Montag, 23. Dezember 2013

2. Fortsetzung der Geschichte: Party ( mit Isabel und Tim)

                                           

                                                   PARTY

„Lisa, du hast das super gemacht, du solltest Köchin werden“, lobte ich Lisa, unser Mädchen für alles.
„Frau Viktoria hat mich auch gelobt“, antwortete Lisa, „Ich darf demnächst beim Kochen mithelfen“, freute sie sich.
„Zieh dich schnell um, die Party fängt gleich an, und wir haben ja vereinbart, dass du auch mitmachst“, sagte Isabel, und zu mir gewandt meinte sie: „wir gehen jetzt auch auf unsere Zimmer und ziehen unser Kostüm an, sonst sind wir gleich nicht fertig.“
„Okay, Viktoria lässt die Gäste herein, falls wir noch nicht unten sind. Wollen wir Tante Vera auch verkleiden?“, fragte ich und stellte sie mir in einem Geisterkostüm vor. Isabel musste lachen.
Wir waren gerade fertig verkleidet, als auch schon die ersten Gäste kamen.
„Super siehst du aus!“, rief ich staunend. Isabel hatte ein rotes, glitzerndes Top mit einem selbst genähten schwarzen Tüllrock und schwarze Netzstrümpfe mit schwarzen Lackstiefeln an. Ihr
Haar hatte sie wuschelig um ihren Kopf stehen. Ich tippe mal auf eine Dose Haarspray. Ihren Mund hatte sie knall rot geschminkt und über das Kinn ein kleines Blutrinnsal gemalt. Die Augenpartie war schwarz und etwas blutunterlaufen angemalt. Isabel sah zum Fürchten aus, wenn sie ihren Mund öffnete, und ihre Vampirzähne zum Vorschein kamen.
„Liegt es daran, dass wir Zwillinge sind oder war es purer Zufall, dass du fast genau so aussiehst wie ich, bis auf die Kleidung. Das schwarze Hemd und die schwarze Hose sitzen super. Wo hast du den schwarzen Umhang her? Der hätte mir noch gefehlt.“
„Ich habe oben noch einen, liegt auf meinen Tisch. Kannst du dir holen. Viktoria hatte einen Stoffballen mit schwarzem Samt. Ich habe gleich für zwei Umhänge Stoff abgeschnitten, auf Vorrat.“
„Klasse, bin gleich wieder da, Bruder Vampir.“
„Hallo, toll dass ihr da seid, super seht ihr aus, da bekommt man richtig Angst“, empfing ich meine Schulfreunde.
„Du siehst auch nicht schlecht aus“, meinte Harry, der als Tod verkleidet war, und drückte mir einen Korb voller Süßigkeiten und zwei CDs in den Arm. „Von uns allen, für euch Zwei und herzliche Glückwünsche.“
„Danke, Isabel wird sich sehr freuen, sie ist eine richtige Naschkatze, vor ihr ist nichts sicher“, sagte ich.
„Dann vebuddel deinen Anteil schnell, sonst bist du ihn los“, witzelte Lydia. Sie sah aus wie die weiße Frau. Ein langes weißes Kleid, weiße Handschuhe und Stiefeletten. Ihr Gesicht war schneeweiß gepudert und ihre grünen Augen strahlten mich an: „Ist was?“ , hörte ich sie sagen, und ich riss meinen Blick los von ihrem wunderschönen, knallrot gefärbten Lippen.
„Nein, ich habe nur dein tolles Kostüm bewundert, eine prima Idee“, antwortete ich und fragte mich warum ich so ins Stottern kam. „Kommt alle mit ins Wohnzimmer!“
„Ja, kommt alle her, die Party kann beginnen!“, rief Isabel, die in der Wohnzimmertür stand und uns zuwinkte.
„Man, super Braut!“, meinte Otto, denn er hatte gleich vom ersten Tag an in der neuen Schule, ein Auge auf Isabel geworfen.
Alle möglichen Gestalten schüttelten uns die Hände, umarmten und küssten uns. Wie ich das hasste.
„Ich freue mich auf die Party, ich war schon lange nicht mehr tanzen. Danke!“, sagte Lydia und gab mir einen richtigen Kuss auf die Wange und umarmte mich. „Wau!“, dachte ich. Warum wollte ich, dass diese Umarmung nicht aufhörte? Ich mag so etwas doch eigentlich nicht.
„Hallo, Isabel!“, rief Lydia plötzlich, als meine Schwester an mir vorbei huschte. Und aus war der Traum vom Glück. Lydia folgte Isabel und sie hatten viel zu reden. Ich beobachtete sie aus einer sicheren Ecke, als es etwas ruhiger um uns geworden war und sich alle auf das Buffet gestürzt hatten. „Die Schlacht am kalten Buffet..“ von Reinhard May ertönte im Hintergrund.
Lydia, ein schöner Name. Sie hatte hellblonde Haare. Natur! Glaube ich. In dem weißen Kleid sah sie aus wie ein Engel aus meinem Bilderbuch, als ich noch klein war.
„Na, Alter?“ Otto schlug mir auf die Schulter. „Genießt du die Ruhe vor dem großen Sturm? Hast du dir schon eine Tanzpartnerin aus geguckt? Übrigens, deine Schwester ist zuckersüß.Was meinst du, habe ich Chancen bei ihr?“
„Warum nicht, bist doch ein toller Typ, versuchen kannst du es ja.“ Riet ich ihm, doch ich wettete mit mir selber zu neunundneunzig Prozent, dass sie ihn abblitzen ließ.
„Danke, machst einem echt Mut, bist ein echter Freund! Ich werde sie gleich zum Tanz auffordern.“ Mit dem verschwand er in Richtung Isabel und ließ mich mit einem etwas schlechten Gewissen zurück. Das Tanzen begann und die Tanzfläche füllte sich, und ich macht mich auf zum Buffet und packte mir ein paar Leckereien auf meinen Teller. Otto zwinkerte mir zu, als er an mir vorbei tanzte, Isabel in seinen Armen. „Totale Geschmacksverirrung, das hatte ich Isabel nicht zugetraut. Ausgerechnet Otto“, dachte ich, als sie auch den dritten Tanz noch bei ihm war. Ich probierte ein Glas Bowle, „O, lecker!“, dachte ich, „da hat doch irgendjemand Sekt zugegossen!“, stellte ich fest und goss mir gleich noch ein zweites ein. Wenn das Tante Vera wüßte. Wir hatten ihre versprochen, dass es kein Alkohol gibt. Sie würde uns achtkantig rausschmeißen. Ich schaute zu wie Lydia mit Robert tanzte. Sie waren schon ein Jahr befreundet. Ich hatte auf einmal keine Lust mehr auf Party und wäre am liebsten allein in meinem Zimmer.
„Toll hier!“, sprach mich plötzlich jemand von der Seite an. „Super Idee mit der Verkleidung. Keiner erkennt mich“, lachte die Person, griff zum Ketchup und trank die Flasche leer. „Lecker!“, meinte sie und wischte sich den Mund mit ihrem Ärmel ab. „Hast du noch mehr davon?“,fragte sie.
„Ich weiß nicht, vielleicht in der Küche“, stammelte ich. „Bist du auch in meiner Klasse?“, fragte ich sie. „Nein, mein Junge. Ich gehe mal in eure Küche.“ Ich wurde von Tanzenden angerempelt. „Los, nun tanze doch auch mal endlich!“; riefen sie. Ich schaute wieder zur Seite, aber die Person war weg. Ich hatte sie nicht kommen hören, und blitzschnell war sie schon wieder weg. „Ich sehe doch noch keine Gespenster, so viel Alkohol ist in der Bowle nicht. Und dieses Mädchen in der Vampirverkleidung hat ja auch mit mir gesprochen“, sagte ich zu mir und ging in Richtung Küche.
Auf dem Tisch stand eine leere Flasche Tomatenketchup. „Suchst du mich?“, erschrocken drehte ich mich um. Da war sie wieder. Plötzlich wie aus dem Nichts. Ich könnte schwören , dass in der Küche niemand war, als ich rein kam, oder die leere Flasche hat mich abgelenkt, so das ich sie nicht gesehen habe. So war es wohl. „Wie heißt du?“, fragte ich sie. „Viola, antwortete sie und lächelte mich an. „Du gefällst mir in deinem Kostüm“, meinte sie. „Und wo wohnst du?“, fragte ich weiter, denn ich hatte sie noch nie gesehen, auch auf unserem Schulhof nicht.
„Neben der Kapelle!“, entgegnete sie. Irgendwie nahm sie mich auf den Arm; denn neben der Kapelle war nur ein großer alter Friedhof und sonst nichts. Selbst die Toten wurden schon lange nicht mehr dort begraben.
„Hast wohl ein Grab gemietet“, versuchte ich zu scherzen.
„Schlaues Kerlchen! Kannst mich ja mal besuchen!“ hörte ich sie sagen, während zur gleichen Zeit mehrere in die Küche stürmten und mich einhakten
. „Komm mit, du kleiner Drückeberger.“
„Aber!“, sie ließen mich nicht ausreden und zerrten mich mit. Ich schaute noch schnell zurück, aber niemand war mehr in der Küche.
„Ich zweifelte an meinem Verstand. Ob die Geschehnisse der letzten Nacht bei mir Spuren hinterlassen hatten?“, dachte ich.
Isabel zog mich auf die Tanzfläche. „Was ist denn mit dir los? Vor der Party warst du doch noch ganz happy und jetzt bist du der größte Sauerkloß!“, regte sie sich auf.
„Isabel, glaubst du an Vampire? Ich meine echte, wie sie in den alten Büchern in der Bibliothek oben stehen!“
„Tim, färbt dein Kostüm ab? Oder hast du zu viel von der Bowle getrunken? Übrigens hat Erwin schon wieder eine Flasche Sekt in die Bowle gekippt. Pass also auf, wenn du davon trinkst.“
„Hallo, Tim, da bist du ja, ich habe dich schon gesucht.“ Lydia schaute mich lächelnd an. „Ich möchte doch wenigstens einmal mit dem Geburtstagskind tanzen“; sagte sie und tauschte mit Isabel die Tanzpartner.
„Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?“, fragte Lydia.
„Ich hatte irgendwie keine Lust zum Tanzen, und dann kam dieses Mädchen im Vampirkostümen. .
„Und wo ist das Mädchen jetzt?“, wollte Lydia wissen.
„Sie ist so schnell verschwunden, wie sie auch gekommen war. Ihr müsst sie doch gesehen haben?“
Ich schaute sie erwartungsvoll an.
„Die einzige im Vampirkostümen ist deine Schwester. Eine andere habe ich nicht gesehen“, erklärte Lydia
„Ist ja auch egal“, sagte ich. Anstatt es zu genießen, mit Lydia zu tanzen, dachte ich über diese Unbekannte nach.
„Und jetzt eine Schmusemusik!“, kündete Max an, der sich gleich als er kam, um die Musik gekümmert hatte.
„Eine gelungene Party“, meinte Lydia und schlang ihre Arme um meinen Hals und zog mich näher an sich.Ich wünschte, dass dieser Tanz nie vorüber gehen würde. Es folgte noch ein langsamer Tanz, bis es dann mit sehr wüster Musik weiter ging.
„Kommst du mit?“, fragte Lydia, „ich habe schon wieder Hunger.“
„Klar, ich könnte mich kreuz und quer durchessen, unsere Lisa hat das Buffet super gemacht“, entgegnete ich und ging mit Lydia zum Tisch. Wir luden uns den Teller voll.
„Schade, Tomatenketchup ist schon alle;“ meinte Lydia.
„Den hat diese Unbekannte ausgetrunken, den aus der Küche auch“, antwortete ich wie selbstverständlich.
„So pur?“, fragte Lydia, „ die muss ja wohl einen an der Waffel haben!“, stellte sie fest.“
„Du glaubst mir also, dass dieses Mädchen da war?“, fragte ich sie erstaunt.


Fortsetzung folgt...

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