Samstag, 28. Dezember 2013

Eine Weihnachtsgeschichte: Eine Überraschung

Eine Überraschung

„Simone, was ist denn passiert?“ fragte die Großmutter, als sie die Tür öffnete. Ihre kleine Enkeltochter flog ihr in die Arme und weinte. „Nun komm erst einmal herein“, sagte die Großmutter und zog Simone behutsam in die Wohnung. Sie wischte ihr die Tränen ab.
„Susi ist weg!“, schluchzte Simone, und das am Heilig Abend. Jetzt freue ich mich gar nicht mehr auf den Weihnachtsmann, nur wenn er mir meine Katze wieder bringt.“
„Mein Liebling, dein Kätzchen kommt bestimmt bald wieder. Katzen streunen gerne herum.“
Versuchte die Großmutter sie zu trösten.
„Das hat Mama auch gesagt, aber jetzt ist sie schon drei Tage verschwunden. Ich habe überall gesucht. Sie hat sicher großen Hunger antwortete Simone und dicke Krokodilstränen kullerten ihr über die Wangen.“
„Wenn Susi Hunger hat, fängt sie sich eine Maus“, Katzen verhungern nicht so schnell.
„Die arme Maus“, meinte Simone. Sie schien aber trotzdem etwas beruhigt zu sein.
„So, mein Liebling, jetzt mache ich dir erst einmal einen Kakao und dann bringe ich dich nach hause.
„Weiß deine Mutter, dass du bei mir bist?“, fragte die Großmutter.
„Nein“, entgegnete Simone, „ich war so traurig, und da bin ich einfach losgelaufen. Du weißt so oft einen Rat, deshalb dachte ich, du könntest mir helfen.“
„Du musst immer deiner Mutter Bescheid sagen, wenn du irgendwo hin gehst, sonst macht sie sich große Sorgen, genau so, wie du dich um dein Kätzchen sorgst“, erklärte die Großmutter ihrer Enkelin.
„Dann werde ich Mutti sofort anrufen!“ Simone sprang auf und griff zum Telefon.
„Ich komme sofort nach hause!“, hörte die Großmutter ihre Enkelin freudig sagen. „Oma! Susi ist wieder da! Ich gehe sofort nach hause, kommst du mit?“ Simone strahlte ihre Oma an.
„Ja sicher, Kleines, trink schnell deinen Kakao aus und dann gehen wir.“ Sie brauchten nur einige Straßen weiter gehen, denn sie wohnten nicht weit auseinander. Ungeduldig klingelte Simone an der Tür. Als die Mutter öffnete, rief ihre Tochter gleich: „Wo ist Susi?“, lief in die Wohnung und kam ganz enttäuscht wieder zur Tür. „Wo ist sie?“
„Im Keller“, sagte die Mutter, „Vati hat sie dort entdeckt, als er in dem Kellerraum etwas suchte.
„Aber da hatten wir doch auch gesucht!“, stellte Simone fest, während sie die Kellertreppe runter ging.
„Ja“, sagte ihre Mutter, „aber Susi hat sich ganz toll versteckt, hinten im alten Autoreifen.“
„Und da sitzt sie immernoch?“, fragte Simone, „will sie denn gar nicht wieder nach oben zu uns?“
„Doch, das will sie bestimmt, oben ist es ja viel wärmer. Susi hat zu Weihnachten eine Überraschung für dich“, sagte ihre Mutter.
„Susi für mich?“, fragte ihre Tochter ungläubig und schlängelte sich durch irgend welche Sachen, die im Keller abgestellt wurden. Und dann blieb sie überrascht stehen.
„Oma, schau mal!“, rief Simone, „Susi hat kleine Babys. Wie niedlich, drei Stück. Darf ich die alle behalten?“ Simone schaute ihre Mutter bittend an.
Die müssen sowie so erst noch bei der Mutter bleiben und dann sehen wir mal weiter. Vielleicht möchte Oma eine Katze haben, denn vier Katzen im Haus ist auf die Dauer etwas viel.
„Darüber muss ich nachdenken“, sagte die Großmutter.
„Dann bist du nicht mehr so alleine“, stellte ihre Enkelin fest, „und wenn du uns besuchst, bringst du das Kätzchen mit, dann kann es mit ihren Geschwistern spielen.“
„Warten wir erst einmal ab, bis die Babys größer sind", sagte ihre Mutter. "Jetzt hast du noch viel zu tun, du willst doch sicher ein schönes Bettchen für die Kätzchen und ihrer Mutter fertig machen. Und wir müssen jetzt auch nach oben, der Papa wartet sicher schon. Ich habe nämlich oben ein Glöckchen klingeln gehört. Wollen wir mal nachsehen, ob der Weihnachtsmann da war?“
„Oh, ja, ich freue mich, denn Susi ist wieder da!“ Sie gingen alle nach oben und der Vater öffnete die Tür zum Wohnzimmer. Ein großer geschmückter Baum zog alle Blicke auf sich. Darunter eine wunderschöne Krippe. Rund herum lagen mehrere Geschenke mit kleinen Namenskärtchen. Simone verteilte die Päckchen. Dann fing sie an, ihre Päckchen auszupacken. „Ein neues Katzenkörbchen, extra größer, da passen die Babys auch mit rein und eine neue Decke für Susi“, rief Simone. Woher wusste denn der Weihnachtsmann, dass wir jetzt ein größeres Körbchen gebrauchen,“ fragte sie ihren Vater.
„Der Weihnachtsmann weiß viel, doch er hatte bestimmt ziemliche Mühe, am Heiligen Abend noch ein passendes Körbchen in der Himmelswerkstatt zu finden. Aber er hat es noch geschafft.“
„Super, meinte Simone. Holen wir die Katzenkinder und Susi jetzt hoch? Dann können sie mit uns Weihnachten feiern und sie frieren nicht. Susi ist bestimmt hungrig.“ Sie gingen noch einmal in den Keller und holten die Tiere. „Das Susi wieder da ist und auch noch kleine Babys hat, ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, sagte Simone, als sie alle im Wohnzimmer saßen, samt der Katzen. „Du hast ja noch gar nicht alle ausgepackt“, meinte ihre Oma.
„Trotzdem!“, antwortete ihre Enkelin. Später saßen sie gemütlich zusammen und sangen Weihnachtslieder und ein herrlicher Duft nach Bratäpfeln erfüllte den Raum. Simone saß vor dem Katzenkörbchen und strahlte.

Ende


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