Mittwoch, 4. Dezember 2013







4 Fortsetzung: Gehasster Liebling

Drei Tage später war es so weit. Unser Auto platzte fast aus allen Nähten, so viel Gepäck hatten wir mit. Mein Vater konnte es kaum fassen, wieviel Klamotten Frauen mitnehmen. Endlich war alles verstaut. Hase Hansi stand mit seinem kleinen Stall neben unseren Füßen und Petti, unser kleiner Mischlinghund lag auf meinem Schoß. Er tat so, als ginge ihm alles nichts an. Ich glaube,er war froh mitfahren zu dürfen und hatte sich wohl vorgenommen, sich vorerst nicht zu mucken. Als wir die Koffer packten, lief er wie ein aufgeregtes Huhn durch die Wohnung und hatte es sich schließlich in einem der offenen Koffer auf meinen Hosen gemütlich gemacht. Petti war ein total verrückter Hund. Welche Rassen in ihm steckten, konnte man nur vermuten. Wir hatten ihn vor einem Jahr bekommen, weil die Hündin meiner Tante Junge bekommen hatte und wir den kleinen Petti so süß fanden. Er hat uns inzwischen alle um den Finger, besser gesagt, um die Pfote gewickelt. Ich glaube er meint, er wäre der Herr im Haus. Also war es selbstverständlich, dass er mitfuhr, und dann natürlich Hansi auch. Die beiden verstanden sich ausgezeichnet und waren fast unzertrennlich. Und weil Eva Maria keinen Aufpasser für ihre Ratte Mico hatte, da ihr Kindermädchen kurz entschlossen mit ihrem Briefträger zur Nordsee gefahren war, kam Mico natürlich auch mit. Dem machte es offensichtlich Spaß, während der Fahrt auf uns herum zu krabbeln. Wir fuhren in diesem Jahr nicht weit in den Urlaub. Mein Vater ist Handelsvertreter und hatte auf eine seiner Fahrten einen Bauernhof entdeckt, welcher Ferienwohnungen anbot und und auf dem Tiere mitbringen erlaubt war. Da wir alle eine Schwäche für Tiere hatten, waren wir alle mit den Ferien auf dem Bauernhof einverstanden. Also dieses Mal nichts mit in der Sonne schmoren in Italien oder Spanien. Nach etwa drei Stunden Fahrt in einem total vollgepackten Auto hatten wir endlich unser Ziel erreicht. Ach fast hätte ich es vergessen, außer den Tieren fuhren natürlich unsere Zwillinge Nina und Tim und meine kleine Schwester Jenny und meine Eltern, Eva Maria und meine Wenigkeit mit. Und zur Freude Evas hatte sich mein großer Bruder Daniel noch kurz entschlossen mitzufahren. Unser Auto glich schon eher einem Kleinbus, falls ihr euch fragt, wo wir alle gesessen haben. Daniel hatte mal wieder Liebeskummer, denn sein bester Freund hatte ihm die Freundin ausgespannt, sonst hätte er sich garantiert nicht dazu herabgelassen mit uns in die Ferien zu fahren. Er kam sich mit seinen siebzehn Jahren schon sehr klug und erwachsen vor, dabei war er noch ein richtiger Kinnskopf. Ich glaube, Jungen werden nie richtig erwachsen, das sieht man ja an Tom. Wieso dachte ich jetzt an diesen Schwachkopf. Und wieder hatte ich dieses komische Gefühl im Bauch. Spürte seinen Kuss noch auf meinen Lippen.  

Fortsetzung folgt...