3 Fortsetzung: Gehasster Liebling
Ich löste mich allmählich aus meiner Erstarrtheit und fasste mich an den Mund. "Was war das?" fragte ich mit unsicherer Stimme. "Du stehst unter Schock", meinte Eva Maria, "und wir brauchen sofort ein Desinfektionsmittel, da er dich geküsst hat, dieses Scheusal." Sie versuchte mich Richtung Apotheke zu zerren, die sich in der Nähe befand. "Meinst du?" Fragte ich, immer noch die Hand auf meinem Mund haltend. "Und ob, du bist Tomverseucht!" Lachte sie plötzlich auf und konnte sich nicht wieder einkriegen. Mir war gar nicht zum Lachen. Immer wieder spielte sich die Szene vor meinen Augen ab. Ich fühlte noch den Kuss auf meinen Lippen. Ein verdammt wunderschönes Gefühl, dafür dass ich Tom nicht ausstehen konnte. Ich schaute die Straße hinunter, Tom wurde immer kleiner, bis er um einer Ecke verschwand. Sechs Wochen ohne Tom, ich bekam ein ganz mulmiges Gefühl in meiner Magengegend. Was war mit mir los? War ich krank? "Eva Maria lass uns gehen, mir ist ganz schlecht, ich bin froh, wenn ich zu hause bin". "Wir wollen doch noch Eis essen gehen, komm schon, an dem Kuss wirst du nicht sterben. Nach den Ferien wirst du ihm eine Ohrfeige verpassen, denke daran oder noch besser, stell es dir schon mal vor, dann geht es dir bestimmt besser". "Okay, gehen wir Eis essen", antwortete ich und trottete neben ihr her. Meine Gedanken spielten Karneval: "Ohrfeige gegen Kuss. Wie viele Küsse ist eine Ohrfeige wert, oder wie viele Ohrfeigen gegen weitere Küsse. Oh mein Gott, drehe ich jetzt durch? Ich hasse Tom, ich hasse ihn, ich...". "Eva"! Rief ich plötzlich und blieb stehen. Eva Maria zuckte erschrocken zusammen, denn ich war die ganze Zeit stumm neben ihr hergelaufen. Sie hatte wohl mein Schweigen als Schocknachwirkung gedeutet und hatte irgendwann auch aufgehört zu quatschen.. Nun starrte sie mich erwartungsvoll an. "Was meinte Tom mit bis bald?" "Ach schieße ihn aus deinen Kopf, bis bald heißt für diesen Schwachkopf sechs Wochen." Wir hatten mittlerer Weile die Eisdiele erreicht und es gelang mir, mit Eva Maria über unseren bevorstehenden Urlaub zu sprechen, ohne immer an Tom zu denken.
Fortsetzung folgt...