Der rote Elefant
„Joshi, wo bist
du!“ Ich flitzte durch den ganzen Stall und blieb vor einem großen
Heuhaufen stehen. „Komm heraus, ich rieche, dass du dich hier
versteckst, nicht umsonst nennt man mich Ritschi die Riechmaus.“
„Du bist eine Spitzmaus und keine Riechmaus“, klang es kläglich aus dem Heu.
„Ist doch schnuppe, nun komm schon. Ist etwas passiert?“
„Ja; etwas ganz schreckliches.“
„Vielleicht kann ich dir helfen?“
„Mir kann keiner helfen. Bitte nicht lachen, wenn ich heraus komme. Versprochen?“, bat Joshi.
„Versprochen!“, versicherte ich.
Das Heu fing etwas an zu rascheln. Etwas Rotes kam zum Vorschein, das aussah wie ein kleiner Elefantenfuß, und dann flog das Heu in alle Richtungen und vor mir stand....etwas Rotes!
„Heiliger Bimbam! Du siehst aus wie eine Tomate! Eine riesige Tomate!“ Ich musste so lachen, das mir der Bauch weh tat, ich mich auf den Rücken purzeln ließ und mit den Beinen strampelte. „Heiliger Bimbam, bist du rot! Es fehlt nur noch ein Schleifchen im Haar!“
„Du bist so gemein! Du hast Versprochen nicht zu lachen.“ Joshi seufzte jämmerlich und dicke Krokodilstränen rannten ihm die Wangen runter. Sofort verging mir das Lachen, denn der kleine Elefant war mein Freund und einer der wenigen Elefanten auf der ganzen Welt, die keine Angst vor Mäuse hatte. Weinen konnte ich ihn nicht sehen.
„Es wird schon alles wieder gut, versuchte ich ihn zu trösten. Wie konnte das mit der Farbe bloß passieren?“ „Irgendjemand hat mir einen ganz fiesen Streich gespielt und in mein Badewasser rote Farbe gekippt. Ich habe das nicht gesehen, weil es schon dämmerte.“
„Hast du jemanden in Verdacht?“, fragte ich.
„Ich vermute,dass es die Erdmännchen waren, die haben ja den ganzen 'Tag nur Unsinn im Kopf, aber beweisen kann ich das nicht,“ schluchzte Joshi.
„Na ja, es hat auch was Gutes mit der Farbe, denn morgen ist ja Karneval der Tiere und es läuft eine super Party ab mit Verkleidung. Das beste Kostüm bekommt einen Preis. Wir müssen dich nur noch ein wenig aufpeppen.“ Joshi ließ sich das alles durch den Kopf gehen und auf einmal strahlte er.
„Wau, gar nicht schlecht, ich gehe als Indianerhäuptling Roter Pfeil.“
„Super, ich werde mich gleich auf den Weg machen und Federn einsammeln, zur Not reiße ich sie dem Pelikan und den Enten raus!“, sagte ich.
„Oh, das tut ja weh, lass das mit den Federn raus reißen bloß sein, im Gehege liegen immer genug!“ meinte der Elefant.
„Du bist eine Spitzmaus und keine Riechmaus“, klang es kläglich aus dem Heu.
„Ist doch schnuppe, nun komm schon. Ist etwas passiert?“
„Ja; etwas ganz schreckliches.“
„Vielleicht kann ich dir helfen?“
„Mir kann keiner helfen. Bitte nicht lachen, wenn ich heraus komme. Versprochen?“, bat Joshi.
„Versprochen!“, versicherte ich.
Das Heu fing etwas an zu rascheln. Etwas Rotes kam zum Vorschein, das aussah wie ein kleiner Elefantenfuß, und dann flog das Heu in alle Richtungen und vor mir stand....etwas Rotes!
„Heiliger Bimbam! Du siehst aus wie eine Tomate! Eine riesige Tomate!“ Ich musste so lachen, das mir der Bauch weh tat, ich mich auf den Rücken purzeln ließ und mit den Beinen strampelte. „Heiliger Bimbam, bist du rot! Es fehlt nur noch ein Schleifchen im Haar!“
„Du bist so gemein! Du hast Versprochen nicht zu lachen.“ Joshi seufzte jämmerlich und dicke Krokodilstränen rannten ihm die Wangen runter. Sofort verging mir das Lachen, denn der kleine Elefant war mein Freund und einer der wenigen Elefanten auf der ganzen Welt, die keine Angst vor Mäuse hatte. Weinen konnte ich ihn nicht sehen.
„Es wird schon alles wieder gut, versuchte ich ihn zu trösten. Wie konnte das mit der Farbe bloß passieren?“ „Irgendjemand hat mir einen ganz fiesen Streich gespielt und in mein Badewasser rote Farbe gekippt. Ich habe das nicht gesehen, weil es schon dämmerte.“
„Hast du jemanden in Verdacht?“, fragte ich.
„Ich vermute,dass es die Erdmännchen waren, die haben ja den ganzen 'Tag nur Unsinn im Kopf, aber beweisen kann ich das nicht,“ schluchzte Joshi.
„Na ja, es hat auch was Gutes mit der Farbe, denn morgen ist ja Karneval der Tiere und es läuft eine super Party ab mit Verkleidung. Das beste Kostüm bekommt einen Preis. Wir müssen dich nur noch ein wenig aufpeppen.“ Joshi ließ sich das alles durch den Kopf gehen und auf einmal strahlte er.
„Wau, gar nicht schlecht, ich gehe als Indianerhäuptling Roter Pfeil.“
„Super, ich werde mich gleich auf den Weg machen und Federn einsammeln, zur Not reiße ich sie dem Pelikan und den Enten raus!“, sagte ich.
„Oh, das tut ja weh, lass das mit den Federn raus reißen bloß sein, im Gehege liegen immer genug!“ meinte der Elefant.
Sofort machte ich mich auf, um die Federn zu suchen, als
ich im Gebüsch etwas rascheln hörte. Vorsichtig schlich ich mich
ran, und sah gerade noch wie ein Erdmännchen davon raste.
„Du Fiesling, laufe nur, sonst mach ich dich zur Schnecke!“, rief ich ihm nach.
„Du Winzling! Hast nur eine große Schnauze, wenn dein Elefantenfreund in der Nähe ist!“, hallte es aus sicherer Entfernung. Der hatte garantiert gelauscht. Diese Viecher sind echt neugierig. Aber was solls, dann wissen sie eben das Joshi als Indianerhäuptling geht, obwohl das Kostümieren eigentlich bis zum Fest geheim bleiben sollte.
„Du Fiesling, laufe nur, sonst mach ich dich zur Schnecke!“, rief ich ihm nach.
„Du Winzling! Hast nur eine große Schnauze, wenn dein Elefantenfreund in der Nähe ist!“, hallte es aus sicherer Entfernung. Der hatte garantiert gelauscht. Diese Viecher sind echt neugierig. Aber was solls, dann wissen sie eben das Joshi als Indianerhäuptling geht, obwohl das Kostümieren eigentlich bis zum Fest geheim bleiben sollte.
Ich trommelte alle meine Freunde unter den Mäusen
zusammen und erzählte ihnen von der Gemeinheit, die man dem kleinen
Elefanten angetan hatte und von der Idee des Indianerkostüms.
„Natürlich helfen wir dir die Federn zu suchen!“, riefen sie und alle machten sich gleich an die Arbeit. Die Mausfrauen besorgten lange Strohhalme und flochten sie zu einem Kranz, in den wir dann die langen Federn steckten. Kleine Kränze kamen an die Füße, geschmückt mit bunten Federn. Herr Biber war für Pfeil und Bogen zuständig und verriet uns, dass er als Wassermann ginge.
„Joshi, du siehst super aus!“, jubelten die Mäuse begeistert, als der kleine Elefant als stolzer Indianerhäuptling vor uns stand.
„Ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll,“ sagte Joshi ergriffen.
„Ist doch Ehrensache, du bist doch unser Freund!“, rief ich ihm zu.
"Aber ihr, als was geht ihr denn zum Karneval?“, fragte er.
„Ach her je! Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht“, erschrak ich. Ein Murmeln ging durch die ganze Mäusemenge.
„Wir können uns doch als Indianerkrieger verkleiden!“, stellte ein kleines Mäusemädchen fest.
„Hurra, das ist es, und Joshi ist unser Häuptling!“, rief ich. Alle Mäuse waren einverstanden und machten sich gleich an die Arbeit. Federn hatten wir noch genügend. Es war schon fast ein kleines Fest. Einige Mäuse, die schon fertig waren trommelten auf Wallnüssen und andere übten Indianertänze ein.
„Natürlich helfen wir dir die Federn zu suchen!“, riefen sie und alle machten sich gleich an die Arbeit. Die Mausfrauen besorgten lange Strohhalme und flochten sie zu einem Kranz, in den wir dann die langen Federn steckten. Kleine Kränze kamen an die Füße, geschmückt mit bunten Federn. Herr Biber war für Pfeil und Bogen zuständig und verriet uns, dass er als Wassermann ginge.
„Joshi, du siehst super aus!“, jubelten die Mäuse begeistert, als der kleine Elefant als stolzer Indianerhäuptling vor uns stand.
„Ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll,“ sagte Joshi ergriffen.
„Ist doch Ehrensache, du bist doch unser Freund!“, rief ich ihm zu.
"Aber ihr, als was geht ihr denn zum Karneval?“, fragte er.
„Ach her je! Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht“, erschrak ich. Ein Murmeln ging durch die ganze Mäusemenge.
„Wir können uns doch als Indianerkrieger verkleiden!“, stellte ein kleines Mäusemädchen fest.
„Hurra, das ist es, und Joshi ist unser Häuptling!“, rief ich. Alle Mäuse waren einverstanden und machten sich gleich an die Arbeit. Federn hatten wir noch genügend. Es war schon fast ein kleines Fest. Einige Mäuse, die schon fertig waren trommelten auf Wallnüssen und andere übten Indianertänze ein.
Endlich war es so weit, dass Karnevalsfest begann.
Die Tiere versammelten sich auf einer Lichtung. Es sah wunderschön aus, als sie in ihren farbenfrohen Kostümen eintrafen. Vorab der Biber als Wassermann. Grüne Wasserpflanzen hingen überall um ihn herum. In der Pfote hatte er einen Dreizack, den er sich selber zugeschnitten hatte.
Der Pfau hatte es am leichtesten mit seinem Kostüm. Er breitet einfach seinen Federschwanz zu einem wunderschönen Rad aus. Die Hühner gackerten vor Begeisterung. Sie hatten alle ein rotes Kopftuch auf. Wie waren sie wohl an den roten Stoff gekommen. Aber das ist ja egal, sie sahen echt süß aus. Ihre Küken schmückten rosa beziehungsweise hellblaue Schleifen.
Dann kamen die Erdmännchen, diese Ganoven, und so sahen sie auch aus. Alle hatten einen schwarzen Umhang um, einige hatten einen schwarzen Lappen über den Kopf gebunden. Jeder trug einen dicken Knüppel in der Pfote. Sie sahen richtig böse aus.
Und danach kamen wir. Eine bunte Schar von Indianern mit unserem Häuptling Roter Pfeil. Wir blieben immer wieder stehen, um einen kleinen Indianertanz vorzuführen. Die anderen Tiere jubelten und klatschten Beifall. Es wurde ein wunderschönes Fest. Wir sangen und tanzten und einige Tiere gingen in die Bütt und erzählten Witze.
Auch für Essen war gesorgt. Große Schalen gefüllt mit Leckerein wie Hafer- und Weizenkörner, Mais, Eicheln und Nüssen. Und dann kam die Abstimmung, wer das schönste Kostüm hatte. Es war sehr spannend. Platz drei belegte der Biber, der sich wie ein Schneekönig freute. Auf Platz zwei kamen die Erdmännchen, die alle sehr bedeppert aussahen, denn sie ärgerten sich, dass sie nicht gesiegt hatten.. Also wirklich, die haben den zweiten Platz gar nicht verdient.
„Und jetzt kommen wir zum ersten Platz.“ Riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Alle schauten zum Präsidenten der Tiere erwartungsvoll auf. „Heute haben wir erstmals zwei Sieger.“ Ein Raunen ging durch die Gesellschaft. „Den erst Platz hat gewonnen:“ Es war still, als hielten alle den Atem an. Die Spannung stieg! „Der kleine rote Elefant mit dem Häuptlingskostüm!“
Ein Jubel brach aus. „Und auf den ersten Platz“, rief der Präsident gegen den Jubel an: „Die Indianergruppe der Mäuse!“
Die Mäuse quietschten und piepsten vor Freude und fingen gleich wieder an zu tanzen, Joshi in ihrer Mitte. Es wurde noch lange gefeiert und selbst die Erdmännchen waren wieder gut gelaunt und meinten: „Joshi hat es uns zu verdanken, dass er gewonnen hat.“
„Jetzt habt ihr zugegeben, dass ihr die rote Farbe ins Bad gekippt habt“, stellte ich fest.
„Ja, haben wir“, kicherten sie, „und wir werden selbstverständlich morgen helfen, die Farbe wieder abzuwaschen.“
„Dann ist ja alles geklärt“, sagte ich.
„Im nächsten Jahr werden wir eine andere Farbe nehmen, mal sehen, wie er sich dann verkleidet“, rief ein Erdmännchenjunge.
„Unter stehe dich", drohte Joshi scherzhaft und musste lachen.
Die Tiere versammelten sich auf einer Lichtung. Es sah wunderschön aus, als sie in ihren farbenfrohen Kostümen eintrafen. Vorab der Biber als Wassermann. Grüne Wasserpflanzen hingen überall um ihn herum. In der Pfote hatte er einen Dreizack, den er sich selber zugeschnitten hatte.
Der Pfau hatte es am leichtesten mit seinem Kostüm. Er breitet einfach seinen Federschwanz zu einem wunderschönen Rad aus. Die Hühner gackerten vor Begeisterung. Sie hatten alle ein rotes Kopftuch auf. Wie waren sie wohl an den roten Stoff gekommen. Aber das ist ja egal, sie sahen echt süß aus. Ihre Küken schmückten rosa beziehungsweise hellblaue Schleifen.
Dann kamen die Erdmännchen, diese Ganoven, und so sahen sie auch aus. Alle hatten einen schwarzen Umhang um, einige hatten einen schwarzen Lappen über den Kopf gebunden. Jeder trug einen dicken Knüppel in der Pfote. Sie sahen richtig böse aus.
Und danach kamen wir. Eine bunte Schar von Indianern mit unserem Häuptling Roter Pfeil. Wir blieben immer wieder stehen, um einen kleinen Indianertanz vorzuführen. Die anderen Tiere jubelten und klatschten Beifall. Es wurde ein wunderschönes Fest. Wir sangen und tanzten und einige Tiere gingen in die Bütt und erzählten Witze.
Auch für Essen war gesorgt. Große Schalen gefüllt mit Leckerein wie Hafer- und Weizenkörner, Mais, Eicheln und Nüssen. Und dann kam die Abstimmung, wer das schönste Kostüm hatte. Es war sehr spannend. Platz drei belegte der Biber, der sich wie ein Schneekönig freute. Auf Platz zwei kamen die Erdmännchen, die alle sehr bedeppert aussahen, denn sie ärgerten sich, dass sie nicht gesiegt hatten.. Also wirklich, die haben den zweiten Platz gar nicht verdient.
„Und jetzt kommen wir zum ersten Platz.“ Riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Alle schauten zum Präsidenten der Tiere erwartungsvoll auf. „Heute haben wir erstmals zwei Sieger.“ Ein Raunen ging durch die Gesellschaft. „Den erst Platz hat gewonnen:“ Es war still, als hielten alle den Atem an. Die Spannung stieg! „Der kleine rote Elefant mit dem Häuptlingskostüm!“
Ein Jubel brach aus. „Und auf den ersten Platz“, rief der Präsident gegen den Jubel an: „Die Indianergruppe der Mäuse!“
Die Mäuse quietschten und piepsten vor Freude und fingen gleich wieder an zu tanzen, Joshi in ihrer Mitte. Es wurde noch lange gefeiert und selbst die Erdmännchen waren wieder gut gelaunt und meinten: „Joshi hat es uns zu verdanken, dass er gewonnen hat.“
„Jetzt habt ihr zugegeben, dass ihr die rote Farbe ins Bad gekippt habt“, stellte ich fest.
„Ja, haben wir“, kicherten sie, „und wir werden selbstverständlich morgen helfen, die Farbe wieder abzuwaschen.“
„Dann ist ja alles geklärt“, sagte ich.
„Im nächsten Jahr werden wir eine andere Farbe nehmen, mal sehen, wie er sich dann verkleidet“, rief ein Erdmännchenjunge.
„Unter stehe dich", drohte Joshi scherzhaft und musste lachen.
Ende
Copyright2014by Helga Pikulik
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