Party
Nun stell uns nicht so auf die Folter“, drängte mich Isabel
„Habt ihr das Mädchen gesehen, mit dem ich vorhin eine zeitlang
getanzt habe?“, fragte ich.
„Diese Tussi, die lief heute schon öfters in den Gängen herum.
Heiße Braut!“, meinte Erwin, „auf der Tanzfläche waren auch so Typen in schwarzen
Klamotten!“
„Ja, die sind mir auch aufgefallen, unsympathischem Kerle“, sagte
Otto.
„Von denen habe ich keinen eingeladen und ich kenne sie auch
nicht“, antwortete ich. „Ihr müsst mir einfach glauben, wenn
ich euch jetzt sage, dass es echte Vampire sind.“
„Tim, du hast wohl zu viel Bowle getrunken!“, sagte Erwin.
„Oder zu viele Vampirfilme gesehen!“, ergänzte Otto.
„Ich wusste, dass ihr mir nicht glaubt, ich würde es ja auch nicht
an eurer Stelle. Aber dieses Mädchen, Viola heißt sie, ist total
kalt, wie eine Tote, und dann diese weiße Haut. Viola konnte
blitzschnell verschwinden oder da sein. Ihr müsst mir glauben, wir
sind alle in großer Gefahr.“
„Also ich glaube was Tim sagt“, meldete sich plötzlich Robert zu
Wort, der sich sonst ziemlich aus allem heraus hielt, „diese Typen
sind keine Menschen. Ich habe sie beobachtet. Sie machen nach
Möglichkeit ihren Mund nicht auf, aber bei einem konnte ich die
langen Eckzähne sehen, als er seinem Kollegen etwas zuflüsterte.
Ich dachte, dass es ein Vampirgebiss ist, wie man es ja kaufen kann,
aber im nachhinein meine ich, dass es sehr echt aussah. Ich
interessiere mich schon jahrelang für Vampire und alles was dazu
gehört, und ich würde sagen, die sind echt, so unglaubwürdig es
klingt.“
„Ich glaube, euch ist die Luft unten in dem Gewölbe nicht
bekommen. So ein Quatsch! Vampire! Dann bin ich ein Wehrwolf!“,
alberte Erwin herum und tat so, als wollte er uns fressen.
„Ich werde es euch beweisen!“, sagte Robert.
„Wie denn, willst du eine Blutprobe nehmen?“, antwortete Erwin
und musste lachen.
„Seht das Kreuz dort an der Wand. Wollen wir wetten, dass diese
Typen verschwinden, wenn ich damit in ihre Nähe komme?“, fragte
Robert.
„Das würdest du dich trauen?“, staunte ich.
„Die erklären uns für verrückt!“, versicherte uns Otto
„Übrigens nur zur Information, Viola wohnt neben der Kapelle,
sagte sie mir. Ihr wisst auch, dass um der Kapelle nur der alte
Friedhof ist. Da ist weit und breit kein Haus“, teilte
ich meinen Mitschülern mit.
„Die hat dich auf den Arm genommen und hat sich im Stillen halb
schlapp gelacht“, lästerte Otto.
„Tim, nimm das Kreuz von der Wand. Ich muss mal leider einen Stuhl
demolieren,“ sagte Robert, nahm den Stuhl und brach ein Stuhlbein
ab. Ich hätte ihm solche Kraft nicht zugetraut.
„Isabel, hol mir bitte ein scharfes Messer aus der Küche“, sagte
er.
Robert spitzte das Holzbein an.
„Für alle Fälle“, meinte er und schob den Holzpflock hinter
seinen Gürtel. Seine Jacke verdeckte ihn. Er nahm das Kreuz und ging
runter. „Kommt mit!“, forderte er uns auf. Ich muss gestehen, mir
war echt mulmig im Bauch. Robert ging auf die Tanzfläche zu und
näherte sich den schwarz gekleideten Typen. Was hatte er vor?
Fortsetzung folgt...
Copyright2013by Helga Pikulik