Die Tote im Fluss
Hattest du so lange Schule?“, fragte
Steffi ihre Schwester.
„Nein, ich war noch Eis essen!“, antwortete Johanna.„Er sieht gut aus!“, stellte Steffi fest.
„Wer?“, fragte Johanna.
„Ich habe euch gesehen! Wollte er dich baden lassen?“, fragte Steffi.
„Ach, das auf der Brücke! Das war nur Quatsch.!“,entgegnete ihre Schwester.
„Siehst du ihn wieder?“, wollte Steffi wissen.
„Ja, er holt mich morgen von der Schule ab“, erwiderte Johanna, „aber vorher muss ich noch eine Mathearbeit schreiben.“
„Das schaffst du doch mit links, ich habe meine gerade verhauen. Ich glaube, ich könnte ein paar Nachhilfestunden von dir gebrauchen“, klagte Steffi.
„Bist du krank?“ , fragte Johanna. „Das ist das erste Mal, dass du freiwillig Nachhilfe nimmst.“
„Ich habe beschlossen, mein Abi doch zu machen. Ich werde wirklich pauken!“, erklärte Steffi.
„Woher kommt der Sinneswandel?“, staunte Johanna. „Du wolltest doch die Schule abbrechen und eine Ausbildung als Gärtnerin machen.“
„Ralf heißt mein Sinneswandel.“ Verriet Steffi.
„Erzähl!“, sagte Johanna, „lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!“
„Also, Ralf studiert im ersten Semester Kunst hier in Osnabrück. Und ich will auch studieren.“ Erklärte Steffi.
„Auch Kunst?“, fragte ihre Schwester.
„Nein, Gartenbau“, antwortete Steffi.
„Schaffen könntest du das, du bist ja nicht dumm, aber furchtbar faul!“, stellte Johanna fest.
„Jetzt habe ich ein Ziel, und dafür werde ich büffeln. Ralf will mir helfen; und wenn du mir noch in Mathe hilfst, werde ich noch Klassenbeste!“, versicherte Steffi.
„Was so ein Ralf alles bewirken kann, der hat dich ja ganz umgekrempelt, Gott sei Dank zum Guten!“, meinte Johanna, „du würdest ja jetzt auch Abi machen, wenn du die zwei Jahre nicht hättest wiederholen müssen. Aber das hast du eben deiner Faulheit zu verdanken.“
„Das war nicht alleine Faulheit“, verteidigte sich Steffi, „ich hatte eben zu der Zeit andere Interessen. Ehrlich gesagt, möchte ich die Zeit nicht missen und ich würde alles noch einmal so machen.“
„Gehst eben gerne zur Schule!“, ärgerte Johanna sie.
„Eigentlich ja, ich könnte meinet wegen noch ein paar Jahre wiederholen. Nur die Klassenkameraden werden dann immer jünger. Und die Mathearbeiten müssten abgeschafft werden! Aber jetzt erzähl mir von dem Typen mit dem du auf der Brücke warst“, lenkte Steffi ab
.„Da gibt es nicht viel, wir haben uns gerade erst kennengelernt. Er macht in diesem Jahr sein Abi und will dann studieren, weiß aber noch nicht was. Er heißt Michael, aber alle sagen Micha zu ihm. Und er kann wunderschön lächeln“, erzählte Johanna.
„Und du bist verknallt in ihn!“, stellte Steffi fest.
„Ich glaube schon“, entgegnete Johanna.
„Ich muss los“, sagte Steffi, „ich hole Ralf von der Uni ab und dann geht es heute Abend ins Kino, ich freue mich schon.“
„Viel Spaß!“, wünschte Johanna ihr.
Fortsetzung folgt....
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