Donnerstag, 19. Dezember 2013

Eine Geschichte für Kinder: Sina

                                                                     

 Sina

„Sina! Wach auf, der Schlitten wartet auf dich. Dein Weihnachtswunsch war es, einmal in der Weihnachtsbäckerei zu helfen.“
Sina rieb sich ihre Augen. Sie hatte schon fest geschlafen. „Wer bist du?“ Fragt sie erschrocken. „Ich heiße Fritz und bin einer der Zwerge aus der Weihnachtsbäckerei. Ich möchte dich abholen. Komm, der Schlitten mit den Rentieren wartet schon.“
„Ich darf mit keinem Fremden mitgehen. Kann meine große Schwester nicht mitfahren?“
„Ob sie Lust hat, kann ich mir nicht vorstellen. Aber lass es auf einen Versuch ankommen,“ meinte der Zwerg.
„Ich komme gleich wieder,“ rief Sina, lief in das Zimmer ihrer Schwester und weckte sie unsanft durch ein kräftiges Rütteln. „Klara! Wach auf, du musst mich begleiten, wir fahren zur Weihnachtsbäckerei! Du weißt doch, ich hatte es mir so gewünscht!“
„Sina, du hast geträumt, leg dich schnell wieder hin und lass mich auch schlafen.“
„Aber der Schlitten wartet schon und der Fritz wird gleich sicher ungeduldig.“
„Wer ist Fritz? Und was für ein Schlitten?“ Klara fühlte Sinas Stirn. „Hast du Fieber?“
„Nein, nun komm schon!“ Sina versuchte Klara aus dem Bett zu ziehen.
„Hör schon auf zu ziehen, ich stehe ja auf und bringe dich ins Bett.“ Klara folgte Sina in ihr Zimmer.
„Hallo!“, rief Fritz, „hast du doch Lust mitzufahren?“
„Hilfe! Was ist das?“ Schrie Klara entsetzt auf.
„Mein Name ist Fritz, ich bin ein Zwerg und komme aus der Weihnachtsbäckerei. Wir erfüllen zu Weihnachten möglichst viele Kinderwünsche und Sina hat sich einen Besuch in unserer Bäckerei gewünscht. Sie möchte aber nicht alleine mitkommen, darum sollst du Sina begleiten.“
„Mein Gott, träume ich? Das hier gibt es doch gar nicht wirklich!“ Klara war zum Fenster geeilt und staunte über den großen Schlitten mit den Rentieren davor. Zwei kleine Zwerge saßen im Schlitten und als sie Klara entdeckten, winkten sie ihr freundlich zu. Eines der sechs Rentiere schien sehr ungeduldig zu sein, es scharte immer wieder mit den Hufen im Schnee.
„Nun, wollen wir fahren?“, fragte Fritz.
„Ja, das lass ich mir nicht entgehen, ich habe mir als Kind immer gewünscht mit einem Rentierschlitten zu fahren, wenn ich mir Weihnachten die Bilderbücher anschaute.“
„Holt eure warmen Jacken, Mütze und Handschuhe nicht vergessen, und dann geht es los!“
Patsch, ein Schneeball traf Klara am Arm und zack, noch einer flog dicht an ihrem Gesicht vorbei. „Teufel noch mal! Fluchte sie.“ Und schon formte einer der kleinen Zwerge einen neuen Schneeball.
„Unterstehe dich!“, drohte sie ihm, „ich wälze dich im Schnee und stelle dich als Schneemann auf.“ Verdutzt guckte er sie an. Er sah so süß aus das sie laut lachen musste. Klatsch, hatte sie den Schneeball im Gesicht. Klara tat so, als wollte sie die Zwerge fangen, da kletterten sie quietschend und lachend auf den Schlitten und versteckten sich unter einer Decke.
„Schluss mit dem Unsinn!“, rief Fritz; „alles einsteigen!“
Fritz tätschelte die Rentiere und gab ihnen ein Leckerli, dann schwang er sich mit einer Gelenkigkeit, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte, vorne auf den Schlitten, schwang die Peitsche durch die Luft und rief: „Hoo, hoo!“ Und schon erhoben sich die Rentiere und der Schlitten mit einer Leichtigkeit in die Luft. Die Stiller der Nacht wurde nur durch das Schnaufen der Rentiere und den Rufen von Fritz durchbrochen. Sie drehten eine Rund über den kleinen Ort, um dann immer weiter und höher in den Wolken zu verschwinden. Klara und Sina saßen ganz eng umschlungen in einer warmen Decke gehüllt hinten im Schlitten. Mittlerer Weile hatten sich auch die beiden Zwergenkinder sich unter ihrer Decke weg getraut und grinsten Sina und Klara an.
„Na, heckt ihr schon wieder etwas aus?“ Fragte Klara sie.
„Nein, sagten sie verlegen und sahen dabei so aus, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten. „Ich habe euch ja noch gar nicht vorgestellt. Die Zwillinge sind meine Söhne Piff und Paff. Sie haben den ganzen Tag nur Blödsinn im Kopf.“

Fortsetzung folgt...


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