Eine Geschichte für Kinder
Kleiner Schneehase
Es war heute kein schöner Tag. Der Wind fegte mit eisiger Kälte über die Schneefelder. Die Bäume knarrten unter der gefrorenen Schneelast. Aber es hatte wenigstens aufgehört zu schneien. Der kleine Schneehase kroch unter der Tanne hervor, wo er Schutz gesucht hatte. Er hatte gestern stundenlang seine Eltern gesucht, doch ohne Erfolg. Wie oft hatten ihn seine Eltern ermahnt: "Bleib in unserer Nähe, sonst verlierst du uns noch oder der Fuchs holt dich!" Aber er hatte mal wieder herum getollt. Es war so schön im Schnee. Immer weiter hatte er sich von seinen Eltern entfernt. Und dann wurde der Schneefall immer dichter und es fing an zu stürmen. Man konnte kaum etwas sehen und er hatte seine Eltern nicht wiedergefunden. Nachts hatte er sich frierend unter der Tanne versteckt. Nun hoppelte er durch den hohen Schnee und wusste eigentlich gar nicht wo hin. Und plötzlich stand er in einem dunklen Wald.
"Also, hier wohne ich bestimmt nicht", stellte er fest. Traurig setzte er sich vor einen Baum. Er hatte Hunger und fühlte sich so einsam, dass er anfing zu weinen. "Wie schön wäre es jetzt zu hause. Morgen ist doch Weihnachten. Da sitzt die Familie gemütlich zusammen. Die Wohnung ist geschmückt und es gibt viele köstliche Mahlzeiten und schöne Sachen zum Naschen", dachte er. "Hallo, kleiner Hase, warum weinst du denn?" Erschrocken schaute der Hase auf. Vor ihm stand der Fuchs.
"Nun hat mein letztes Stündlein geschlagen", dachte er. Immer wieder wurde er ermahnt: "Pass auf, dass du dem Fuchs nicht begegnest!"
"Du brauchst keine Angst haben", sagte der Fuchs und lächelte den Hasen an. "Ich tu dir nichts!"
"Der ist ja ganz nett", dachte der kleine Hase und wischte sich die Tränen weg. "Ich habe meine Eltern verloren", sagte das Häschen.
"Du Ärmster, und das zu Weihnachten. Du bist sicher sehr hungrig und durchgefroren. Komm mit mir nach hause, da ist es schön warm und wir feiern morgen Weihnachten", schlug der junge Fuchs vor.
"Das ist nett von dir, aber ich muss unbedingt meine Eltern suchen, die machen sich sicher Sorgen um mich, dann haben sie kein schönes Weihnachtsfest", erwiderte der kleine Schneehase und musste schon wieder weinen.
"Okay", sagte der Fuchs, "dann fragen wir meine Eltern, ob sie dir helfen können."
"Aber die werden mich fressen!", rief der Hase.
"Die fressen doch nicht meinen Freund", antwortete der Fuchs, "nun komm schon, sonst erfrierst du hier noch!"
"Mein lieber Sohn, bringst du uns einen Weihnachtsbraten mit?" Fragte Vater Fuchs, als sie bei dem Bau der Füchse ankamen.
"Ich habe dir ja gesagt, dass die mich fressen wollen," flüsterte der kleine Schneehase seinem neuen Freund zu.
"Angsthase"; antwortete dieser und zu seinem Vater sagte der jung Fuchs: "Das ist mein Freund und er hat seine Eltern verloren. Ihr dürft ihm nichts antun. Stellt euch vor, eins von euren Kindern wäre verloren und irrte alleine in der Kälte hungrig und einsam umher. Würdet ihr dann noch fröhlich Weihnachten feiern können?"
Mutter Fuchs schimpfte mit ihrem Mann: "Wie kannst du dem kleinen Hasen solche Angst einjagen und einen Weihnachtbraten haben wir schon! Unser Sohn hat recht. Die Eltern und der kleine Schneehase tun einem wirklich Leid und wir müssen ihnen unbedingt helfen."
"Ist schon gut Frau. Ich weiß wo die Schneehasen wohnen."
"Vater, du bist der Größte!" Freute sich der junge Fuchs und der kleine Schneehase schlug übermütig ein paar Purzelbäume.
"Wir Füchse sind gar nicht so böse wie man sagt", meinte der junge Fuchs und der Vater lächelte etwas heimtückisch. Die Füchse machten sich auf, den kleinen Schneehasen nach hause zu bringen.
"Kinder geht schnell in den Bau, da kommen mehrere Füchse. Sie sind sehr gefährlich"! Rief Mutter Schneehase und ruck zuck waren aller Kinder im Bau verschwunden."
"Frau Häsin, sie brauchen keine Angst habe! Wir bringen ihnen ihren kleinen Sohn wieder." Die Hasenmutter vergaß alle Vorsicht und lief ihrem Kind entgegen und schloss es in ihre Pfoten. "Mein kleiner Liebling, wir haben dich schon überall gesucht und hatten solche Angst um dich." "Mama, der junge Fuchs ist mein Freund und seine Eltern haben mich nach hause gebracht." "Wie kann ich ihnen nur danken", wandte sich die Hasenmutter an die Füchse.
"Morgen ist doch Weihnachten, und wir freuen uns, dass wir etwas Gutes tun konnten," antwortete die Fuchsmutter.
"Auf Wiedersehen und frohe Weihnachten!", riefen die Füchse und machten sich auf den Heimweg.
"Frohe Weihnacht", rief die Hasenfamilie, denn alle Schneehasen waren vor Neugier aus dem Bau gekommen und freuten sich riesig über die Rückkehr des kleinen Schneehasens.
"Gehe den Füchsen in Zukunft aus dem Weg, es ist nicht immer Weihnachten", sagte der Schneehasenvater und schloss seinen kleinen Sohn glücklich und mit Tränen in den Augen in seine Pfoten.
Ende
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