Die Knochenmänner
„Ich
habe einmal beobachtet, wie sich zwei von denen stritten. Da hat der
eine dem andern den Kopf abgeschlagen. Das Knochengestell
ohne Kopf lief orientierungslos herum, bis es an eine Wand stieß. Da fiel
es auseinander und die Knochen klapperten zu Boden“, erzählte
Jasmin.
„Da
muss es doch eine Möglichkeit geben, ihnen zu entkommen“, sagte
ich. „Schlafen diese Wesen auch mal?“
„Ja,
nachts in ihren Särgen“, antwortete Sonja.
„Wo
stehen die Wachposten?“, erkundigte ich mich.
„Sie
stellen keine auf, sie fühlen sich wohl sehr sicher in ihrer Höhle“,
entgegnete Jasmin.
„Was
uns betrifft, trauen sie uns nicht zu, noch einmal auszubrechen. Sie
hatten uns beim letzten Versuch so eingeschüchtert. Und wo sollten
wir auch hin in diesem düsteren Land. Wer weiß, was uns da noch
alles begegnet. Auch wissen wir nicht, wie wir wieder in unsere Welt
kommen“, sagte Evi, ein weiteres von den Mädchen. Es war erst
vierzehn Jahre und ungefähr vier Monate hier gefangen.
„Wir müssen hier raus, viel schlimmer kann es draußen nicht
werden! Wird die Tür von unserem Käfig nachts abgeschlossen?“,
fragt ich.
„Nein,
sagte Jasmin. Die Skelette bringen uns das Essen und dann
gehen sie schlafen, darum vemute ich, dass am Eingang der Höhle
Wachen stehen,“ sagte Jasmin.
“Ich
werde hier nicht länger bleiben. Wer Lust hat, kann ja heute Abend
mitkommen“, bot ich den Mädels an.
„Wir
haben dir doch gesagt, dass die Knochenmänner sehr widerlich werden
können, wie wir es beim letztem Ausbruchversuch erlebt haben,“
versuchte Sonja mich von meiner Flucht abzuraten.
„Egal,
ihr müsst ja nicht mitkommen!“, sagte ich aufgebracht. „Mir ist
es unverständlich, dass ihr hier bleiben wollt. Ich auf keinen
Fall, koste es was es wolle.“
Fortsetzung folgt...
(c)
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