Mittwoch, 9. April 2014

21. Fortsetzung: Gehasster Liebling



Gehasster Liebling

Wir erreichten auf unseren Feenponys sehr schnell die Burg. Der Eingang der Burg wurde von mehreren Kriegern bewacht. Wir stiegen von unseren Feenponys und gingen auf das große Eingangstor zu. Vorher kraulte ich Sternenfee noch den Kopf und flüsterte ihr zu: „Ich mag dich, so wie du bist!“ Sie schaute mich verblüfft an, aber ehe sie wieder anfing Blödsinn zu reden, zog ich es jetzt vor, Naro schnell zu folgen. Alle Krieger nahmen Haltung an und das große Tor wurde geöffnet. Plötzlich erschollen Fanfarenklänge.
„Die sind dir zu Ehren“, sagte Naro.
„Das wäre doch nicht nötig gewesen!“, scherzte ich und ehe ich durch das Tor ins Innere verschwand, schaute ich mich nach Sternenfee um und winkte ihr kurz zu.
Sie schaute total verlegen und senkte ehrfürchtig den Kopf. Sie tat mir richtig leid. Am liebsten wäre ich zu ihr hin gelaufen und hätte sie umarmt. Aber das ging jetzt wohl schlecht, denn wir wurden zum Herrscher geführt.
Wir gingen durch mehrere Gänge und kamen in einen großen Raum, welcher einen vor Luxus fast erdrückte. Mit Gold verzierte Marmorsäulen stützten das mit wunderbaren Bildern bemalte Gewölbe. Die Vorhänge schienen aus Seide zu sei und die Wände waren teilweise mit Gold umrandeten Spiegeln ausgestattet. Unzählige Lampen mit Edelsteinen verziert spendeten Licht. Schwere Teppiche bedeckten zum größten Teil den aus feinem Holz bestehenden Boden. Überall standen Figuren von Schlangen und Schlangenmenschen und am Ende des Raumes auf einen goldenen mit Edelsteinen verzierten Stuhl saß ein alter Mann. Er war schon über hundert Jahre alt und seine Haut war faltig und grün geschuppt. Sein Gesicht glich dem einer Schlange. Trotz des hohen Alters schauten seine Augen sehr stechend und wach. Er musterte mich von oben nach unten. Neben dem alten Mann stand Larox, Naros Vater.
„Unser Herrscher Faro heißt dich willkommen. Er hat lange gewartet, bis sein Nachfolger oder Nachfolgerin geboren wurde. Nie hat er daran gezweifelt, dass du deine wichtige Aufgabe annimmst. Er hat dein Leben bis jetzt beobachtet und uns von dir berichtet. Als wir enttäuscht waren, weil du uns wieder verlassen hattest, hat er uns Mut zugesprochen und uns versichert, dass du wieder zurück kommst, sobald die Wandlung vollzogen wäre und du dir über deine Macht im Klaren wärst.“
Die ganze Zeit hatte der alte Mann seinen Blick auf mich gerichtet und ich spürte auf einmal, wie eine zusätzlich Magie auf mich überging und ich mit einem Male ein unheimliches Wissen verspürte. Alles war mir plötzlich so vertraut, als hätte ich schon immer hier gelebt. Aber auch das Wissen über den Magier der schwarzen Magie nahm ich zur Kenntnis und es erschreckte mich. Der alte Mann sackte plötzlich in sich zusammen. Es muss ihn unheimlich angestrengt haben, mir sein Wissen zu übermitteln. Er deutete mir mit einer schwachen Handbewegung an, zu ihm zu kommen. Langsam ging ich auf ihn zu. Er kam mir unheimlich vor. Vor ihm kniete ich ehrfürchtig nieder, denn trotz seiner Gebrechlichkeit spürte ich seine große Magie, aber mit schwacher Stimme sprach er zu mir:
„Sei willkommen, Manuela. Führe unser Volk. Wende Unheil von ihm ab und halte Frieden mit unseren Nachbarländern, denn nur gemeinsam seid ihr stark und könnt den schwarzen Magier besiegen, was ich leider nicht geschafft habe. Du aber hast die Stärke, du wirst es schaffen. Verbünde dich mit den Hexen und Hexern. Sie haben eine neue Herrscherin. Sie ist ebenfalls noch sehr jung und zu ihrem Schutz bei den Menschen aufgewachsen. Nun aber hat sie die Herrschaft über das Hexenreich übernommen. Vor kurzer Zeit hat der Herrscher der Lux alle Vertreter der befreundeten Nachbarländern versammelt und es wurde beratschlagt was zu machen sei, denn die Bigs bedrohen das Land der Lux. Das Schlimme ist, das der schwarze Magier dahinter steckt. Das nächste Volk könnte eventuell schon das unsere sein. Manuela, bist du dir der Großen Aufgabe bewusst und willst du unser Volk nach besten Wissen und Gewissen führen?“
„Ja, das willig ich.“
„Dann übertrage ich dir Manuela hiermit die Herrschaft über das Land der Schlangen und Schlangenmenschen und all unseren Tieren. Larox und Naro, ihr seid Zeugen meines letzten Willens. Jetzt kann ich beruhigt sterben, denn ich weiß unser Volk in guten Händen. Manuela, dein neuer Name lautet Zara!“
Der alte Mann sackte in sich zusammen und starb.
„Nicht sterben rief ich und beugte mich über den alten Herrscher.
„Ich habe doch noch so viele Fragen!“, sagte ich traurig.
„Auf deine Fragen wirst du selber Antworten finden. Horche in dich hinein. Der alte Herrscher hat dir sein Wissen und seine Magie übertragen“, sagte Larox.
„Ja, das habe ich vorhin gemerkt. Hat ihn das so geschwächt, dass er deshalb so plötzlich gestorben ist?“, fragte ich.
„Er war alt und krank. Nur die Hoffnung, dass du kommst und bereit bist, die Herrschaft zu übernehmen, hat ihn am Leben gehalten.“ Antwortete Larox. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Er war froh, dir sein Wissen und seine Magie noch übertragen zu können.“
„Hoch lebe unsere Königin!“, rief Naro.
„Sorgst du für alles?“, fragte Larox seinen Sohn.





Fortsetzung folgt...




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