Die Burg
„Wo
habt ihr eigentlich euer ganzes Gepäck?“ Wollte Jens wissen.
„Vorab
geschickt, sonst hätten wir womöglich einen Anhänger gebraucht.
Was Mädchen alles so mitnehmen, du wirst es nicht glauben, fast den
ganzen Kleiderschrank.“
„Stimmt
ja gar nicht!“, riefen die Zwillinge und Hanna unterstützte sie
und es fing wieder ein neuer Streit an. So wurde es keinem langweilig
bis sie an ihrem Ferienort ankamen
„Ist
das hier schön!“, schwärmte Max Mutter. „Und eine herrliche
Luft.“
Frau
Groß, die Vermieterin der Ferienwohnungen kam ihnen entgegen und
begrüßte alle herzlich. „Ich habe eine Überraschung für sie!
Das Ferienhaus, welches sie ursprünglich mieten wollten, ist frei
geworden und sie können es für die drei Wochen haben, wenn sie es
wollen.“
„Das
ist ja toll“, meinte Max Vater. „Das nehmen wir gerne, dann stört
unsere Rasselbande auch nicht die anderen Feriengäste.“ Das Haus
lag nur etwas weiter von den Ferienwohnungen entfernt. Es hatte eine
größere Rasenfläche und einen Pool, worüber sich vor allem die
Zwillinge freuten. Sie tollten gleich mit Arras herum, der auch froh
war, sich wieder bewegen zu können und ehe sich alle versahen,
sprang der Hund in den Pool und drehte einige Runden.
„Upps!“
Meinte Max und schaute Frau Groß gespannt an. Während dessen
versuchten die Anderen Arras ans Land zu locken, aber Arras liebte
das Wasser.
„Da
muss ich wohl beide Augen zudrücken“, meint Frau Groß und
lächelte. „Nach Möglichkeit den Hund nicht in den Pool lassen.“
Sagte sie und zeigte allen das Haus von innen und wünschte einen
schönen Aufenthalt und gute Erholung. Sie wollte gerade gehen, als
der Hund pudelnass ins Haus jagte und sich noch ein paarmal
schüttelte und sich dann auf einen Teppich niederließ. Jetzt
schaute Frau Groß gar nicht mehr so freundlich und holte tief Luft.
Schluckte dann aber das, was sie sagen wollte, runter und ging.
„Konnte
denn keiner auf den Hund aufpassen?“, fragte der Vater ärgerlich.
„Du
kennst doch Arras. Wenn der Wasser sieht, ist er so schnell, dass ihn
keiner mehr halten kann. Nun sei mal locker, wir haben Urlaub“,
versuchte seine Frau ihren Mann aufzuheitern.
„Was
denkt die Frau Groß von uns? Und dann legt sich der Hund auch noch
klitschnass auf den Teppich.“ Sagte ihr Mann.
„Es
durften Haustiere mitgebracht werden!“, stellte Hanna klar.
„Aber
sicher nicht so ein großes Exemplar!“ Meinte Max und lachte immer
noch, denn er fand das zu ulkig, wie der nasse Hund Frau Groß fast
umgerannt hatte.
„Egal,
wir haben eben so einen großen Schoßhund und jetzt werden die
Sachen aus dem Wagen geholt und ihr Jungs fahrt mit zur Frau Groß
und holt unsere Koffer, die sind nämlich, Gott sei Dank, angekommen.
Alle liefen zum Auto und holten ihre Rucksäcke und sonstige
Utensilien und dann ging im Haus schon wieder die Streiterei los,
weil die Zwillinge unbedingt das Zimmer haben wollten, welches die
Jungs sich ausgesucht hatten. Hanna war froh, ihr eigenes Zimmer zu
bekommen. Es war zwar klein, aber gemütlich. Nachdem man die Koffer
von Frau Groß abgeholt und die Sachen in die Schränken verteilt
hatte, trafen sich alle auf der Terrasse zum Grillen.
„Können
wir morgen zur Burg heraufgehen?“, fragte Max.
„Wenn
ihr keinen Blödsinn macht!“ Meinte der Vater und lachte.
„Ich
komme mit!“, meldete sich Hanna. Max verzog sein Gesicht zur
Grimasse.
„Muss
das sein?“ Jens hingegen freute sich, dass Hanna mitkommen wollte.
„Lass
sie doch, macht zu dritt auch Spaß!“, sagte er zu Max.
„Meinet
wegen“, antwortete er gnädig.
„Ich
kann auch alleine gehen“, sagte Hanna zickig.
„Kannst
ja mitkommen“, erwiderte Max versöhnlich. Eigentlich verstand er
sich mit Hanna gut. Doch jetzt, wo Jens da war, könnte sie auch
etwas alleine unternehmen. Aber vielleicht war sie noch ganz nützlich
beim Erforschen der Burg, ging es durch seinen Kopf.
„Wir
kommen auch mit!“ riefen natürlich jetzt die Zwillinge.
„Wir
machen keinen Familienausflug.“ Antwortete Max jetzt ziemlich
genervt. „Ihr könnt in den Märchenwald gehen.“
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik
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