Sina
„Sina! Wach auf,
der Schlitten wartet auf dich. Dein Weihnachtswunsch war es, einmal
in der Weihnachtsbäckerei zu helfen.“
Sina rieb sich ihre
Augen. Sie hatte schon fest geschlafen. „Wer bist du?“ Fragt sie
erschrocken. „Ich heiße Fritz und bin einer der Zwerge aus der
Weihnachtsbäckerei. Ich möchte dich abholen. Komm, der Schlitten
mit den Rentieren wartet schon.“
„Ich darf mit
keinem Fremden mitgehen. Kann meine große Schwester nicht
mitfahren?“
„Ob sie Lust hat,
kann ich mir nicht vorstellen. Aber lass es auf einen Versuch
ankommen,“ meinte der Zwerg.
„Ich komme gleich
wieder,“ rief Sina, lief in das Zimmer ihrer Schwester und weckte
sie unsanft durch ein kräftiges Rütteln. „Klara! Wach auf, du
musst mich begleiten, wir fahren zur Weihnachtsbäckerei! Du weißt
doch, ich hatte es mir so gewünscht!“
„Sina, du hast
geträumt, leg dich schnell wieder hin und lass mich auch schlafen.“
„Aber der
Schlitten wartet schon und der Fritz wird gleich sicher ungeduldig.“
„Wer ist Fritz?
Und was für ein Schlitten?“ Klara fühlte Sinas Stirn. „Hast du
Fieber?“
„Nein, nun komm
schon!“ Sina versuchte Klara aus dem Bett zu ziehen.
„Hör schon auf zu
ziehen, ich stehe ja auf und bringe dich ins Bett.“ Klara folgte
Sina in ihr Zimmer.
„Hallo!“, rief
Fritz, „hast du doch Lust mitzufahren?“
„Hilfe! Was ist
das?“ Schrie Klara entsetzt auf.
„Mein Name ist
Fritz, ich bin ein Zwerg und komme aus der Weihnachtsbäckerei. Wir
erfüllen zu Weihnachten möglichst viele Kinderwünsche und Sina hat
sich einen Besuch in unserer Bäckerei gewünscht. Sie möchte aber
nicht alleine mitkommen, darum sollst du Sina begleiten.“
„Mein Gott, träume
ich? Das hier gibt es doch gar nicht wirklich!“ Klara war zum
Fenster geeilt und staunte über den großen Schlitten mit den
Rentieren davor. Zwei kleine Zwerge saßen im Schlitten und als sie
Klara entdeckten, winkten sie ihr freundlich zu. Eines der sechs
Rentiere schien sehr ungeduldig zu sein, es scharte immer wieder mit
den Hufen im Schnee.
„Nun, wollen wir
fahren?“, fragte Fritz.
„Ja, das lass ich
mir nicht entgehen, ich habe mir als Kind immer gewünscht mit einem
Rentierschlitten zu fahren, wenn ich mir Weihnachten die Bilderbücher
anschaute.“
„Holt eure warmen
Jacken, Mütze und Handschuhe nicht vergessen, und dann geht es los!“
Patsch, ein
Schneeball traf Klara am Arm und zack, noch einer flog dicht an ihrem
Gesicht vorbei. „Teufel noch mal! Fluchte sie.“ Und schon formte
einer der kleinen Zwerge einen neuen Schneeball.
„Unterstehe
dich!“, drohte sie ihm, „ich wälze dich im Schnee und stelle
dich als Schneemann auf.“ Verdutzt guckte er sie an. Er sah so süß
aus das sie laut lachen musste. Klatsch, hatte sie den Schneeball im
Gesicht. Klara tat so, als wollte sie die Zwerge fangen, da
kletterten sie quietschend und lachend auf den Schlitten und
versteckten sich unter einer Decke.
„Schluss mit dem
Unsinn!“, rief Fritz; „alles einsteigen!“
Fritz
tätschelte die Rentiere und gab ihnen ein Leckerli, dann schwang er
sich mit einer Gelenkigkeit, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte,
vorne auf den Schlitten, schwang die Peitsche durch die Luft und
rief: „Hoo, hoo!“ Und schon erhoben sich die Rentiere und der
Schlitten mit einer Leichtigkeit in die Luft. Die Stiller der Nacht
wurde nur durch das Schnaufen der Rentiere und den Rufen von Fritz
durchbrochen. Sie drehten eine Rund über den kleinen Ort, um dann
immer weiter und höher in den Wolken zu verschwinden. Klara und Sina
saßen ganz eng umschlungen in einer warmen Decke gehüllt hinten im
Schlitten. Mittlerer Weile hatten sich auch die beiden Zwergenkinder
sich unter ihrer Decke weg getraut und grinsten Sina und Klara an.
„Na,
heckt ihr schon wieder etwas aus?“ Fragte Klara sie.
„Nein,
sagten sie verlegen und sahen dabei so aus, als wenn sie kein
Wässerchen trüben könnten. „Ich habe euch ja noch gar nicht
vorgestellt. Die Zwillinge sind meine Söhne Piff und Paff. Sie haben
den ganzen Tag nur Blödsinn im Kopf.“
Fortsetzung
folgt...
