Mittwoch, 11. Dezember 2013

Nebelgeister ein neuer Jugendroman




NEBELGEISTER



Ein Kreischen ließ mich hochfahren. Ich saß aufrecht in meinem Bett und lauschte in die Nacht hinein. Langsam öffnete sich meine knarrende Zimmertür. Ich erschauderte. Mein Körper war bis in die Fingerspitzen angespannt. Ich starrte zur Tür. Eine weiße Gestalt erschien im Türrahmen. Ich wollte schreien, doch meine Kehle war wie zugeschnürt.
"Hi, Tim! Kannst du auch nicht schlafen?", fragte die weiße Gestalt, welche sich als Isabel entpuppte.
"Man du spinnst wohl, mich so zu erschrecken. Kreischt hier mitten in der Nacht herum und fragst mich ob ich auch nicht schlafen kann. Wie soll ich bei dem Krach."
"Ich habe nicht gekreischt, ich dachte du brauchst Hilfe."
Isabel krabbelte in mein Bett und zog sich meine Bettdecke über den Kopf. Mir war auf einmal recht mulmig und ich zog es vor, ebenfalls unter die Bettdecke zu kriechen.
Wieder knarrte meine Zimmertür. Wir waren im Bett, wer war dann an meiner Tür? Und wer hatte so entsetzlich geschrien?
Isabel klammerte sich an meinen Arm, als wollte sie mir das Blut abbinden. Lange würde ich das nicht verkraften, traute mich aber nicht mich zu bewegen, geschweige denn etwas zu sagen.
Ich hörte wie die Tür ins Schloss flog. Dann - absolute Stille. Vorsichtig blinzelte ich unter meiner Bettdecke her.
"Siehst du jemanden?", flüsterte Isabel.
"Ja", flüsterte ich zurück, einen großen Geist mit feurigen Augen, der uns jeden Moment packt."
Isabel bibberte am ganzen Körper.
"Habe keine Angst, ich werde den Geist jetzt vernichten." Mit diesen Worten wollte ich aus dem Bett springen, aber Isabel hielt mich fest.
"Bist du lebensmüde!" fauchte sie mich an.
"Oh, habe ich dich geweckt, das wollte ich nicht, aber die Türen in diesem alten Haus müssten alle geölt werde, sie knarren furchtbar. Ich wollte nur die saubere Wäsche hier hin legen." Irmgard, die Haushälterin wollte gerade wieder gehen.
"Ich war sowie so noch nicht eingeschlafen, danke für die Wäsche", sagte ich. "Wissen sie, wer vorhin so geschrien hat?", fragte ich sie.
"Das war Lisa, sie wollte das Holz im Kamin anzünden, als eine dicke schwarze Spinne sie von einem Stück Holz anstarrte. Es war wirklich ein riesiges Tier, so etwas habe ich noch nie gesehen. Sie war pechschwarz und hatte leuchtende rote Augen."
Ich merkte wie Isabel unter der Bettdecke erschauderte. "Und wo ist die Spinne jetzt?" fragt ich.
"Futsch!"
"Matsch?"
"Nein, entkommen!", grinste Irmgard und verließ das Zimmer.
 Isabel schnappte nach Luft, während sie die Bettdecke zur Seite schleuderte. "Ich reise sofort ab!", rief sie aufgebracht.
"Leise! Was glaubst du was die denken, wenn die dich hier in meinem Bett finden. Und warum willst du abreisen? Und wohin?"
"Erstens, weil ich mich nicht weiter von dir auf den Arm nehmen lasse und zweitens mag ich keine Spinnen, erst recht nicht so komische wie Irmgard sie beschrieb. Und wohin? Weiß ich nicht!"
"Das war doch nur Spaß! Glaubst du etwa an Gespenster?", versuchte ich sie zu beruhigen.
"Das musst du gerade sagen, du hast dich ja selber verkrochen!", konterte sie.
„Was Irmgard erzählt ist doch übertrieben, die wollte mir doch nur Angst machen. Lisa fürchtet sich schon vor ganz winzigen Spinnen, dann nimmt sie sofort reiß aus", sagte ich.
"Na ja, solche großen Spinnen mit leuchtenden Augen gibt es auch gar nicht," versuchte Isabel sich selbst zu beruhigen. „Dann will ich mal wieder in mein Zimmer gehen“, meinte sie, blieb aber in meinem Bett sitzen.
„Hast du Angst rüber zu gehen?“, fragte ich.
„Ich habe doch keine Angst. Wir wissen ja jetzt wer geschrien hat“, meinte sie.
„Ja, und auch warum,“ antwortete ich, wegen einer kleinen Spinne.“
„Einer großen ungewöhnlichen Spinne“, verbesserte sie mich.
„Da du scheinbar mein Bett heute Nacht vorziehst, dann schlag vor, was wir mit der angefangenen Nacht machen!“, sagte ich.
„Deine Schokolade verspeisen,“ schlug Isabel vor.
„Dann sind morgen deine Weingummibonbons dran“, verhandelte ich.
„Okay, hol schon die Schokolade;“ drängelte sie.
„Bist wohl am Verhungern, das kommt davon, wenn man sein Abendbrot nicht ißt", stellte ich fest.


Fortsetzung folgt...


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