Die Tote im Fluss
Nach
dem Essen wollte Steffi wissen , was Ralf sie an der Hase fragen
wollte. Er zückte eine kleine Schachtel aus der Tasche und öffnete
sie: „Möchtest du, wenn du dein Abi hast, meine Frau werden?“
„Steffi
schaute ihn verblüfft an. Hast du dir das auch gut überlegt, ich
bin sehr chaotisch, glaubst du, dass du damit leben kannst?“,
fragte Steffi.
„Wenn
du nicht laufend irgend welche Leichen findest! Ich mag dich so wie
du bist, so chaotisch!“, antwortete Ralf.“
„Dann
muss ich nun wirklich mein Abi schaffen!“, stellte Steffi fest.
„Das
wäre schön, aber ich heirate dich auch ohne Abitur!“, versicherte
Ralf ihr.
„Da
ich Schmuck liebe und der Ring wunderschön ist, sage ich mal ja!“,
Steffi lächelte ihren Freund an.
„Typisch!“,
stellte Ralf fest und steckte ihr den Verlobungsring an den Finger.
„Ich
liebe dich, flüsterte Steffi. „Als ich dich das erste Mal sah,
wusste ich, dass ich dich niemals mehr gehen lasse. Ich habe dich mit
unsichtbaren Ketten gefangen.
„Darum
hatte ich immer so wenig Bewegungsfreiheit, ich habe mich schon
gewundert.“ Scherzte Ralf und küsste sie. „Ich bin überzeugt,
mit dir wird mein Leben nie langweilig!“
„Immer
wenn sich unser Verlobungstag jährt, werden wir garantiert an die
Wasserleiche denken“, Steffi musste lachen, obwohl es ja eigentlich
traurig war.
Einige
junge Leute kamen ins Restaurant und gingen auf einen Tisch mit
anderen Gleichaltrigen zu.
„Es
wurde in der Hase eine Leiche gefunden. Echt geil. Ein junges
Mädchen. Die Polizei hatte alles abgesperrt.“ Erzählten die
Ankömmlinge aufgeregt und teilweise durcheinander. „Wir gingen am
Haseufer entlang und wollten hoch zum Wall. Die Polizei hielt uns
gleich an. Sie fragte uns ein Loch in den Bauch. Ich hatte das
Gefühl, die verdächtigten uns, die Leiche ins Wasser geworfen zu
haben. Dann zeigten sie uns ein Bild von der Toten. Die sah aus, die
muss jemand total zusammen geschlagen haben. Man wollte wissen, ob
wir die kannten und ihr werdet es nicht glaube, da gibt Hannes an,
dass die Tote die Freundin seines Freundes sein könnte. Er war sich
aber nicht sicher, weil das Mädchen so entstellt aussah. Da musste
Hannes erst mal mitkommen zum Polizeiwagen und alles zu Protokoll
geben, was er so alles wusste.“
„Fünf
Whiskys mit Cola bitte!“, bestellte einer der Truppe.
„Wie
wäre es mit Cola pur?“, fragte der Kellner, oder seid ihr schon
achtzehn.
„Man
kann es doch versuch!“, grinste der Junge, „dann eben nur fünf
mal Cola.“ So spannend es war, den Jugendlichen zuzuhören, um so
ungemütlicher wurde es jetzt. Es wurden Tische und Stühle gerückt
und es dauerte ziemlich lange, bis endlich alle saßen. Es waren noch
einige Stühle unbesetzt, so dass wohl noch mehr erwartet wurden.
Wir hatten gerade beschlossen zu gehen, als ein Jugendlicher herein
kam. Er wurde mit lautem Getöse begrüßt und wir hörten durch,
dass es sich um diesen Hannes handelte, der nun wohl etwas mehr
berichtete.
„Wir
bleiben noch etwas“, flüsterte ich Ralf zu, „jetzt kommt
garantiert die Fortsetzung über das Thema Wasserleiche.“
„Was
habe ich mir da für ein neugieriges Mädchen angelacht!“, stellte
Ralf fest, „aber ich muss zugeben, mich interessiert das auch. So
oft ist in Osnabrück ja auch nicht was los.“
„So
ein paar Leichen hatten wir schon!“, erwiderte Steffi.
Fortsetzung folgt...
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