Sonntag, 9. Februar 2014

Die Tote im Fluss 3. Fortsetzung




Die Tote im Fluss

Nach dem Essen wollte Steffi wissen , was Ralf sie an der Hase fragen wollte. Er zückte eine kleine Schachtel aus der Tasche und öffnete sie: „Möchtest du, wenn du dein Abi hast, meine Frau werden?“
„Steffi schaute ihn verblüfft an. Hast du dir das auch gut überlegt, ich bin sehr chaotisch, glaubst du, dass du damit leben kannst?“, fragte Steffi.
„Wenn du nicht laufend irgend welche Leichen findest! Ich mag dich so wie du bist, so chaotisch!“, antwortete Ralf.“
„Dann muss ich nun wirklich mein Abi schaffen!“, stellte Steffi fest.
„Das wäre schön, aber ich heirate dich auch ohne Abitur!“, versicherte Ralf ihr.
„Da ich Schmuck liebe und der Ring wunderschön ist, sage ich mal ja!“, Steffi lächelte ihren Freund an.
„Typisch!“, stellte Ralf fest und steckte ihr den Verlobungsring an den Finger.
„Ich liebe dich, flüsterte Steffi. „Als ich dich das erste Mal sah, wusste ich, dass ich dich niemals mehr gehen lasse. Ich habe dich mit unsichtbaren Ketten gefangen.
„Darum hatte ich immer so wenig Bewegungsfreiheit, ich habe mich schon gewundert.“ Scherzte Ralf und küsste sie. „Ich bin überzeugt, mit dir wird mein Leben nie langweilig!“
„Immer wenn sich unser Verlobungstag jährt, werden wir garantiert an die Wasserleiche denken“, Steffi musste lachen, obwohl es ja eigentlich traurig war.
Einige junge Leute kamen ins Restaurant und gingen auf einen Tisch mit anderen Gleichaltrigen zu.
„Es wurde in der Hase eine Leiche gefunden. Echt geil. Ein junges Mädchen. Die Polizei hatte alles abgesperrt.“ Erzählten die Ankömmlinge aufgeregt und teilweise durcheinander. „Wir gingen am Haseufer entlang und wollten hoch zum Wall. Die Polizei hielt uns gleich an. Sie fragte uns ein Loch in den Bauch. Ich hatte das Gefühl, die verdächtigten uns, die Leiche ins Wasser geworfen zu haben. Dann zeigten sie uns ein Bild von der Toten. Die sah aus, die muss jemand total zusammen geschlagen haben. Man wollte wissen, ob wir die kannten und ihr werdet es nicht glaube, da gibt Hannes an, dass die Tote die Freundin seines Freundes sein könnte. Er war sich aber nicht sicher, weil das Mädchen so entstellt aussah. Da musste Hannes erst mal mitkommen zum Polizeiwagen und alles zu Protokoll geben, was er so alles wusste.“
„Fünf Whiskys mit Cola bitte!“, bestellte einer der Truppe.
„Wie wäre es mit Cola pur?“, fragte der Kellner, oder seid ihr schon achtzehn.
„Man kann es doch versuch!“, grinste der Junge, „dann eben nur fünf mal Cola.“ So spannend es war, den Jugendlichen zuzuhören, um so ungemütlicher wurde es jetzt. Es wurden Tische und Stühle gerückt und es dauerte ziemlich lange, bis endlich alle saßen. Es waren noch einige Stühle unbesetzt, so dass wohl noch mehr erwartet wurden. Wir hatten gerade beschlossen zu gehen, als ein Jugendlicher herein kam. Er wurde mit lautem Getöse begrüßt und wir hörten durch, dass es sich um diesen Hannes handelte, der nun wohl etwas mehr berichtete.
„Wir bleiben noch etwas“, flüsterte ich Ralf zu, „jetzt kommt garantiert die Fortsetzung über das Thema Wasserleiche.“
„Was habe ich mir da für ein neugieriges Mädchen angelacht!“, stellte Ralf fest, „aber ich muss zugeben, mich interessiert das auch. So oft ist in Osnabrück ja auch nicht was los.“
„So ein paar Leichen hatten wir schon!“, erwiderte Steffi.


Fortsetzung folgt...




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