Freitag, 21. Februar 2014

16. Fortsetzung: Gehasster Liebling




                              Gehasster Liebling

„Finde ich auch!“, scherzte ich, „wollen wir irgendwo hin fliegen, das kann ich sicher auch zaubern.“
„Das lass man lieber, antwortete er und lächelte mich an, „wer weiß, wo wir landen.“
„Vielleicht im Tal der Schlangen und Schlangenmenschen, es liegt hinter den Bergen“, erklärte ich.
„Woher weißt du das?“, fragte Tom, „oder hast du dir das nur ausgedacht?“
„Sie hat Recht“, bestätigte Naro meine Aussage, „das Tal liegt dort schon hunderte von Jahren. Manuela hat das Wissen von dem Magier geerbt. Mit Hilfe ihrer Magie kann sie das aussortieren, was sich in den letzten Hundert Jahren geändert hat. Aber jetzt lasst uns weitergehen.“
Der Gang wurde durch Fackeln beleuchtet, welche an den Seitenwänden befestigt waren. Das Licht des Feuers spiegelte sich in den Wänden und in der Decke wieder. Es funkelt und glitzerte in verschiedenen Farbe.
„Ob das Edelsteine sind?“, fragte Eva Maria leise.
„Könnte sein, mich überrascht hier nichts mehr!“, antwortete Tom.
„Willst du wirklich hier bleiben?“, wandte Eva Maria sich an mich.
„Ich weiß nicht, ich habe Heimweh nach meinen Eltern und Geschwistern. Was unsere Eltern wohl denken, wo wir sind. Die haben bestimmt schon die Polizei eingeschaltet“, erwiderte ich.
„Die Polizei wird euch nicht finden und eure Eltern auch nicht, denn wir haben die Abbiegung geschlossen“, antwortete Naro.
„Wir wurden heimtückisch her gelockt!“, entrüstete ich mich.
„Nein, du hast den Weg freiwillig eingeschlagen, denn du bist deinen Gefühlen gefolgt“, behauptete Naro.
„Wir wollten zum See und kannten den Weg nicht. Wir sind zufällig in eure komische Abbiegung geraten!“, schimpfte ich, und warum ist Tom hier? Ihr hättet doch schnell die Abbiegung verschwinden lassen können!“
„Wir konnten nicht so schnell feststellen, ob er für dich wichtig war. Und es war gut so. Deine Freundin allein wäre mit dir und deiner Krankheit total überfordert gewesen“, antwortete Naro barsch. Ich hatte den Eindruck, dass er keine Lust auf weitere Diskussionen hatte. Wir folgten ihm schweigend. Der Weg stieg immer mehr an und ich hätte mir zu gerne ein kleines Auto her gezaubert, der Gang war dafür groß genug. Aber eine innere Stimme sagte mir, das die Magie, welche ich besaß, für solchen Blödsinn nicht zu benutzen war. Ab und zu zweigten kleinere Gänge ab, aber wir folgten den Fackeln. „Wer die wohl alle angezündete hat?“, dachte ich. Die Antwort konnte ich mir selber geben: „Zauberei!“
Wir liefen noch schweigend eine Weile, als uns plötzlich Tageslicht entgegen schlug.
„Endlich frische Luft!“, rief Eva Maria und atmete tief durch.
„Wollt ihr auch nach hause? Vielleicht kann ich uns zurück zum Bauernhaus zaubern!“, sagte ich.
„Manuela! Du bist dir einfach deiner Rolle in dieser Welt nicht bewusst, weil du dich innerlich dagegen wehrst. Ein großes Volk der Schlangenmenschen und Schlangen erwartet dich. Es ist ein großes Reich, welches du bald regieren wirst. Du bist die angehende Königin. Du hast Verantwortung für dein Volk. Es werden schon bald große politische Entscheidungen auf dich zukommen, denn es droht Krieg im Land der Lux und man hat uns um Hilfe gebeten!“
Ich starrte den Mann an, der gerade mit mir gesprochen hatte. Anscheinend hatte er hier auf uns gewartet.
„Haben die hier alle einen Spleen?“, flüsterte ich Tom und Eva Maria zu, „da warten die auf mich, damit ich über Krieg und Frieden entscheiden soll. Die haben doch einen an der Waffel. Oder bin ich eventuell noch krank und dieses ist alles nur ein böser Traum?“, fragte ich leise.
„Ich muss dich enttäuschen, du bist gesund und hell wach, aber mir kommt das alles wie im Märchen vor oder wir sind in einem Computerspiel gelandet“, meinte Tom, „normal ist das hier nicht und ich möchte allmählich nach hause. Aber ich lasse dich bestimmt nicht alleine hier in dieser verrückten Schlangenwelt.“


Fortsetzung folgt...




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