Dienstag, 22. April 2014

25. Fortsetzung: Gehasster Liebling





Gehasster Liebling



„Sie fragen sich sicher, warum ich hier so kurzfristig angemeldet auftauche!“, reißt mich Rain aus meinen Gedanken. „Ich komme direkt aus der Gegend unseres Landes, wo es an das Reich der Bigs und das des schwarzen Magiers Arus grenzt. Wir haben dort ein großes Heer stationiert. Cira, die Herrscherin der Hexen und Hexer und ich haben uns ein Stück in das Land der Schwarzen Magie auf unseren Vögeln gewagt. Der schwarze Magier hat seine Truppen zusammen gezogen und sie begeben sich auf unsere Grenzen zu. Außerdem bedrohen sie das Land der Zwerge.
Arus hat sich mit den Bigs verbündet und diese marschieren auf das Hexenland zu. Wir haben inzwischen alle Bigs aus unserem Land ausgewiesen, außer einer kleineren Truppe, der wir absolut vertrauen können.“
„Und sie möchten, dass wir ihnen, sollte es zum Krieg kommen, zur Seite stehen“, unterbrach ich ihn.
„Genau, das ist mein Anliegen. Ich würde mich freuen, wenn sie mir auch, sollte es nicht zum Krieg kommt, zur Seite stehen,“ scherzte er und ergriff meine Hand, dass ich vor Schreck zusammenfuhr.
„Entschuldigen sie, ich wollte sie nicht erschrecken“, ging er auch noch darauf ein, ließ mich aber nicht los. Sollte ich ihm meine Hand entziehen, oder war das unhöflich? Mein Blick wanderte kurz nach Naro, als könnte der mir jetzt helfen. Der grinste jedoch noch mehr und schien sich köstlich über meine miese Lage zu amüsieren.
„Ich habe noch nie so eine schöne Frau unter den Schlangenmenschen gesehen!“, stellte Rain fest, und er legte zu allem Überfluss auch noch die zweite Hand auf die meine. „Wir werden den Krieg nicht abwenden können. Der schwarze Magier will unsere Länder unterwerfen. Er ist Größenwahnsinnig. Wir werden ihn nur mit vereinten Kräften besiegen können.“
„Ich bin noch nicht lange in diesem Land, geschweige denn Königin. Ich muss mich noch mit so vielem Vertraut machen. Ich werde mich jedoch mit Larox und meinen Heeresführern beraten und ihnen dann eine Antwort geben. Ich möchte mich jetzt gerne zurückziehen, Larox wird sich weiter um sie kümmern.“ ich versuchte meine Hand zurück zuziehen, aber er hielt sie einfach fest und schaute schon wieder tief in meine Augen. Ich hatte das Gefühl, als könnte er in meinen Augen lesen, was in mir vorging.
„Ich wäre überglücklich, wenn sie mir persönlich morgen ihr Reich zeigen würden,“ sagte er und gab mir einen Handkuss und ohne meine Antwort abzuwarten, meinte er: „Schlafen sie gut, meine Schöne, ich freue mich auf Morgen und auf unseren gemeinsamen Ausflug! Ich werde heute Nacht von ihnen träumen!“ Er gab meine Hand frei und deutete eine Verbeugung an, um dann auf Larox zu zugehen. Ich machte, dass ich aus dem Zimmer kam. Auf dem Flur holte ich erst einmal tief Luft.
„Mein Gott, was war dieser Lux bloß für ein Typ. Total arrogant und von sich so überzeugt. Irgendwie erinnerte er mich an Tom, als ich ihn noch hasste. Aber Tom war in Wirklichkeit ganz anders. Er war lieb und zärtlich und besorgt. Ach Tom, wärst du doch hier, dann wäre bestimmt alles leichter“, dachte ich. Hinter mir öffnete sich die Tür und es verließ jemand das Zimmer. Zum Glück war es Naro.
„ Der Typ hat ja einen Narren an dir gefressen“, ärgerte er mich und musste lachen.
„Lach nicht, die Lage ist ernst!“, sagte ich und musste dann auch lachen. „Wie viele Frauenherzen der wohl schon gebrochen hat?“, vermutete ich.
„Darum passe auf dein Herz auf!“, riet Naro mir und fasste mich freundschaftlich um und begleitete mich zu meinem Schlafzimmer. „Gute Nacht, kleine Königin“, sagte er sanft und gab mir einen Kuss auf die Stirn, „und träume schön vom Lux!“ Dann machte er sich schnell lachend aus dem Staub, ehe ich etwas erwidern konnte.
„Morgen ist auch noch ein Tag, Naro!“, rief ich ihm drohend nach. Ich hörte noch sein schallendes Lachen. Er hatte unheimlich Spaß daran, mich zu ärgern. Ich glaube, er sah in mir so etwas, wie eine kleine Schwester. Gern hätte ich ihn zum großen Bruder, aber meine Gefühle wollten mehr.



Fortsetzung folgt...




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