Samstag, 21. Dezember 2013

1. FORTSETZUNG DER GESCHICHTE: PARTY (Mit Isabel und Tim) )


                                            Party

„Das kann ja heiter werden, wenn Tante Vera echt zu hause bleibt. Die dreht uns glatt den Strom ab, wenn wir ihr zu laut sind.“ meinte Isabel.
„Oder sie schmeißt auch noch unsere Gäste raus“; antwortete ich. „Hier kann man echt laut sein, weit und breit kein Nachbar, das Ponyhotel liegt ja auch weiter weg. Das Problem ist und bleibt Tante Vera.“
„Lassen wir uns die Laune nicht verderben, man wird nur einmal vierzehn!“, entgegnete Isabel, „sieh mal, habe ich gebastelt. Die hänge ich im ganzen Haus auf.“
„Tolle Geister, von wem hast du denn die weißen Gardinen?“, fragte ich.
„Viktoria hat sie mir gegeben“, antwortete Isabel , „die findet es klasse, dass wir eine Party geben, dann wäre endlich in diesem trostlosen, alten Gemäuer etwas los. Ich habe mal in die Küche geblinzelt, Lisa hat schon ganz viele Platten fertig. Ich hätte am liebsten mir ein paar Käsespieße gemopst. Und die Bowle ist angesetzt. Ich freue mich schon auf unsere Gäste, wie verkleidet die wohl kommen. Hast du dein Kostüm fertig?“
„Lass dich überraschen!“, erwiderte ich. „Du, wir haben unseren Eltern nichts erzählt von den ganzen Ereignissen der letzten Nacht.“
„Ist doch gut“, meinte meine Schwester, dann brauchen sie sich auch keine Sorgen um uns machen, wir haben gesagt, dass alles in Ordnung ist und das es uns gut geht. Da waren sie sehr zufrieden. Wir haben nicht geflunkert, denn es geht uns doch super. Sie haben ja nicht gefragt, wie es uns letzte Nacht ging.“ Isabel grinste mich an: „Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben!“
„Habe ich gar nicht! Es geht um Tante Vera, sie sagte doch, dass sie unsere Eltern anrufen will, um sich über uns zu beschweren“, antwortete ich.
„Ach, glaube das doch nicht, die ist doch mit sich und ihrem toten Jochen beschäftigt!“
„Okay, dann stelle ich jetzt die Getränke hin und die Gläser und Teller. Lisa kann ja auch nicht alles
machen. Kommst du mit dem Schmücken alleine klar?“, fragte ich.
„Mach nur, das schaffe ich schon, aber vergiss nicht die Knabbereien hinzustellen!“, rief Isabel mir von einer Leiter aus zu.
„Und falle du nicht runter!“, rief ich zurück. Sie wackelte extra mit der Leiter, als ich aus der Tür ging, aber ich hatte mich ganz schön erschrocken. Isabel lachte. So war sie nun mal, immer zu Späßen aufgelegt. Ich hörte sie auf der Leiter singen, irgend etwas selbst erfundenes von Nebelgeistern, Knochengerüsten und Wasserleichen in tiefen Gewölben. Ich glaube, die letzte Nacht steckte ihr noch ganz schön in den Knochen.

Fortsetzung folgt...

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