Die Burg
„Wir
sind doch keine Babys!“, schimpfte Simone.
„Doch,
seid ihr!“ Antwortete Max.
„Jetzt
fangt nicht schon wieder an zu streiten! Ihr könnt die Beiden
mitnehmen und Vati und ich unternehmen einmal etwas ohne euch.
„Ich
bin doch kein Kindermädchen!“, maulte Max. Aber er gönnte seinen
Eltern die Ruhe.
„Seid
bloß morgen pünktlich fertig, sonst bleibt ihr hier. Und es werden
keine Puppen und Teddys mitgenommen!“ Ermahnte Max die Zwillinge.
Jens fand es super in der Familie zu sein. Da war ständig etwas los.
Bei ihm zu hause ging alles so ruhig von statten.
„Und
Arras, wer nimmt den mit?“ Wollte Hanna wissen.
„Am
Besten immer der,der fragt!“, grinste ihr Vater.
„Auch
das noch!“, stöhnte Max. „Dann wären wir ja fast komplett.
Wollt ihr nicht auch mitkommen?“, fragte er seine Eltern.
„Nein danke, wo bleibt denn da die Erholung!“, antwortete seine Mutter.
Am
anderen Morgen brachen die Kinder auf. Sie hatten sich alle einen
Rucksack gepackt und aus Annas schaute natürlich ein Stofftier
heraus.
„Keine
Teddys, habe ich gesagt!“ Erinnerte Max sie.
„Das
ist ein Affe, der darf mit!“ Widersprach Anna und grinste. Max gab
sich geschlagen.
„Ich
habe mein Eichhörnchen mit!“, flüsterte Simone ihrer
Zwillingsschwester zu.
„Ich
sagte ja, Babys!“, ärgerte Max sie, denn er hatte das noch gehört.
„Selber!“,
antwortete Simone und schnitt eine Grimasse.
Nach
einer Stunde hatten sie die Burg erreicht.
„Ihr
bleibt immer bei uns!“ Gab Max den Zwillingen Anweisung. „Ihr
seht ja, wie groß diese Burg ist. Wenn wir euch verlieren, müsst
ihr immer hier bleiben. Keiner wird euch jemals wiederfinden“,
scherzte Max.
„Mensch
ärger die Beiden nicht, die bekommen ja Angst!“, fauchte Hanna Max
an.
„Sicher
findet man euch wieder, es laufen ja überall Touristen herum. Wir
sind ja nicht alleine. Aber bleibt immer bei uns.“ Sagte sie zu
ihren Schwestern.
„Ich
habe eine Idee, Ihr geht für euch in die eine Hälfte der Burg und
ich besichtige mit Jens die andere Seite. In zwei Stunden treffen wir
uns hier am Eingang. Dann machen wir ein Picknick und tauschen Fotos
aus und berichten von interessanten Sehenswürdigkeiten. Wenn wir
zusammenbleiben schaffen wir nicht die Besichtigung der ganzen
Burg!“
„Einverstanden!", sagte Hanna. "Wir nehmen den Hund mit. Der muss uns vor den
Burggeistern beschützen. War ein Scherz.“ Wandte sie sich an die
Zwillinge, die schon wieder skeptisch schauten.
„Also,
auf geht es! Komm Jens!“, gab Max dass Kommando. „Vergesst nicht
Fotos zu machen!“, rief er den Mädchen noch nach.
„Das
ist aber auch ein großer Kasten, wie lange die wohl früher daran
gebaut haben.“ Meinte Jens.
„Na,
ein paar Tage schon“, scherzte Max .
„Wir
müssen mindestens noch einen Tag daransetzen, die Burg zu
besichtigen. Das schaffen wir heute nicht alles, auch wenn wir uns
aufgeteilt haben.“ Stellte Jens fest. „Das
scheint hier ein alter Rittersaal zu sein. Die Rüstungen, die hier
herumstehen, scheinen nicht bequem zu sein. Das die damals
darin überhaupt kämpfen konnten.“
„Probiere
doch mal eine an!“ Schlug Max vor.
„Bloß
nicht.“ Lehnte Jens ab. „Nachher klemmen die und ich komme nicht
mehr heraus. Stell dir mal vor, mit dem Ding fällt man um, da kommt
man nie wieder hoch.“
„Welchen
Gang nehmen wir jetzt?“, fragte Jens, als sie aus dem Saal heraus
kamen.
„Ich
schlage vor, den rechten, der sieht so schön gruselig aus.“ Meinte
Max.
„Da
liegt eine Absperrungskette auf der Erde.“ Stellte Jens fest.
„Höchstwahrscheinlich hat die jemand aus Blödsinn abgehängt.
Dieser Gang soll wohl nicht benutzt werden.“
„Dann
schauen wir doch einmal, warum nicht.“ Schlug Max vor und die
Jungen begaben sich in den Gang. Irgendwann wurde das Licht
spärlicher und man konnte nur schlecht etwas erkennen.
„Hol
mal deine Taschenlampe aus deinem Rucksack, die scheinen hier Strom
zu sparen.“ Meinte Max.
„Vielleicht
war deswegen der Gang abgesperrt, weil die Beleuchtung nicht richtig
funktioniert.“ Vermutete Jens und kramte in seinem Rucksack herum.
„Da ist sie ja, natürlich ganz unten.“ Er beleuchtete den Gang
mit der Taschenlampe.
„Also,
die anderen Flure waren bei Weitem nicht so lang. Wir gehen schon
ziemlich lange immer nur gerade aus, ohne dass irgendein Zimmer oder
Saal erscheint. Merkwürdig.“ Stellte Jens fest.
„Du
hast Recht!“ Bestätigte Max. Und es ist inzwischen ganz dunkel.
Gut, dass du deine Taschenlampe mit hast.“
„Max,
der Gang hat sich verändert, wir sind in einem Raum.“ Jens
leuchtete mit seiner Lampe den kleineren Raum aus.
„Nichts
weiter zu sehen!“, sagte er. „Da geht der Gang weiter.“ Stellte
er fest.
„Leuchte
noch einmal rundherum!“, forderte Max ihn auf. „Fällt dir nichts
auf?“
„Nein,
außer dass das Mauerwerk total anders aussieht. Noch älter als das
der Burg bislang.“ Antwortete Jens und leuchtete wieder in den
dunklen Gang.
„Das
ist der Weg, dem wir folgen, nicht wahr?“ Fragte Max. „Und wenn
du in die Runde leuchtest, ist keine andere Abzweigung mehr
vorhanden. Wo sind wir hergekommen? Überall sind Mauern!“ Jens
leuchtete und tastete die Wände ab.
„Mist,
das kann doch gar nicht sein. Ich bin doch nicht verrückt!“, rief
er. „Was geht hier vor?“ Plötzlich zündeten sich wie von
Geisterhand in dem dunklen Gang Fackeln an, die an den Wänden
hingen.
„Ich
glaube ich spinne“, meinte Jens.
„Ich
schätze, dass hier ist eine Tourismus-Attraktion.“ Vermutete Max.
„Dann
lass uns weiter gehen, vielleicht ist der Gang gleich zu Ende. Die
Burg ist ja nur begrenzt groß und wir sind schon so weit gelaufen.“
Erwiderte Jens. Sie fingen an schneller zu laufen, konnten es nicht
abwarten, endlich irgendwo wieder auf Menschen zu treffen. Doch so
weit sie auch liefen, sie trafen niemanden. Inzwischen wurden die
Wände immer Felsen ähnlicher und der Boden immer feuchter.
„Das
hat hier schon lange mit der Burg nichts mehr zu tun!“ Stellte Jens
fest.
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik
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