Freitag, 20. Dezember 2013

Fortsetzung von Sina


Sina

"Darum nehme ich sie oft mit, dann ist die Backstube wenigstens sicher vor ihnen.“
„Ist das wirklich so schlimm mit euch?“,fragte Klara die Zwergenkinder. Diese schüttelten energisch den Kopf.
„Mama sagt immer, dass wir ganz lieb sind!“
„Die Mama verwöhnt euch ja auch total. Aber wir haben euch ganz doll lieb, auch wenn ihr so viele Streiche ausheckt“, sagte Fritz.
Auf einmal standen wir vor einem großen Tor. Fritz läutete an der schweren Glocke.
„Wer ist da?“, ertönte eine tiefe kräftige Stimme.
„Ich bin es, Fritz! Und ich bringe Besuch mit.“ Knarrend ging das schwere große Tor auf. „Hallo, Walter“, begrüßte Fritz den großen, dicken Mann. „Ich habe die kleine Sina mitgebracht und ihre große Schwester Klara.“
„Da freue ich mich aber, dass ihr uns in der Backstube helfen wollt. Jetzt in der Weihnachtzeit können wir jede Hand gebrauchen. Piff und Paff, wie wäre es, wenn ihr unseren Besuch herumführt und ihnen alles zeigt. Aber keine Dummheiten machen!“, drohte Walter mit dem Finger und lachte.
„Wir machen doch keine Dummheiten!“, beteuerten die beiden mit ernster Miene.
„Kommt mit“, forderten die Zwillinge die Mädchen auf. Sie gingen durch zwei Gänge und hinter einer Tür, die mit Zuckerguss und allerlei Naschereien geschmückt war, befand sich die Bäckerei. Hier war heiteres Treiben. Überall standen Tische an denen Zwerge und Elfen am kneten, formen, und verzieren waren. Gerade wurden große Bleche mit Lebkuchen aus dem großen Backofen geholt. Es duftete herrlich nach Leb- und Honigkuchen, Plätzchen und Zimtsterne.
„Möchtet ihr mal kosten?“, fragte ein Zwerg die Mädchen.
„Na klar!“, riefen die Zwillinge und schwups hatten sie jeder eine Lebkuchenbrezel in der Hand. „Ihr seit immer die Schnellsten!“, lachte der Zwerg und reichte den Mädchen den Lebkuchen.
„Danke“, freuten sie sich, denn der Duft in der Bäckerei machte echt hungrig auf die schönen Sachen.
„Bedient euch ruhig überall, ihr dürft alles probieren, aber verderbt euch den Margen nicht. Ich heiße übrigens Toni“, sagte der Zwerg, „schaut euch weiter um, und wenn ihr Lust habt,
könnt ihr mithelfen, wo es euch gefällt!“
„Wo sind denn Piff und Paff geblieben?“, fragte Sina.
„Wer weiß, was die wieder aushecken“, meinte Toni, „die müsste man anbinden, um vor ihnen sicher zu sein. Aber wir haben sie alle ins Herz geschlossen, sie sind einfach niedlich, diese Racker.“
Es war unheimlich schön in der Bäckerei. Große und kleine geschmückte Tannenbäume standen in den Ecken und von der Decke hingen glitzernde Girlanden und Kugeln. Die Zwerge hatten verschiedene farbige Mützen auf und sorgten somit für ein buntes Bild. An jedem Tisch wurde gesungen oder jüngere Zwerge sagten Gedichte auf. In einer Ecke saßen kleinere Zwergenkinder und hörten einer Zwergenoma gespannt zu, die eine Weihnachtsgeschichte erzählte. Plötzlich hörten wir von oben jemanden lautstark singen:“Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.“
Wir schauten nach oben und sahen in einer großen Tanne Piff und Paff sitzen und singen. Dabei schaukelten sie hin und her. „Du grünst nicht nur zur ….Hilfe!“ wir sahen den Baum langsam aber sicher auf uns zukommen und sprangen schnell zur Seite. Piff und Paff fielen samt Tannenbaum auf die Erde. Dabei streiften sie einen großen Topf mit flüssiger Schokolade, die sich über Tisch und Bänke ergoss. Mehltöpfe wirbelten durcheinander und überall flogen Plätzchen und Lebkuchen herum, denn die Zweige der Tanne fegten im Fall manche Tische leer. Piff und Paff hatten sich anscheinend nicht verletzt. Sie saßen mit dem Hosenboden in warmer flüssiger Schokolade und schleckerten sie mit den Fingern auf.
Toni fehlten die Worte. Alle schauten entsetzt auf das Durcheinander. Sina und Klara warteten auf das Donnerwetter, welches auf die Zwillinge niederging. Doch nichts geschah.
Plötzlich fingen einige an zu lachen, und dann lachten alle. Fritz war froh, dass den Jungs nichts passiert war. Ein Trupp Zwerge machten sich an die Arbeit, alles wieder aufzuräumen. Sina und Klara halfen so gut es ging. Fritz sprang auf und raste zum großen Zuckerkessel und konnte Paff gerade noch schnappen, sonst wäre das Zwergenkind in den Kessel gefallen;
denn es hatte sich auf einen Stuhl gestellt und sich über den Kessel gebeugt, um von dem flüssigen Puderzucker zu naschen.
„Ihr habt wirklich nur Blödsinn im Kopf!“, zur Strafe dürft ihr nicht mitfahren, wenn ich die beiden Mädchen nach hause fahre.“
„Bitte Papa!“, bettelten sie, „lass uns mitfahren, wir sind auch ganz artig!“, versprachen sie. Kurz danach saßen die Mädchen im Schlitten und es ging im riesen Tempo Richtung Heimat. Plötzlich bewegte sich neben Sina die Decke und zwei kleine Gesichter kamen zum Vorschein und grinsten sie schelmisch an. Als die Mädchen wieder zu hause waren und Sina in ihrem Bett lag, träumte sie von der Weihnachtsbäckerei.

Ende


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