Oskar und Tina
Der
kleine Hund Oskar hatte sich bei der Frau gut eingelebt und er war
nicht mehr so scheu. Er ließ sich von einigen
Dorfbewohnern sogar streicheln und er war der
Liebling des Dorfes. In den Sommerferien kam Tina, die Enkelin der
Frau für zwei Wochen zu Besuch. Sie war
das erste Mal alleine mit dem Zug gekommen und ihre Großmutter holte
sie mit Oskar vom Bahnhof ab. Tina war schon sehr
gespannt auf den kleinen Hund, denn ihre Großmutter hatte ihr am
Telefon schon viel von ihm erzählt. Tina war genau so in Tieren
vernarrt wie ihre Großmutter. Sie hatte sogar ein eigenes Pony.
Außerdem besaß sie noch eine kleine junge Katze und mehrere
Zwergkaninchen. Sie konnte die Tiere aber nur halten, weil sie mit
ihren Eltern und Geschwistern einen größeren Bauernhof besaßen und
viel Platz für die Tiere hatten. Oskar beschnüffelte Tina und
begrüßte sie dann stürmisch. Tina gab ihm ein Leckerlie und
streichelte ihn.
„Ich
glaube du magst die Gerüche unserer Tiere zu hause. Ich habe mich
nämlich von allen verabschiedet“, sagte Tina. Oskar mochte Tina
gleich gerne leiden. Sie würden bestimmt gute Freunde werden.
Tina
machte sich am anderen Tag auf, um einzukaufen. Sie wollte auch noch
bei ihrer Freundin Henriette vorbei schauen, die sie im letzten
Urlaub hier im Dorf kennengelernt hatte. Seitdem schrieben sie sich
fleißig und telefonierten oft.
Sie
schellte an der Tür. Es dauerte etwas länger, bis jemand die Tür
öffnete. Tina befürchtete schon, Henriette nicht anzutreffen, doch
dann ging die Tür auf und Henriette blieb fast der Mund offen
stehen.
„Hallo,
Henny!“, sagte Tina und sie freute sich, dass ihre Überraschung
gelungen war.
„Tina!
Mein Gott, wo kommst du denn her? Du hast mir ja gar nicht
mitgeteilt, dass du kommst. Komm rein! Mensch, was freue ich mich.
Wie lange bleibst du?“, fragte Henriette. „Ich muss gleich wieder
weg, ich bin auf der Durchreise und wollte nur Hallo sagen“, foppte
Tina sie.
„Oh,
wie schade!“ meinte Henriette und ihre Stimme klang ganz traurig.
„Quatsch!
Ich bleibe zwei Wochen,“ sagte Tina und lachte.
„Man
Tina, du kannst das Ärgern nicht lassen, aber ich freue mich
riesig!“ Henriette umarmte sie.
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik