Mittwoch, 26. Februar 2014

18. Fortsetzung: Gehasster Liebling


                          Gehasster Liebling

„Lass mich doch wenigstens mit dir gehen. Meinen Eltern fällt es sowie so nicht auf, ob ich zu hause bin oder nicht, und unser Kindermädchen ist ja mit dem Briefträger beschäftigt“, bettelte Eva Maria. Fast wäre ich schwach geworden, denn Eva Maria war wie eine Schwester für mich.
„Gehe bitte nicht mit, ich werde dich vermissen!“, meldete sich plötzlich Daniel zu Wort.
„Ich glaube dein Traum wird gerade wahr“, flüsterte ich meiner Freundin zu.
"Passt gut auf euch auf, bis bald ihr Lieben." Ich sagte einen Spruch, und schon war ich verschwunden. Ich glaubte ein paar Tränen in Toms Augen gesehen zu haben. Er liebt mich also wirklich, und nicht Eva Maria, wie ich mir eingebildet hatte. Ich tauchte im Schlangenland dort wieder auf, wo ich mich aus dem Staub gemacht hatte. Es war natürlich niemand mehr da, außer ein riesiger Vogel oder so etwas ähnliches. Das Tier hatte wenigstens Flügel. Mit drei langen Hälsen und den drei Köpfen machte es einen unheimlichen Eindruck. Doch das Wesen konnte Lächeln und es kam auf mich zu. Und es konnte sprechen. Es beherrschte die Schlangensprache.
„Bist du doch zurück gekommen?“, fragte es. „Ich habe es gleich gesagt. Die anderen wollten es mir nicht glauben. Sie sind traurig ins Tal zurück gekehrt."
„Und du hast auf mich gewartet?“, staunte ich, „ist ja toll! Wer oder was bist du?“
„Ich bin ein weißer Adler!“, antwortete er mir.
„Du bist doch kein Adler!“, ich musste lachen.
„Wir wollen aber gerne Adler sein!“, erwiderte er. Vor sehr langer Zeit, brachte jemand aus der Menschenwelt einen Adler mit. Wir fanden diesen Vogel so toll, dass wir uns seit dem Weiße Adler nennen. Der richtige Adler hatte nichts dagegen. Er wurde ein guter Freund von uns und von uns verehrt!“
„Aber in Wirklichkeit seit ihr die Sonnenvögel, nicht wahr?“, stellte ich fest.
„Spielverderber!“, meinte der Vogel.
„Kann ich nichts für, das Wissen habe ich geerbt, es dauert im Moment noch etwas länger, bis es mir einfällt, was ich wissen will, aber jetzt weiß ich alles über euch Vögel. Zum Beispiel, dass ihr ganz liebenswerte, schöne und intelligente Tiere seid.“
„Oh, welch ein Kompliment, das geht ja runter wie Öl“, sagte der Vogel stolz, und fing an sein Gefieder zu putzen.
„Du bist schön genug, sage mir lieber, ob du mich ins Tal bringst?“, fragte ich.
„Klar, darum harrte ich ja hier aus, bis du kamst! Oder willst du dich lieber hinzaubern?“, antwortete der Vogel.
„Nein, so angenehm ist das auch nicht, man wird ganz schön durchgerüttelt. Davon habe ich erstmal die Nase voll“, erwiderte ich.
„Gut, dann steig auf und halte dich an meinem Gefieder gut fest.“ Der Vogel ging in die Knie so dass ich aufsteigen konnte.
„Du hast aber ein schönes weiches Gefieder, hätte ich nicht gedacht“, stellte ich fest. „Es kann los gehen!“
„Hoffentlich bist du schwindelfrei!“, meinte der Vogel und erhob sich mit einer Leichtigkeit, die ich ihm nicht zugetraut hatte, mit seinen riesigen Schwingen in die Lüfte.
„Fantastisch!“, rief ich. „Was ist das eine tolle Landschaft.“
Das Tal war umgeben von zerklüfteten steilen  Bergen. Ein kleiner Fluss schlängelte sich durch grüne Ebenen und hügelige Landschaften, um dann in einen See einzutauchen, der mit seiner blaugrünen Farbe an der Schönheit des Tales einen großen Beitrag leistete. Immerwieder erstreckten sich blühende Felder und wunderschöne Wälder mit herrlichen Baumkronen am Rande des Tales bis zur Hälfte der Berge empor. Unzählige Höhleneingänge waren zu erkennen und mir fiel ein, dass Naro erzählte, dass die Schlangenmenschen in den Wäldern und in Höhlen wohnten. Plötzlich flog der Vogel auf einen Felsvorsprung zu und landete dort. Was wollen wir hier?“, fragte ich erstaunt.
„Ich wollte dir meine Familie vorstellen!“, antwortete er. Ich war paff, aber dem Vogel schien es wichtig zu sein und ich hielt mich mit meinem Kommentar lieber zurück.
„In einer Wölbung im Berg befand sich ein riesiges Nest. Dort saßen vier junge Vögel, die jeweils ihre Köpfe neugierig hervorstreckten und mich mit ihren Kulleraugen anschauten. Sofort landete neben uns ein Vogel, welcher noch größer war, als der auf dem ich saß. Sein Gefieder schimmerte in leuchtenden bunten Farben und sein Kopf zierte eine buschige weiße Feder. Er hatte nur einen Kopf.
„Das ist meine Frau, sie ist eigentlich dein Vogel, aber da sie gerade Junge zu versorgen hat, bin ich eingesprungen. Der Bunte Vogel begrüßte mich, indem er seinen Kopf ehrfürchtig herunterbeugte. Und einige Töne von sich gab, die fast wie Musik klangen.
„Kann er auch sprechen?“, fragte ich.
„Nein, nur die männlichen Vögel besitzen diese Gabe. Aber sie verstehen die Sprache der Schlangenmenschen“, entgegnete der weiße Vogel.
„Und warum hat deine Frau nur einen Kopf?“, wollte ich wissen.
„Ich habe das Gefühl, als wenn du doch nicht alles von uns weißt“, lachte der Vogel.
„Zum Beispiel, dass du Lachen kannst“, stellte ich fest.
„Die weiblichen Vögel transportieren die Schlangenmenschen. Dafür ist ein Kopf besser. Wir männlichen Vögel sind Kämpfer, wenn es zum Krieg kommt. So haben sich im Laufe der Jahrhunderten die drei Köpfe entwickelt. Es gibt neben uns noch größere Vögel, teilweise mit fünf Köpfen. Sie sehen sehr gefährlich aus, das sind sie
auch, aber euch Schlangenmenschen gegenüber sind sie wie Schmusekatzen. Diese großen Vögel werden nur von den erfahrensten Kriegern geflogen. Übrigens hast du außer meiner Frau auch so einen Vogel, der dir unterstellt ist. Es ist wohl das schönste Tier von der Sorte, welches wir haben. Du wirst begeistert sein. Ich bin auch einer deiner persönlichen Kampfvögel.“
„Deine Kinder sind hübsch, aber alles Jungen!“, sagte ich.
„Meine Frau hätte gerne ein Mädchen gehabt, aber die werden selten geboren. Vielleicht das nächste Mal. Jetzt müssen wir aber weiter fliegen!“, entgegnete der Vogel.
„Ja, würde ich auch sagen, aber es war schön, deine Familie kennen gelernt zu haben. Hast du eigentlich einen Namen?“, fragte ich.
„Nein, unser Besitzer gibt uns einen“, antwortete der Vogel.
„Dann nenne ich dich Kiri, gefällt dir der Name?“
„Ja, finde ich schön“, meinte er.
„Dann fliege mich jetzt bitte direkt ins Tal. Ich möchte Larox oder Naro treffen!“


Fortsetzung folgt...




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Dienstag, 25. Februar 2014

17.Fortsetzung: Gehasster Liebling



                                Gehasster Liebling

„Mein Name ist Larox, Naro ist mein Sohn“, stellte sich der Mann vor, der uns am Höhlenausgang empfangen hatte.
„Mein Vater ist zur Zeit der stellvertretende Herrscher über unser Volk“, sagte Naro.
„Warum stellvertretender?“, fragte ich.
„Unser Herrscher ist sehr alt und krank. Er wird nicht mehr lange leben. Er weiß, dass du kommst und er ist beruhigt, seine Verantwortung für sein Volk in würdevolle Hände zu legen“, sagte Larox.
„Ich gehe davon aus, dass das Volk von ihnen genau so gut geführt wird, dafür brauchen sie mich nicht“, antwortete Manuela, „außerdem wollen wir wieder sofort in unsere Ferienwohnung zurück!“
„Sei Vernünftig, du bist ein Schlangenmensch und du gehörst in unsere Welt.!“
„Nein ich bin ein Mensch! Meine Eltern sind Menschen und meine Geschwister auch. Darum will ich jetzt zurück! Dieser ganze Schlangenquatsch und Zauber geht mir auf den Keks! Meine Freunde möchten auch nach hause. Was haben die mit euch eigentlich zu tun? Nichts! Kapiert?“
„Ich kann dich nicht zwingen hier zu bleiben, ich appelliere aber an deinen Verstand und an die Liebe zu deinem Volk. Du hast die Magie geerbt von dem größten aller Magier. Du darfst sie nicht so verschleudern. Nur du kannst mit den anderen Völkern, den Lux, den Hexen und Hexern und den anderen den schwarzen Magier besiegen. Er benutzt die Bigs für seine Bosheiten. Sie sind ihm total gehorsam und haben den Lux den Krieg erklärt. Wenn wir tatenlos zusehen, werden wir Vielleicht die nächsten sein, die der schwarze Magier angreift!“, versuchte mich Larox zu überreden, da zu bleiben. Doch irgendwie fühlte ich mich total überfordert. Ich wollte nur noch zu meinen Eltern.
„Tut mir leid, aber ihr müsst euch in mir getäuscht haben“, sagte ich. „Kommt“, forderte ich Tom und Eva Maria auf, „wir wollen zurück.“ Ich nahm sie an die Hände und sagte in der Schlangensprache einen Spruch. Es war, als flogen wir durch Zeit und Raum. Wir wurden hin und her gewirbelt und plötzlich standen wir auf dem Ferienbauernhof. Meine Familie kam auf uns zugelaufen und umarmten uns. Toms Vater hatte seine Exfrau von Toms Verschwinden informiert und sie war sofort angereist. Nun waren die Eltern überglücklich.
Ich fühlte mich in meiner Entscheidung, uns nach hause zu zaubern, bestätigt. Doch irgendwo tief in mir wusste ich, dass ich eine große Dummheit gemacht hatte. Aber alle waren so froh, sich wiederzusehen, dass ich versuchte, das Gefühl zu verbannen. Wir saßen noch bis spät in die Nacht zusammen am Lagerfeuer und erzählten alles, was wir erlebt hatten.
„Gut, dass du zurückgekommen bist!“, sagte meine Mutter und drückte mich an sich. „Wir haben dich immer lieb, auch wenn du dich im Aussehen verändern solltest.“
Da wurde mir erst klar, dass ich deswegen nicht unter den Menschen leben konnte.
„Ich muss wieder zurück und ich merkte, dass die Magie, die ich besaß, vollständig war und ich fühlte mich zum Schlangenvolk hingezogen. Der schwarze Magier musste besiegt, wenn nicht sogar vernichtet werden. Wie konnte ich nur mein Volk in Stich lassen?“, dachte ich. Plötzlich merkte ich, dass sich meine Haut veränderte. Sie wurde leicht Schlangenähnlich und färbte sich elfenbeinfarbig mit einem Stich rosa. Ich verspürte keine Schmerzen, nur meine Augen brannten etwas. Ich spürte, wie meine Reaktionen stärker wurden. Sobald sich etwas in einem gewissen Umkreis bewegte, reagierte ich blitzschnell.
„Manuela, du siehst ganz anders aus“, rief einer der Zwillinge. „Ja, ganz anders, aber hübsch!“, meinte der andere.
„Manuela!“, rief meine Mutter erschrocken. „Du hast dich verwandelt!“
„Es tut mir leid, aber ich muß wieder zurück. Meine Verwandlung ist abgeschlossen“, sagte ich zu allen.
„Manuela, tu uns das nicht an, wir waren so froh, dass du wieder gekommen bist“, bat mein Vater mich.
„Ihr wisst aber jetzt, dass ich lebe, und dass es mir gut geht. Ich komme öfters euch besuchen. Passt auf euch auf. Ich muss wirklich zurück.“ Ich umarmte alle zum Abschied.
„Macht nicht so viel Blödsinn!“, ermahnte ich die Zwillinge.
„Wir doch nicht!“ versicherten sie und fragten: „Kannst du wirklich Zaubern? Zaubere doch mal was. Einen Elefanten vielleicht!“
„Was wollt ihr denn mit so einem großen Tier?“, fragte ich.
„Nur so, oder etwas anderes“, antworteten sie.
„Dann will ich euch als Abschiedsgeschenk etwas zaubern, aber keinen Elefanten“, sagte ich. Daraufhin sagte ich einen Spruch in Schlangensprache.
„Super!“, riefen meine beiden Brüder, „ein Indianerzelt und richtige Indianerkleidung. Du kannst echt gut zaubern!“
„Danke für das Kompliment, so nun muß ich gehen!“, wollte ich mich verabschieden.
„Nimm mich bitte mit in deine Welt“, sagte Tom und umarmte mich. „Ich liebe dich !“, flüsterte er mir ins Ohr.
„Tom, du bist ein Mensch, du gehörst hier her. Außerdem wolltest du doch dein Abitur machen und studieren“, redete sein Vater auf ihn ein.
„Dein Vater hat recht.“ Wir sind noch so jung, du darfst die Schule nicht abbrechen. Ich werde eines Tagen zurückkommen, dann werden wir sehen, was aus unseren Gefühlen geworden ist. Keiner ist an den anderen gebunden. Tom, du wirst mir fehlen, aber im Reich der Schlangenmenschen gibt es so viel zu tun, ich werde abgelenkt sein. Ich liebe dich, auch wenn ich dich vor noch nicht langer Zeit hasste!“, ich umarmte ihn und küsste ihn.
„Ich werde auf dich warten!“, sagte er, „du bist wunderschön in deiner Verwandlung.“


Fortsetzung folgt...




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Freitag, 21. Februar 2014

Rosen





16. Fortsetzung: Gehasster Liebling




                              Gehasster Liebling

„Finde ich auch!“, scherzte ich, „wollen wir irgendwo hin fliegen, das kann ich sicher auch zaubern.“
„Das lass man lieber, antwortete er und lächelte mich an, „wer weiß, wo wir landen.“
„Vielleicht im Tal der Schlangen und Schlangenmenschen, es liegt hinter den Bergen“, erklärte ich.
„Woher weißt du das?“, fragte Tom, „oder hast du dir das nur ausgedacht?“
„Sie hat Recht“, bestätigte Naro meine Aussage, „das Tal liegt dort schon hunderte von Jahren. Manuela hat das Wissen von dem Magier geerbt. Mit Hilfe ihrer Magie kann sie das aussortieren, was sich in den letzten Hundert Jahren geändert hat. Aber jetzt lasst uns weitergehen.“
Der Gang wurde durch Fackeln beleuchtet, welche an den Seitenwänden befestigt waren. Das Licht des Feuers spiegelte sich in den Wänden und in der Decke wieder. Es funkelt und glitzerte in verschiedenen Farbe.
„Ob das Edelsteine sind?“, fragte Eva Maria leise.
„Könnte sein, mich überrascht hier nichts mehr!“, antwortete Tom.
„Willst du wirklich hier bleiben?“, wandte Eva Maria sich an mich.
„Ich weiß nicht, ich habe Heimweh nach meinen Eltern und Geschwistern. Was unsere Eltern wohl denken, wo wir sind. Die haben bestimmt schon die Polizei eingeschaltet“, erwiderte ich.
„Die Polizei wird euch nicht finden und eure Eltern auch nicht, denn wir haben die Abbiegung geschlossen“, antwortete Naro.
„Wir wurden heimtückisch her gelockt!“, entrüstete ich mich.
„Nein, du hast den Weg freiwillig eingeschlagen, denn du bist deinen Gefühlen gefolgt“, behauptete Naro.
„Wir wollten zum See und kannten den Weg nicht. Wir sind zufällig in eure komische Abbiegung geraten!“, schimpfte ich, und warum ist Tom hier? Ihr hättet doch schnell die Abbiegung verschwinden lassen können!“
„Wir konnten nicht so schnell feststellen, ob er für dich wichtig war. Und es war gut so. Deine Freundin allein wäre mit dir und deiner Krankheit total überfordert gewesen“, antwortete Naro barsch. Ich hatte den Eindruck, dass er keine Lust auf weitere Diskussionen hatte. Wir folgten ihm schweigend. Der Weg stieg immer mehr an und ich hätte mir zu gerne ein kleines Auto her gezaubert, der Gang war dafür groß genug. Aber eine innere Stimme sagte mir, das die Magie, welche ich besaß, für solchen Blödsinn nicht zu benutzen war. Ab und zu zweigten kleinere Gänge ab, aber wir folgten den Fackeln. „Wer die wohl alle angezündete hat?“, dachte ich. Die Antwort konnte ich mir selber geben: „Zauberei!“
Wir liefen noch schweigend eine Weile, als uns plötzlich Tageslicht entgegen schlug.
„Endlich frische Luft!“, rief Eva Maria und atmete tief durch.
„Wollt ihr auch nach hause? Vielleicht kann ich uns zurück zum Bauernhaus zaubern!“, sagte ich.
„Manuela! Du bist dir einfach deiner Rolle in dieser Welt nicht bewusst, weil du dich innerlich dagegen wehrst. Ein großes Volk der Schlangenmenschen und Schlangen erwartet dich. Es ist ein großes Reich, welches du bald regieren wirst. Du bist die angehende Königin. Du hast Verantwortung für dein Volk. Es werden schon bald große politische Entscheidungen auf dich zukommen, denn es droht Krieg im Land der Lux und man hat uns um Hilfe gebeten!“
Ich starrte den Mann an, der gerade mit mir gesprochen hatte. Anscheinend hatte er hier auf uns gewartet.
„Haben die hier alle einen Spleen?“, flüsterte ich Tom und Eva Maria zu, „da warten die auf mich, damit ich über Krieg und Frieden entscheiden soll. Die haben doch einen an der Waffel. Oder bin ich eventuell noch krank und dieses ist alles nur ein böser Traum?“, fragte ich leise.
„Ich muss dich enttäuschen, du bist gesund und hell wach, aber mir kommt das alles wie im Märchen vor oder wir sind in einem Computerspiel gelandet“, meinte Tom, „normal ist das hier nicht und ich möchte allmählich nach hause. Aber ich lasse dich bestimmt nicht alleine hier in dieser verrückten Schlangenwelt.“


Fortsetzung folgt...




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Donnerstag, 20. Februar 2014

15. Fortsetzung: Gehasster Liebling





                                                     Gehasster Liebling 

„Wo sind denn die Schlangenmenschen? Wohnen die hier im Wald? Wie sehen die denn aus?“, fragte ich.
„Wir wohnen auch in den Wäldern, wir haben aber richtige Wohnungen in den Höhlen der Berge. Und so sehen wir aus!“, ertönte eine sanfte Stimme hinter Manuela. Erschrocken schaute sie sich um. Zwischen den Zweigen stand ein Mann.
Seine Haut war gelb orange und etwas geschuppt. Seine Augen waren stechend, aber dennoch hatte er einen sanften Blick. Er trug eine dunkelbraune Lederhose und sein Oberteil war aus grüner Schlangenhaut.
„Hallo!“, mehr brachte ich nicht hervor.
„Ich heiße Naro. Du warst sehr krank. Wir haben um dein Leben gebangt. Um so mehr sind wir glücklich, dass du es geschafft hast. Wir haben Jahre lang auf dich gewartet, aber das hat dir die Schlange Sina bereits erzählt. Fühlst du dich kräftig genug, mir zu den Bergen zu folgen.
„Ja, ich spüre, wie schnell mein Körper sich erholt“, antwortete ich.
Wir liefen durch den Wald, der mit der Zeit immer lichter wurde. Ich war begeistert von den verschiedenen Bäumen. Manche faszinierten durch ihre farbigen Blüten, welche einen lieblichen Duft verströmten. Andere beeindruckten durch ihre Größe, andere durch ihren markanten Wuchs.
Der Wald tauschte mit einer bewachsenen Ebene. Unbekannte Pflanzen und Büsche säumten den Weg und erstreckten sich bis zum Gebirge. Ein kleiner Bach plätscherte nicht weit von uns und seltsame Vögel ließen sich in den hier und da stehenden Bäumen nieder. Wieder kamen mir diese Bäume mit ihren knorrigen Ästen und weit ausgestreckten Wurzeln unheimlich vor. Doch der Gesang der Vögel lenkte ab und die verschiedenen Blumen waren wunderschön, nicht nur die Blüten mit ihren süßen Düften, sondern auch die Blätter und Stiele waren interessant geformt und in verschiedenen Farben von dunklem Grün bis giftgrün und roten Farben. Mir unbekannte kleine Tiere flogen von Blüte zu Blüte und eins setzte sich auf meinen Arm. Sogleich kam ein etwas größeres Tier angeflogen und setzte sich dicht neben das kleinere, als wollte es dieses beschützen. Als ich genauer hinschaute, sah ich ein kleines Wesen, welches aussah wie ein Mensch, nur klein und zarte, mit hauchdünnen Flügeln.
„Wir sind Libellenelfen, hörte ich eine feine leise Stimme. Das ist meine Tochter, sie ist immer so neugierig und dadurch sehr unvorsichtig“, sagte die größere.
„Ich werde euch nichts tun. Wir kommen aus der Welt der Menschen“, antwortete ich.
„Vielleicht sehen wir uns noch mal!“, rief die Elfe und flog mit ihrer Tochter auf eine Blüte.
„In dieser Gegend halten sich die meisten Libellenelfen auf“, hörten wir plötzlich Naro sagen, der bis jetzt kein einziges Wort mehr gesprochen hatte. „Die Elfen ernähren sich von dem Nektar der Blumen und wie ihr seht, ist das Angebot groß.“
Naro erzählte uns von einigen Pflanzen. Von ihrer Nützlichkeit oder von denen die giftig sind. Er berichtete uns von den Tieren, welche wir auf unserem Weg sahen. Vor manchen mussten wir in Deckung gehen, weil Naro sie als gefährlich einstufte. Endlich hatten wir das Gebirge erreicht. Naro blieb vor einer größeren Felsplatte stehen.
„Wir sind da“, sagte er. „willst du versuchen, die Höhle zu öffnen?“, wandte er sich an mich.
„Ich?“, fragte ich ungläubig, „bin ich Goliath?“
„Du hast deine Kräfte noch nicht erkannt. Deine Krankheit war nicht nur die Erkältung, sondern seit dem du unsere Welt betreten hast, fingst du an, dich zu verändern. Deine Magischen Kräfte werden sich entwickeln und auch dein Körper wird sich verändern. Du konntest die Schlangen verstehen und ihre Sprache sprechen. Aber diese Veränderung zerrte an deinen Kräften, da du aber schon geschwächt durch deine Erkältung warst, hättest du sterben können. Zum Glück informierten uns die Schlangen und wir konnten mit bestimmten Kräutern dir helfen.“
„Und wenn ich das alles nicht will?“, fragte Manuela.
„Du wirst es wollen, deine Zeit ist gekommen. Du bist die Erbin des großen Magiers.
Du hast seine Kräfte geerbt, dagegen kannst du nichts machen!“, sagte Naro.
„Wieso ändert mein Körper sich?“, wollte ich wissen.
„Dein Körper wird sich so verändern, dass du zwar deine menschliche Form und Aussehen behältst, aber du dich auch wie eine Schlange bewegen kannst allerdings nicht so schnell. Deine Haut wird sich verfärben, in welche Richtung kann man nicht voraus sagen. Deine Haut wird schuppig werden. Deine Reaktionen werden blitzschnell wie die einer Schlange sein“, erklärte Naro. „Nun versuche diese Felswand zu öffnen, konzentriere dich darauf, und du wirst den Zauber wissen!“
Ich dachte mir: „ Der spinnt doch mit seinem Felsen!“ Da aber alle Augen gespannt auf mich gerichtet waren, stellte ich mich vor die große Felsplatte und konzentrierte mich darauf, dass sie aufgehen soll. Plötzlich sprach ich einige Zauberworte in der Schlangensprache und ein Getöse folgte. Die Felsplatte verschob sich wie von Geisterhand und ein Gang wurde sichtbar.
„Mein Gott! Manuela, du kannst zaubern!“, stellte Eva Maria erstaunt fest. Tom schaute mich sprachlos an und ich war wohl diejenige, die am meisten überrascht war.
„Geht doch!“, meinte Naro gelassen und ging in den Gang: „Folgt mir!“, forderte er uns auf und zu mir gewandt sagte er: „Vergiss nicht den Eingang zu schließen!“
Wie von selbst sprach ich einen Spruch und die Felsenplatte schob sich schwerfällig zurück an ihre ursprünglichen Stelle.
„Faszinierend!“, meinte Tom.


Fortsetzung folgt...




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Samstag, 15. Februar 2014

14. Fortsetzung Gehasster Liebling




Gehasster Liebling


„Wir lassen dich nicht sterben, wir brauchen dich ,Herrin! Wir holen sofort Hilfe!“, sagte die große Schlange. Ich hörte, wie sie ihren Artgenossen mitteilte, dass ich sehr krank sei und sie sich mit einigen Schlangen aufmachen wollte, um Hilfe zu holen.
„Die Schlangen holen Hilfe!“, sagte ich zu Tom und fiel in einen tiefen Schlaf.

Als ich wieder aufwachte, wusste ich nicht wo ich war. Über mir erstreckten sich riesige Baumkronen mit großen hellgrünen Blättern. Von den Zweigen hingen wunderschöne rosa weiße längliche Blühten. Jetzt erst bemerkte ich, dass ich in einer Hängematte lag. Die Sonne glitzerte durch die Blätter. Es war also Tag, aber wie bin ich hier her gekommen. Nur langsam kam meine Erinnerungen zurück. Ich war krank und wir waren in einer Höhle. Und dann kamen die Schlangen.
„Sie ist aufgewacht!“, hörte ich Tom sagen. Er trat näher an die Hängematte, hinter ihm erschien Eva Maria. Wie ein Film liefen Bilder vor meinen Augen ab: Wir trockneten unsere Kleidung. Seine Hand lag auf ihrer. Er schaute sieh an, zu lange. Er liebt Eva Maria, er weiß es nur nicht oder will es sich nicht eingestehen. Schlangen sprechen mit mir. Holen Hilfe.
„Manuela! Hörst du mich!“, rief Tom
„Tom“, flüsterte ich, denn meine Stimme gehorchte mir nicht. „Wo bin ich?“
„Du warst sehr krank“, erklärte Tom, „die Schlangen haben wirklich Hilfe geholt, wie du es gesagt hast. Wir sind hier im Land der Schlangenmenschen. Sie haben dich mit ihren Medikamenten, es waren wohl mehr Kräuter, geheilt. Du bist sehr schnell gesund geworden.“
„Wie lange habe ich geschlafen ?“, fragte ich.
„Drei Tage“, antwortete Tom.
„Ich stamme von Schlangenmenschen ab!“ , erinnerte ich mich.
„ich weiß“, sagte Tom, „man hat es uns erzählt.“
„Ich möchte aufstehen, könnt ihr mir helfen, denn ich bin etwas schwach auf den Beinen. Drei Tage schlafen, so was kann auch nur mir passieren.“
„Klar, klettere aus deiner Hängematte raus, wir helfen dir“, sagte Eva Maria.

Fortsetzung folgt...




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Mittwoch, 12. Februar 2014

Gedicht




Du

Du bist mein Halt
Mein Leben 
Ohne dich hätte ich schon aufgegeben
Wie gut dass ich dich so früh fand
Du bist der Richtige
Sagte mein Verstand
Du gibst meinem Leben einen Sinn
Ohne dich hätte ich es nie geschafft
Du gibst mir immer wieder Kraft



Leben

Leben mit Menschen
Und doch allein
Leben unter Menschen
Und doch einsam
Leben ohne Menschen
Tötlich



Gedicht


Mutter

Ich wollte dir noch so viel sagen
Wollte dich noch so viel fragen
Du entfernst dich immer mehr
Spürst deine Schwächen
Willst es dir nicht eingestehen
Bald lebst du in deiner Welt
Neben mir 
Und doch so weit
Im Land des Vergessens



Bleib

Ich bin machtlos
Kann dir nicht helfen
Deine  Krankheit
Sie zerrt an dir
Schwächt dich
Will dich mir nehmen
Ich will dich nicht verlieren




Dienstag, 11. Februar 2014

Die Tote im Fluss 4. Fortsetzung




                             Die Tote im Fluss

„Hannes, schieß los, wie war es bei der Polizei?“, wurde der so eben gekommene Jugendliche aufgefordert.
„Der Polizist hat meine Personalien aufgeschrieben und wollten die Adresse von meinem Freund wissen.. Freuten sich dann, weil ich auch die Anschrift von seiner Freundin wusste.“ Berichtete Hannes.
„Wer ist dein Freund? Dieser Schönling aus der Zwölften, mit dem du öfters herumstehst?“, fragte ein Mädchen.
„Ja, Micha!“, bestätigte Hannes.
„Der Schwarm fast aller Schülerinnen unserer Schule!“, stellte ein anderes Mädchen fest.
„Er war länger mit Lisa befreundet und die Tote hat unheimlich Ähnlichkeit mit ihr", sagte Hannes
„Glaubst du, Micha hat etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun, falls die Tote Lisa ist“, fragte jemand aus der Gruppe.
„Wir sollten abwarten, bis genau Festgestellt wurde, wer die Tote ist“, sagte Hannes.
„Ralf, würdest du mich nach hause bringen? Meine Schwester hat heute einen Typ kennengelernt, der Micha genannt wird. Und der sieht verdammt gut aus, dass könnte der Junge sein, den dieser Hannes erwähnte. Sie will sich morgen mit ihm wieder treffen.“
„Okay, lass uns gehen!“, stimmte Ralf zu und sie verließen das Lokal.
Als sie bei Steffi zu hause waren, trafen sie Johanna im Wohnzimmer an. „Hallo, das ist Ralf, mein Verlobter“, mit dem hielt sie ihre Hand mit dem Ring hoch.
„Hallo, Ralf!“, begrüßte Johanna ihren zukünftigen Schwager. „Wie lange kennt ihr euch denn, du hast mir doch heute erst von ihm erzählt“, wandte sie sich an ihre Schwester.
„Vier Wochen!“, aber er ist der Richtige, „wir heiraten auch erst, wenn ich die Schule abgeschlossen habe.“
„Ihr müsst es ja wissen“, sagte Johanna und fragte Ralf: „Du studierst?“
„Ja, Kunst im ersten Semester. Aber keine Angst, ich kann ihre Schwester ernähren. Ich arbeite nebenbei im Betrieb meines Vaters. Außerdem unterstützen meine Eltern mich. Ich wollte das eigentlich nicht, aber meine Eltern möchten das gerne. Ich studiere drei Jahre Kunst, danach fange ich ein Studium in Betriebswirtschaftslehre an. Damit erfülle ich den Wunsch meiner Eltern, ich soll einmal ihren Betrieb übernehmen“, teilte Ralf mit.
„Johanna ist wie eine Mutter zu mir, obwohl ich die Ältere bin“, klärte Steffi Ralf auf. Meine Schwester ist die Vernünftigere von uns.“
„Wir haben heute eine Leiche in der Hase entdeckt und Steffi hat die Polizei angerufen“, erzählte Ralf.
„Es handelte sich um ein junges Mädchen“, berichtete Steffi weiter.
„Weiß man schon was näheres?“, fragte Johanna.
„Offiziell nicht, aber wir waren in einem Restaurant, wo sich eine größere Gruppe Jugendliche trafen. Wir bekamen mit, dass das tote Mädchen vielleicht die Freundin von Micha ist. Du hast doch heute einen Jungen Namens Micha kennengelernt!“, Steffi schaute Johanna erwartungsvoll an.
„Wahnsinn!“, meinte die. „Da lernt man so einen super Typen kennen, und schon steckt der eventuell in einem Mordfall, aber ich hoffe nur als Zeuge. Micha hat mir erzählt, dass seine Freundin höchstwahrscheinlich mit ihrem Ex wieder zusammen wär. Das muss ein ganz mieser Kerl sein, so wie Micha erzählte.“
„Jetzt vergessen wir mal die Wasserleiche und feiern unsere Verlobung. Ich hole Gläser und dann stoßen wir an. Schade, dass meine Eltern nicht da sind, aber die sind im Urlaub“, verkündete Steffi.
„Hast du die Tiere gefüttert?“, fragte sie Johanna.
„Ja, alles fertig und eine Überraschung für dich, wir haben sechs kleine Kaninchen mehr. Das Kaninchen mit den Schlappohren, welches dir die alte Frau gebracht hatte, hat Junge bekommen.“
„Teufel noch mal, noch mehr Tiere, aber die sind bestimmt ganz süß, wenn sie ein paar Tage alt sind.“, meinte Steffi.
„Solltest du die demnächst weggeben, dann behalte bitte zwei für mich!“, bat Johanna.
„Johanna ist unser größter Kaninchenfan, wenn es nach ihr ginge, hätten wir unzählige Kaninchen“, erklärte Steffi ihrem Verlobten.
„Ich möchte auch eins haben. Meine jüngste Schwester hat in zwei Monaten Geburtstag. Die wird sich wie ein Schneekönig freuen“, sagte Ralf.
„Ralf hat vier Schwestern, alles ganz nette“, teilte Steffi ihrer Schwester mit. „Drei jüngere als Ralf und eine Zwillingsschwester. Sie haben mich als Freundin von Ralf akzeptiert, ich hoffe auch als Verlobte.“
„Die werden sich unheimlich freuen, denn sie mögen dich sehr. Meine Eltern werden auch begeistert sein. Ich schlage vor, wenn deine Eltern zurück sind, feiern wir unsere Verlobung mit unseren Familien und Freunden nach!“, schlug Ralf vor.
„Oh, super, ich freue mich!“, Steffi umarmte ihren Verlobten. Plötzlich schellte es an der Haustür.
„Wer kommt denn noch so spät? Soll ich aufmachen?“, fragte Johanna.
„Ja, sicher, wir haben doch hier einen Beschützer!“, Ralf ist unheimlich gut in Karate, machte Steffi ihrer Schwester Mut. Johanna ging zur Tür und öffnete nur zögernd einen Spalt.
„Du hier?“, fragte sie überrascht.
„Darf ich rein kommen?“, meinte Micha.
„Ja, klar!“, sagte Johanna und öffnete die Tür weiter.
„Sie führte ihn ins Wohnzimmer und meinte: „Wo her weißt du, wo ich wohne?“
„Meik aus deiner Klasse hat es mir vor drei Tagen verraten, wir spielen zusammen Fußball“, antwortete Micha.
„Vor drei Tagen kannten wir uns doch noch gar nicht.“ Stellte Johanna fest.
„Wir uns nicht, ich aber dich. Ich versuche schon länger deine Bekanntschaft zu machen.“ Verriet Micha ihr.
„Also war das heute kein Zufall, sondern ganz genau von dir geplant“, stellte Johanna fest. „Das ist Micha und das ist meine Schwester Steffi und ab heute ihr Verlobter Ralf“, stellte sie alle vor und forderte Micha auf, sich zu setzen.
„Jetzt störe ich eure Verlobungsfeier“, Micha zeigte auf die Gläser.
„Nein, kannst mitfeiern!“, sagte Steffi und holte noch ein Glas.
„Ich wollte dir etwas erzählen“, wandte Micha sich an Johanna.
„Geht es um das tote Mädchen?“, fragte Johanna.
„Woher weißt du das?“, wollte Micha wissen.
„Ralf und ich haben die Leiche in der Hase gefunden und die Polizei angerufen“, klärte Steffi ihn auf.
„Ich komme direkt von der Polizeiwache", erzählte Micha. "Die Tote ist Lisa. Ich war ungefähr fünf Monate mit ihr befreundet. Mein Gott, was die Polizei alles wissen wollte. Ihren Exfreund hatten sie auch vorgeladen. Der ist total fertig. Er muss sie wohl wirklich geliebt haben. Ich habe mit ihm gesprochen, denn wir konnten beide gehen. Ihm tat es jetzt leid, dass er Lisa und mich immer attackiert hatte, aber er hätte sie nicht vergessen können und war so froh, dass sie wieder zu ihm zurück gekommen war. Er heißt übrigens Thomas. Als ich neulich bei Lisa an der Tür schellte, war das nicht Thomas, sondern  sein Bruder, der so fies zu mir war. Die Brüder haben unheimlich Ähnlichkeit. An dem Tag hatte Thomas Lisa überall gesucht und hatte sie am anderen Tag bei der Polizei als vermisst gemeldet. Wie sich im Nachhinein rausstellte, war sie da schon tot. 
Thomas hat seinen Bruder in Verdacht, dass er Lisa umgebracht hat. Der hat Lisa immer wieder bedroht, mit ihm zu kommen, sonst würde er sie umbringen. Er hat sie auch schon geschlagen, wenn Thomas nicht da war. Thomas sagte, dass sein Bruder sehr jähzornig wird, wenn sich jemand ihm widersetzt."
"Der muss ja wirklich eine Macke haben", meinte Steffi.
"Der Typ spannte Thomas bislang immer die Freundinnen aus", berichtete Micha weiter. "Er konnte es einfach nicht akzeptieren, dass Lisa nichts von ihm wissen wollte. Er soll schon mal ein Mädchen zusammen geschlagen haben, doch man konnte es ihm nicht nachweisen. Aber es wurde vermutet, dass er das Opfer so eingeschüchtert hatte, dass es nicht gegen ihn aussagte.
Als wir das Polizeirevier verließen, wurde der Bruder von Thomas gerade reingeführt. Thomas hatte in der Mülltonne eine Hose von seinem Bruder gefunden, auf der einige Blutflecken waren."
"Euch kriege ich auch noch, da könnt ihr sicher sein!", drohte uns Thomas Bruder im Vorbeigehen.
 
„So, jetzt spielen wir noch eine Runde Mensch ärgere dich nicht, dann kommen wir auf andere Gedanken“, bestimmte Steffi.


Ende


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Sonntag, 9. Februar 2014

BILDER 2








Die Tote im Fluss 3. Fortsetzung




Die Tote im Fluss

Nach dem Essen wollte Steffi wissen , was Ralf sie an der Hase fragen wollte. Er zückte eine kleine Schachtel aus der Tasche und öffnete sie: „Möchtest du, wenn du dein Abi hast, meine Frau werden?“
„Steffi schaute ihn verblüfft an. Hast du dir das auch gut überlegt, ich bin sehr chaotisch, glaubst du, dass du damit leben kannst?“, fragte Steffi.
„Wenn du nicht laufend irgend welche Leichen findest! Ich mag dich so wie du bist, so chaotisch!“, antwortete Ralf.“
„Dann muss ich nun wirklich mein Abi schaffen!“, stellte Steffi fest.
„Das wäre schön, aber ich heirate dich auch ohne Abitur!“, versicherte Ralf ihr.
„Da ich Schmuck liebe und der Ring wunderschön ist, sage ich mal ja!“, Steffi lächelte ihren Freund an.
„Typisch!“, stellte Ralf fest und steckte ihr den Verlobungsring an den Finger.
„Ich liebe dich, flüsterte Steffi. „Als ich dich das erste Mal sah, wusste ich, dass ich dich niemals mehr gehen lasse. Ich habe dich mit unsichtbaren Ketten gefangen.
„Darum hatte ich immer so wenig Bewegungsfreiheit, ich habe mich schon gewundert.“ Scherzte Ralf und küsste sie. „Ich bin überzeugt, mit dir wird mein Leben nie langweilig!“
„Immer wenn sich unser Verlobungstag jährt, werden wir garantiert an die Wasserleiche denken“, Steffi musste lachen, obwohl es ja eigentlich traurig war.
Einige junge Leute kamen ins Restaurant und gingen auf einen Tisch mit anderen Gleichaltrigen zu.
„Es wurde in der Hase eine Leiche gefunden. Echt geil. Ein junges Mädchen. Die Polizei hatte alles abgesperrt.“ Erzählten die Ankömmlinge aufgeregt und teilweise durcheinander. „Wir gingen am Haseufer entlang und wollten hoch zum Wall. Die Polizei hielt uns gleich an. Sie fragte uns ein Loch in den Bauch. Ich hatte das Gefühl, die verdächtigten uns, die Leiche ins Wasser geworfen zu haben. Dann zeigten sie uns ein Bild von der Toten. Die sah aus, die muss jemand total zusammen geschlagen haben. Man wollte wissen, ob wir die kannten und ihr werdet es nicht glaube, da gibt Hannes an, dass die Tote die Freundin seines Freundes sein könnte. Er war sich aber nicht sicher, weil das Mädchen so entstellt aussah. Da musste Hannes erst mal mitkommen zum Polizeiwagen und alles zu Protokoll geben, was er so alles wusste.“
„Fünf Whiskys mit Cola bitte!“, bestellte einer der Truppe.
„Wie wäre es mit Cola pur?“, fragte der Kellner, oder seid ihr schon achtzehn.
„Man kann es doch versuch!“, grinste der Junge, „dann eben nur fünf mal Cola.“ So spannend es war, den Jugendlichen zuzuhören, um so ungemütlicher wurde es jetzt. Es wurden Tische und Stühle gerückt und es dauerte ziemlich lange, bis endlich alle saßen. Es waren noch einige Stühle unbesetzt, so dass wohl noch mehr erwartet wurden. Wir hatten gerade beschlossen zu gehen, als ein Jugendlicher herein kam. Er wurde mit lautem Getöse begrüßt und wir hörten durch, dass es sich um diesen Hannes handelte, der nun wohl etwas mehr berichtete.
„Wir bleiben noch etwas“, flüsterte ich Ralf zu, „jetzt kommt garantiert die Fortsetzung über das Thema Wasserleiche.“
„Was habe ich mir da für ein neugieriges Mädchen angelacht!“, stellte Ralf fest, „aber ich muss zugeben, mich interessiert das auch. So oft ist in Osnabrück ja auch nicht was los.“
„So ein paar Leichen hatten wir schon!“, erwiderte Steffi.


Fortsetzung folgt...




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Samstag, 8. Februar 2014

Die Tote im Fluss 2. Fortsetzung




                                                               Die Tote im Fluss

Steffi hatte ihren Freund von der Uni abgeholt und sie machten einen kleinen Bummel durch Osnabrück, da Steffi dort noch fotografieren wollte. Eines ihrer liebsten Hobbys.
„Wir haben noch Zeit, bis der Film anfängt, sagte Ralf. Hast du Lust, unten am Wall am Haseufer spazieren zu gehen?“
„Klar, ich finde es da super“, entgegnete Steffi. „Wir gehen durch den Hexengang am Dom. Das ist gruselig, wenn es schon leicht dämmert. Als sie am Hexengang ankamen, hüpfte Steffi ausgelassen herum und rief: „Ich bin eine Hexe aus dem Jenseits. Ich werde jeden verhexen, der mir nicht tausend Euro schenkt.“ Ihnen kam Steffis Klassenlehrer entgegen.
„Wenn du genug zusammen hast, können wir ja eine Klassenfahrt machen!“, scherzte er.
„Schönen Abend, Herr Müller!“, wünschte Steffi. „Mein Gott war das peinlich!“, flüsterte sie, als der Lehrer weiter weg war.
„Der fand das doch ganz lustig“, meinte Ralf.
„Hier gehe ich zur Schule!“, erklärte Steffi, als sie ein Stückchen gegangen waren.
„Auch schon ein älteres Gemäuer!“, meinte Ralf.
„Aber innen super!“, verteidigte Steffi ihre Schule, „ich werde bald Klassenbeste sein, dann werden die sich fragen, warum sie mich zwei Jahre wiederholen ließen.“
„Wegen Faulheit?“, fragte Ralf.
„Na ja, man könnte es so nennen“, antwortete sie und grinste, „aber ich bin ja jetzt fleißig! Ich lerne jede freie Minute.“
„Nimm dir nicht zu viel vor, lieber die Fächer, wo du ziemlich schlecht bist!“, schlug Ralf vor.
„Also, in Bio bin ich super, in den anderen Fächern stehe ich zwischen vier und fünf. Und in Mathe habe ich bis jetzt eine glatte fünf erreicht, meinst du, ich sollte mit Mathe anfangen?“, fragte Steffi.
„Ach Süße, mit den Zensuren bekämst du keine Ausbildungsstelle als Gärtner, also musst du sowie so etwas tun, darum setze dich auf deinen schönen Hintern und büffele wirklich. Ich habe das Gefühl, du nimmst das alles auf die leichte Schulter“, ermahnte Ralf seine Freundin.
„Keiner nimmt mich ernst. Gut, Klassenbeste kann ich wohl vergessen, aber auf vier oder vielleicht noch auf ein paar dreien könnte ich wohl kommen.“
Inzwischen waren sie auf dem Wall angekommen und gingen den Weg zur Hase runter.
„Nun vergiss für ein paar Stunden die Schule und genieße diese schöne Umgebung,“ munterte Ralf seine Freundin auf.
„Schau mal!“, rief Steffi begeistert, „da schwimmen ganz kleine Entenküken. Sind die süß!“
„Die fehlen dir noch in deiner Tiersammlung, oder?“, fragte Ralf.
„Ich habe Enten, aber ausgewachsene. Ich habe sie jemandem abgekauft, der sie schlachten wollte.“
Erklärte Steffi.
„Was sagen deine Eltern denn dazu, dass du so viele Tiere hast. Mal abgesehen von der vielen Arbeit, kosten die doch auch Geld, die brauchen doch Futter“, fragte Ralf.
„Meine Eltern sind tierlieb, sie unterstützen mich und einige Nachbarn auch. Die Kinder kommen oft und streicheln die Tiere. Sie sind ganz vernarrt in den Kaninchen.“
„Schau mal!“ Ralf zeigte auf eine dunkle Stelle im Fluss auf der anderen Seite, „was die Leute alles ins Wasser schmeißen. Sieht aus wie ein Mantel.“
„Durch die Kamera kann ich es vielleicht erkennen“, entgegnete Steffi. „Hier, sieh mal durch, dass sieht aus wie ein Körper. Ich meine einen Arm zu erkennen.“
„Wahrhaftig, könnte wirklich ein Mensch sein“, stellt ihr Freund fest. „Wollen wir rüber gehen und nachsehen?“
„Bloß nicht, dann schlafe ich keine Nacht mehr ohne Alpträume. Und wenn es wirklich ein Mensch ist, verwischen wir eventuell Spuren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand freiwillig in die Hase springt um zu ersaufen“, meinte Steffi, "im Moment hat der Fluss niedrigwasser."
„Vielleicht lebt die Person noch, wenn es ein Mensch ist.“ Sagte Ralf.
„Willst du in die Hase springen; um irgend etwas zu retten? Vielleicht ist es wirklich nur ein Mantel“, aber zur Vorsicht rufe ich jetzt bei der Polizei an!“
„Hoffentlich glauben die uns, und meinen nicht, wir nehmen sie auf den Arm“, befürchtete Ralf.
„Dann können wir immer noch nachsehen“, erwiderte Steffi. Sie erklärte der Polizei, was sie gesehen hatten und vermuteten.
„Die Polizei kommt gleich, wir sollen auf jeden Fall warten.“ Berichtete Steffi.
„Mit der Gemütlichkeit ist es vorbei!“, meinte Ralf und zog eine kleine Flasche Sekt aus der Tasche.“
„Oh, das tut mir leid“, Steffi streichelte Ralf übers Haar, „aber du bist süß! Gibt es etwas zu feiern, oder nur so?“, wollte sie wissen.
„Ich wollte dich etwas fragen, aber mit einer eventuellen Leiche im Fluss, ist das wohl nicht der richtige Zeitpunkt,“ erklärte Ralf. Steffi wollte gerade fragen, um was es sich denn handeln würde, als die Polizei kam.
„Haben sie angerufen wegen einem Gegenstand im Fluss?“, fragte sie der Polizist.
„Ja, das war ich“, antwortete Steffi und zeigte dem Polizisten den Gegenstand im Wasser am anderen Ufer. Er ging mit seinem Kollegen über die nahe gelegene Brücke. Einer der Beamten hatte Gummistiefel an und begab sich direkt ans Ufer. Die Hase hatte zur Zeit Niedrigwasser. Er war bei dem Gegenstand angekommen und drehte ihn etwas um.
„Mein Gott, dass ist wirklich eine Leiche!“, sagte Ralf und er nahm Steffi in den Arm, als müsste er sie beschützen.
Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken und sie meinte: „Warum müssen wir ausgerechnet so etwas entdecken! Was wolltest du mich eigentlich fragen?“
„Vielleicht später, jetzt ist mir nicht da nach“, antwortete Ralf.
„Der Polizist hatte wohl festgestellt, dass die Leiche mausetot war, denn er machte keine Anstrengungen, sie zu retten“, sagte Steffi. Der andere Beamte zückte sein Handy und kam nach dem Telefonieren auf Steffi und ihrem Freund zu.
„Es kommen gleich meine Kollegen, würden sie bitte mit zum Wagen kommen, ich muss ihre Aussage aufnehmen. Ein dritter Polizist im Auto bekam von seinem Kollegen einige Anweisungen und holte darauf hin aus dem Wagen Absperrbänder und ging die Treppe zum Wall hoch. Steffi und Ralf erzählten, dass sie den dunklen Gegenstand gesehen hätten und anhand der Vergrößerung durch die Kamera glaubten, dass es sich vielleicht um einen Körper handelte und deshalb die Polizei angerufen hätten. Sie hätten keinen Verdächtigen gesehen und wären auch nicht zum Fundort gegangen, antworteten sie auf die entsprechenden Fragen.
„Ich bin froh, dass wir endlich gehen durften. Hast du das auch gehört, dass es sich bei der Leiche um ein junges Mädchen handelte?“, fragte Steffi.
„Ja, schrecklich, lass uns hier weg gehen, es ist sowie so alles abgesperrt. Ich habe ehrlich gesagt, keine Lust mehr auf Kino“, sagte Ralf.
„Ich auch nicht, lass uns doch irgendwo reingehen“, schlug Steffi vor.
„Trotz Leiche habe ich Hunger“, stellte Ralf fest.
„Ich auch, wir lassen uns doch nicht von einer Wasserleiche den Abend verhunzen“, meinte Steffi.


Fortsetzung folgt....



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