„Schade, Tomatenketchup ist schon alle;“ meinte Lydia.
„Den hat diese Unbekannte ausgetrunken, den aus der Küche auch“, antwortete ich wie selbstverständlich.
„So pur?“, fragte Lydia, „ die muss ja wohl einen an der Waffel haben!“, stellte sie fest.“
„Du glaubst mir also, dass dieses Mädchen da war?“, fragte ich sie erstaunt.


Fortsetzung folgt...

Copyright2013by Helga Pikulik



Samstag, 21. Dezember 2013

1. FORTSETZUNG DER GESCHICHTE: PARTY (Mit Isabel und Tim) )


                                            Party

„Das kann ja heiter werden, wenn Tante Vera echt zu hause bleibt. Die dreht uns glatt den Strom ab, wenn wir ihr zu laut sind.“ meinte Isabel.
„Oder sie schmeißt auch noch unsere Gäste raus“; antwortete ich. „Hier kann man echt laut sein, weit und breit kein Nachbar, das Ponyhotel liegt ja auch weiter weg. Das Problem ist und bleibt Tante Vera.“
„Lassen wir uns die Laune nicht verderben, man wird nur einmal vierzehn!“, entgegnete Isabel, „sieh mal, habe ich gebastelt. Die hänge ich im ganzen Haus auf.“
„Tolle Geister, von wem hast du denn die weißen Gardinen?“, fragte ich.
„Viktoria hat sie mir gegeben“, antwortete Isabel , „die findet es klasse, dass wir eine Party geben, dann wäre endlich in diesem trostlosen, alten Gemäuer etwas los. Ich habe mal in die Küche geblinzelt, Lisa hat schon ganz viele Platten fertig. Ich hätte am liebsten mir ein paar Käsespieße gemopst. Und die Bowle ist angesetzt. Ich freue mich schon auf unsere Gäste, wie verkleidet die wohl kommen. Hast du dein Kostüm fertig?“
„Lass dich überraschen!“, erwiderte ich. „Du, wir haben unseren Eltern nichts erzählt von den ganzen Ereignissen der letzten Nacht.“
„Ist doch gut“, meinte meine Schwester, dann brauchen sie sich auch keine Sorgen um uns machen, wir haben gesagt, dass alles in Ordnung ist und das es uns gut geht. Da waren sie sehr zufrieden. Wir haben nicht geflunkert, denn es geht uns doch super. Sie haben ja nicht gefragt, wie es uns letzte Nacht ging.“ Isabel grinste mich an: „Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben!“
„Habe ich gar nicht! Es geht um Tante Vera, sie sagte doch, dass sie unsere Eltern anrufen will, um sich über uns zu beschweren“, antwortete ich.
„Ach, glaube das doch nicht, die ist doch mit sich und ihrem toten Jochen beschäftigt!“
„Okay, dann stelle ich jetzt die Getränke hin und die Gläser und Teller. Lisa kann ja auch nicht alles
machen. Kommst du mit dem Schmücken alleine klar?“, fragte ich.
„Mach nur, das schaffe ich schon, aber vergiss nicht die Knabbereien hinzustellen!“, rief Isabel mir von einer Leiter aus zu.
„Und falle du nicht runter!“, rief ich zurück. Sie wackelte extra mit der Leiter, als ich aus der Tür ging, aber ich hatte mich ganz schön erschrocken. Isabel lachte. So war sie nun mal, immer zu Späßen aufgelegt. Ich hörte sie auf der Leiter singen, irgend etwas selbst erfundenes von Nebelgeistern, Knochengerüsten und Wasserleichen in tiefen Gewölben. Ich glaube, die letzte Nacht steckte ihr noch ganz schön in den Knochen.

Fortsetzung folgt...

Copyright2013by Helga Pikulik


Freitag, 20. Dezember 2013

Fortsetzung von Sina


Sina

"Darum nehme ich sie oft mit, dann ist die Backstube wenigstens sicher vor ihnen.“
„Ist das wirklich so schlimm mit euch?“,fragte Klara die Zwergenkinder. Diese schüttelten energisch den Kopf.
„Mama sagt immer, dass wir ganz lieb sind!“
„Die Mama verwöhnt euch ja auch total. Aber wir haben euch ganz doll lieb, auch wenn ihr so viele Streiche ausheckt“, sagte Fritz.
Auf einmal standen wir vor einem großen Tor. Fritz läutete an der schweren Glocke.
„Wer ist da?“, ertönte eine tiefe kräftige Stimme.
„Ich bin es, Fritz! Und ich bringe Besuch mit.“ Knarrend ging das schwere große Tor auf. „Hallo, Walter“, begrüßte Fritz den großen, dicken Mann. „Ich habe die kleine Sina mitgebracht und ihre große Schwester Klara.“
„Da freue ich mich aber, dass ihr uns in der Backstube helfen wollt. Jetzt in der Weihnachtzeit können wir jede Hand gebrauchen. Piff und Paff, wie wäre es, wenn ihr unseren Besuch herumführt und ihnen alles zeigt. Aber keine Dummheiten machen!“, drohte Walter mit dem Finger und lachte.
„Wir machen doch keine Dummheiten!“, beteuerten die beiden mit ernster Miene.
„Kommt mit“, forderten die Zwillinge die Mädchen auf. Sie gingen durch zwei Gänge und hinter einer Tür, die mit Zuckerguss und allerlei Naschereien geschmückt war, befand sich die Bäckerei. Hier war heiteres Treiben. Überall standen Tische an denen Zwerge und Elfen am kneten, formen, und verzieren waren. Gerade wurden große Bleche mit Lebkuchen aus dem großen Backofen geholt. Es duftete herrlich nach Leb- und Honigkuchen, Plätzchen und Zimtsterne.
„Möchtet ihr mal kosten?“, fragte ein Zwerg die Mädchen.
„Na klar!“, riefen die Zwillinge und schwups hatten sie jeder eine Lebkuchenbrezel in der Hand. „Ihr seit immer die Schnellsten!“, lachte der Zwerg und reichte den Mädchen den Lebkuchen.
„Danke“, freuten sie sich, denn der Duft in der Bäckerei machte echt hungrig auf die schönen Sachen.
„Bedient euch ruhig überall, ihr dürft alles probieren, aber verderbt euch den Margen nicht. Ich heiße übrigens Toni“, sagte der Zwerg, „schaut euch weiter um, und wenn ihr Lust habt,
könnt ihr mithelfen, wo es euch gefällt!“
„Wo sind denn Piff und Paff geblieben?“, fragte Sina.
„Wer weiß, was die wieder aushecken“, meinte Toni, „die müsste man anbinden, um vor ihnen sicher zu sein. Aber wir haben sie alle ins Herz geschlossen, sie sind einfach niedlich, diese Racker.“
Es war unheimlich schön in der Bäckerei. Große und kleine geschmückte Tannenbäume standen in den Ecken und von der Decke hingen glitzernde Girlanden und Kugeln. Die Zwerge hatten verschiedene farbige Mützen auf und sorgten somit für ein buntes Bild. An jedem Tisch wurde gesungen oder jüngere Zwerge sagten Gedichte auf. In einer Ecke saßen kleinere Zwergenkinder und hörten einer Zwergenoma gespannt zu, die eine Weihnachtsgeschichte erzählte. Plötzlich hörten wir von oben jemanden lautstark singen:“Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.“
Wir schauten nach oben und sahen in einer großen Tanne Piff und Paff sitzen und singen. Dabei schaukelten sie hin und her. „Du grünst nicht nur zur ….Hilfe!“ wir sahen den Baum langsam aber sicher auf uns zukommen und sprangen schnell zur Seite. Piff und Paff fielen samt Tannenbaum auf die Erde. Dabei streiften sie einen großen Topf mit flüssiger Schokolade, die sich über Tisch und Bänke ergoss. Mehltöpfe wirbelten durcheinander und überall flogen Plätzchen und Lebkuchen herum, denn die Zweige der Tanne fegten im Fall manche Tische leer. Piff und Paff hatten sich anscheinend nicht verletzt. Sie saßen mit dem Hosenboden in warmer flüssiger Schokolade und schleckerten sie mit den Fingern auf.
Toni fehlten die Worte. Alle schauten entsetzt auf das Durcheinander. Sina und Klara warteten auf das Donnerwetter, welches auf die Zwillinge niederging. Doch nichts geschah.
Plötzlich fingen einige an zu lachen, und dann lachten alle. Fritz war froh, dass den Jungs nichts passiert war. Ein Trupp Zwerge machten sich an die Arbeit, alles wieder aufzuräumen. Sina und Klara halfen so gut es ging. Fritz sprang auf und raste zum großen Zuckerkessel und konnte Paff gerade noch schnappen, sonst wäre das Zwergenkind in den Kessel gefallen;
denn es hatte sich auf einen Stuhl gestellt und sich über den Kessel gebeugt, um von dem flüssigen Puderzucker zu naschen.
„Ihr habt wirklich nur Blödsinn im Kopf!“, zur Strafe dürft ihr nicht mitfahren, wenn ich die beiden Mädchen nach hause fahre.“
„Bitte Papa!“, bettelten sie, „lass uns mitfahren, wir sind auch ganz artig!“, versprachen sie. Kurz danach saßen die Mädchen im Schlitten und es ging im riesen Tempo Richtung Heimat. Plötzlich bewegte sich neben Sina die Decke und zwei kleine Gesichter kamen zum Vorschein und grinsten sie schelmisch an. Als die Mädchen wieder zu hause waren und Sina in ihrem Bett lag, träumte sie von der Weihnachtsbäckerei.

Ende


Copyright2013by Helga Pikulik

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Eine Geschichte für Kinder: Sina

                                                                     

 Sina

„Sina! Wach auf, der Schlitten wartet auf dich. Dein Weihnachtswunsch war es, einmal in der Weihnachtsbäckerei zu helfen.“
Sina rieb sich ihre Augen. Sie hatte schon fest geschlafen. „Wer bist du?“ Fragt sie erschrocken. „Ich heiße Fritz und bin einer der Zwerge aus der Weihnachtsbäckerei. Ich möchte dich abholen. Komm, der Schlitten mit den Rentieren wartet schon.“
„Ich darf mit keinem Fremden mitgehen. Kann meine große Schwester nicht mitfahren?“
„Ob sie Lust hat, kann ich mir nicht vorstellen. Aber lass es auf einen Versuch ankommen,“ meinte der Zwerg.
„Ich komme gleich wieder,“ rief Sina, lief in das Zimmer ihrer Schwester und weckte sie unsanft durch ein kräftiges Rütteln. „Klara! Wach auf, du musst mich begleiten, wir fahren zur Weihnachtsbäckerei! Du weißt doch, ich hatte es mir so gewünscht!“
„Sina, du hast geträumt, leg dich schnell wieder hin und lass mich auch schlafen.“
„Aber der Schlitten wartet schon und der Fritz wird gleich sicher ungeduldig.“
„Wer ist Fritz? Und was für ein Schlitten?“ Klara fühlte Sinas Stirn. „Hast du Fieber?“
„Nein, nun komm schon!“ Sina versuchte Klara aus dem Bett zu ziehen.
„Hör schon auf zu ziehen, ich stehe ja auf und bringe dich ins Bett.“ Klara folgte Sina in ihr Zimmer.
„Hallo!“, rief Fritz, „hast du doch Lust mitzufahren?“
„Hilfe! Was ist das?“ Schrie Klara entsetzt auf.
„Mein Name ist Fritz, ich bin ein Zwerg und komme aus der Weihnachtsbäckerei. Wir erfüllen zu Weihnachten möglichst viele Kinderwünsche und Sina hat sich einen Besuch in unserer Bäckerei gewünscht. Sie möchte aber nicht alleine mitkommen, darum sollst du Sina begleiten.“
„Mein Gott, träume ich? Das hier gibt es doch gar nicht wirklich!“ Klara war zum Fenster geeilt und staunte über den großen Schlitten mit den Rentieren davor. Zwei kleine Zwerge saßen im Schlitten und als sie Klara entdeckten, winkten sie ihr freundlich zu. Eines der sechs Rentiere schien sehr ungeduldig zu sein, es scharte immer wieder mit den Hufen im Schnee.
„Nun, wollen wir fahren?“, fragte Fritz.
„Ja, das lass ich mir nicht entgehen, ich habe mir als Kind immer gewünscht mit einem Rentierschlitten zu fahren, wenn ich mir Weihnachten die Bilderbücher anschaute.“
„Holt eure warmen Jacken, Mütze und Handschuhe nicht vergessen, und dann geht es los!“
Patsch, ein Schneeball traf Klara am Arm und zack, noch einer flog dicht an ihrem Gesicht vorbei. „Teufel noch mal! Fluchte sie.“ Und schon formte einer der kleinen Zwerge einen neuen Schneeball.
„Unterstehe dich!“, drohte sie ihm, „ich wälze dich im Schnee und stelle dich als Schneemann auf.“ Verdutzt guckte er sie an. Er sah so süß aus das sie laut lachen musste. Klatsch, hatte sie den Schneeball im Gesicht. Klara tat so, als wollte sie die Zwerge fangen, da kletterten sie quietschend und lachend auf den Schlitten und versteckten sich unter einer Decke.
„Schluss mit dem Unsinn!“, rief Fritz; „alles einsteigen!“
Fritz tätschelte die Rentiere und gab ihnen ein Leckerli, dann schwang er sich mit einer Gelenkigkeit, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte, vorne auf den Schlitten, schwang die Peitsche durch die Luft und rief: „Hoo, hoo!“ Und schon erhoben sich die Rentiere und der Schlitten mit einer Leichtigkeit in die Luft. Die Stiller der Nacht wurde nur durch das Schnaufen der Rentiere und den Rufen von Fritz durchbrochen. Sie drehten eine Rund über den kleinen Ort, um dann immer weiter und höher in den Wolken zu verschwinden. Klara und Sina saßen ganz eng umschlungen in einer warmen Decke gehüllt hinten im Schlitten. Mittlerer Weile hatten sich auch die beiden Zwergenkinder sich unter ihrer Decke weg getraut und grinsten Sina und Klara an.
„Na, heckt ihr schon wieder etwas aus?“ Fragte Klara sie.
„Nein, sagten sie verlegen und sahen dabei so aus, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten. „Ich habe euch ja noch gar nicht vorgestellt. Die Zwillinge sind meine Söhne Piff und Paff. Sie haben den ganzen Tag nur Blödsinn im Kopf.“

Fortsetzung folgt...


Copyright2013by Helga Pikulik


Eine Geschichte für Kinder Flip

                                                                        FLIP

Hallo, ich heiße Flip und komme vom Stern Santo“, stellte sich das kleine grüne Männchen vor und schaute Frieda freudestrahlend an. Frieda setzte sich erschrocken auf.
„Oh, habe ich dich geweckt?“ Das wollte ich nicht, aber dein Fenster war offen und da bin ich hier auf deiner Fensterbank Not gelandet. Auf der Wiese ist es zu gefährlich, da lauern zu viele Katzen und Hunde.“
Die kleine Frieda kletterte mutig aus ihrem Bett und dachte: „Wenn der schon Angst vor Katzen hat, kann er ja nicht so gefährlich sein, Katzen sind doch lieb und niedlich.“ 
„Ist das dein Raumschiff?“ neugierig betrachtete Frieda das komische Ding, welches da auf ihrer Fensterbank stand. „Warum bist du so grün?“ Fragte sie Flip.
„Weiß nicht, bei uns sind alle grün“, antwortete Flip. „Und wo wolltest du hin fliegen?“ fragte Frieda weiter.
„Ich wollte nur so spazieren fliegen. Ich habe mir das Raumschiff von meinem Bruder ausgeliehen, denn ich habe noch kein eigenes und habe auch erst ein paar Flugstunden hinter mir.“
„Also bist du ohne Führerschein und mit einem gestohlenen Raumschiff geflogen. Lass dich bloß nicht von unserem Nachbarn erwischen, der ist Polizist.“
„Ich wollte doch nur einige Runden drehen und ich habe es doch nicht gestohlen, sondern nur ausgeliehen,“ versuchte Flip sich zu rechtfertigen.
„Aber ohne Erlaubnis!“, beharrte Frieda auf ihre Feststellung.
„Ich bin von der Umlaufbahn abgekommen und auf einmal fing der Motor an, so komische Geräusche zu machen und da bin ich ganz schnell gelandet.
„Ausgerechnet auf meiner Fensterbank und hast mich geweckt. Es war so warm, deshalb habe ich das Fenster geöffnet und war froh, dass ich endlich schlafen konnte. Was machen wir jetzt mit dir.“ Frieda überlegte kurz.
„Du kannst in meinem Puppenbett schlafen. Lisa, meine Puppe, hat wohl nichts dagegen, wenn sie beim Teddy übernachtet.“
„Du bist lieb, nur mein Raumschiff muss in Sicherheit gebracht werden,“ sagte Flip.
„Das stelle ich in den Kleiderschrank, da ist noch Platz. Das ist aber schwer!“ Stellte Frieda fest und mühte sich ganz schön ab, das Raumschiff im Kleiderschrank zu verstauen. „Lisa, du musst heute bei Teddy schlafen.“ Frieda nahm ihre Puppe und legte sie zum Teddy und deckte sie warm zu. Dann schüttelte sie die Puppenkissen im Puppenbett aus und meinte zu Flip: „Hier kannst du schlafen.“
Flip hüpfte von der Fensterbank und kuschelte sich in die weichen Kissen. Frieda deckte ihn behutsam zu und legte sich dann in ihr Bett. 
„Gut Nacht Flip, schlafe schön. Das Fenster habe ich geschlossen, du brauchst also keine Angst vor Katzen haben.“
„Gute Nacht, Frieda! Und danke, dass ich hier schlafen darf, es ist ein wunderschönes Bett.“ Antwortete Flip.
Es dauerte nicht lange und beide waren eingeschlafen. Frieda träumte von kleinen grünen Männchen die in ihrem Zimmer Urlaub machten. Und Flip träumte von Katzen, die vor dem geschlossenen Fenster saßen und nicht rein konnten.

E N D E

Copyright2013by Helga Pikulik