Sina
"Darum
nehme ich sie oft mit, dann ist die Backstube wenigstens sicher vor
ihnen.“
„Ist
das wirklich so schlimm mit euch?“,fragte Klara die Zwergenkinder.
Diese schüttelten energisch den Kopf.
„Mama
sagt immer, dass wir ganz lieb sind!“
„Die
Mama verwöhnt euch ja auch total. Aber wir haben euch ganz doll
lieb, auch wenn ihr so viele Streiche ausheckt“, sagte Fritz.
Auf
einmal standen wir vor einem großen Tor. Fritz läutete an der
schweren Glocke.
„Wer
ist da?“, ertönte eine tiefe kräftige Stimme.
„Ich
bin es, Fritz! Und ich bringe Besuch mit.“ Knarrend ging das
schwere große Tor auf. „Hallo, Walter“, begrüßte Fritz den
großen, dicken Mann. „Ich habe die kleine Sina mitgebracht und
ihre große Schwester Klara.“
„Da
freue ich mich aber, dass ihr uns in der Backstube helfen wollt.
Jetzt in der Weihnachtzeit können wir jede Hand gebrauchen. Piff und
Paff, wie wäre es, wenn ihr unseren Besuch herumführt und ihnen
alles zeigt. Aber keine Dummheiten machen!“, drohte Walter mit dem
Finger und lachte.
„Wir
machen doch keine Dummheiten!“, beteuerten die beiden mit ernster
Miene.
„Kommt
mit“, forderten die Zwillinge die Mädchen auf. Sie gingen durch
zwei Gänge und hinter einer Tür, die mit Zuckerguss und allerlei
Naschereien geschmückt war, befand sich die Bäckerei. Hier war
heiteres Treiben. Überall standen Tische an denen Zwerge und Elfen
am kneten, formen, und verzieren waren. Gerade wurden große Bleche
mit Lebkuchen aus dem großen Backofen geholt. Es duftete herrlich
nach Leb- und Honigkuchen, Plätzchen und Zimtsterne.
„Möchtet
ihr mal kosten?“, fragte ein Zwerg die Mädchen.
„Na
klar!“, riefen die Zwillinge und schwups hatten sie jeder eine
Lebkuchenbrezel in der Hand. „Ihr seit immer die Schnellsten!“,
lachte der Zwerg und reichte den Mädchen den Lebkuchen.
„Danke“,
freuten sie sich, denn der Duft in der Bäckerei machte echt hungrig
auf die schönen Sachen.
„Bedient
euch ruhig überall, ihr dürft alles probieren, aber verderbt euch
den Margen nicht. Ich heiße übrigens Toni“, sagte der Zwerg,
„schaut euch weiter um, und wenn ihr Lust habt,
könnt
ihr mithelfen, wo es euch gefällt!“
„Wo
sind denn Piff und Paff geblieben?“, fragte Sina.
„Wer
weiß, was die wieder aushecken“, meinte Toni, „die müsste man
anbinden, um vor ihnen sicher zu sein. Aber wir haben sie alle ins
Herz geschlossen, sie sind einfach niedlich, diese Racker.“
Es war
unheimlich schön in der Bäckerei. Große und kleine geschmückte
Tannenbäume standen in den Ecken und von der Decke hingen glitzernde
Girlanden und Kugeln. Die Zwerge hatten verschiedene farbige Mützen
auf und sorgten somit für ein buntes Bild. An jedem Tisch wurde
gesungen oder jüngere Zwerge sagten Gedichte auf. In einer Ecke
saßen kleinere Zwergenkinder und hörten einer Zwergenoma gespannt
zu, die eine Weihnachtsgeschichte erzählte. Plötzlich hörten wir
von oben jemanden lautstark singen:“Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter.“
Wir
schauten nach oben und sahen in einer großen Tanne Piff und Paff
sitzen und singen. Dabei schaukelten sie hin und her. „Du grünst
nicht nur zur ….Hilfe!“ wir sahen den Baum langsam aber sicher
auf uns zukommen und sprangen schnell zur Seite. Piff und Paff fielen
samt Tannenbaum auf die Erde. Dabei streiften sie einen großen Topf
mit flüssiger Schokolade, die sich über Tisch und Bänke ergoss.
Mehltöpfe wirbelten durcheinander und überall flogen Plätzchen und
Lebkuchen herum, denn die Zweige der Tanne fegten im Fall manche
Tische leer. Piff und Paff hatten sich anscheinend nicht verletzt.
Sie saßen mit dem Hosenboden in warmer flüssiger Schokolade und
schleckerten sie mit den Fingern auf.
Toni
fehlten die Worte. Alle schauten entsetzt auf das Durcheinander. Sina
und Klara warteten auf das Donnerwetter, welches auf die Zwillinge
niederging. Doch nichts geschah.
Plötzlich
fingen einige an zu lachen, und dann lachten alle. Fritz war froh,
dass den Jungs nichts passiert war. Ein Trupp Zwerge machten sich an
die Arbeit, alles wieder aufzuräumen. Sina und Klara halfen so gut
es ging. Fritz sprang auf und raste zum großen Zuckerkessel und
konnte Paff gerade noch schnappen, sonst wäre das Zwergenkind in
den Kessel gefallen;
denn
es hatte sich auf einen Stuhl gestellt und sich über den Kessel
gebeugt, um von dem flüssigen Puderzucker zu naschen.
„Ihr
habt wirklich nur Blödsinn im Kopf!“, zur Strafe dürft ihr nicht
mitfahren, wenn ich die beiden Mädchen nach hause fahre.“
„Bitte
Papa!“, bettelten sie, „lass uns mitfahren, wir sind auch ganz
artig!“, versprachen sie. Kurz danach saßen die Mädchen im
Schlitten und es ging im riesen Tempo Richtung Heimat. Plötzlich
bewegte sich neben Sina die Decke und zwei kleine Gesichter kamen zum
Vorschein und grinsten sie schelmisch an. Als die Mädchen wieder zu
hause waren und Sina in ihrem Bett lag, träumte sie von der
Weihnachtsbäckerei.
Ende
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