Lux - Germeon 6. Fortsetzung
„Zara,
ich liebe dich!“ Versicherte Rain ihr und war aufgestanden und
versuchte sie festzuhalten.
„Das
glaube ich dir sogar. Aber ich sehe, du hast dich nicht geändert.
Wenn ich dir jetzt verzeihen würde, würdest du mich mit der
Nächsten betrügen. Ich kann so nicht mit dir leben! Was willst du
mir noch alles zumuten. Das Kind, welches Cira von dir bekommt. Cira,
die du mehr liebst als mich! Dein Leben mit der schwarzen Magie. Sie
hat dich so zum Nachteil verändert. Pass auf, dass sie dich nicht
bald ganz beherrscht. Lebe wohl Rain.“ Zara drehte sich um und ließ
Rain einfach stehen. Der junge Mann, der Zara abgeholt hatte, ging
jetzt auf Rain zu und legte freundschaftlich seinen Arm um ihn. „Das
wird schon wieder, Zara liebt dich über alles!“, versuchte er Rain
zu trösten. Rain legte einen Moment seinen Kopf auf die Schulter des
Mannes.
„Nein,
das ist vorbei. Zara ist eine stolze Frau. Sie wird mir nie verzeihen
Ich liebe sie so sehr. Ich will ohne sie nicht mehr leben. Sie hatte
eine Überraschung für mich. Ich glaube sie erwartet ein Kind. Unser
Glück wäre perfekt gewesen. Ich habe alles verspielt für ein paar
Minuten Vergnügen mit einer Fremden, die mich an Cira erinnerte. Sie
hat mir immer wieder gesagt ich soll an Cira denken. Sie muss von
Germeon gewusst haben, das ich Cira sehr geliebt habe. Ich hatte mich
nicht mehr unter Kontrolle. Ich hatte mir vorgestellt, die fremde
wäre Cira. Diese lockigen blonden Haare. Sie haben mich so an sie
erinnert. Warum hat Zara mich mit diese Frau alleine gelassen. Sie
hat mich auf eine zu harte Probe gestellt und ich habe verloren. Ich
habe alles verloren! Naro, passe bitte auf Zara auf! Wenn du Germeon
siehst, töte ihn für mich. Er ist ein Verräter.“
„Er
ist dein Neffe!“ Sagte Nero erschrocken.
„Nein,
er ist nicht mehr mein Neffe. Wenn er mir unter die Augen kommt,
werde ich ihn eigenhändig töten! Berichte mir bitte laufend, wie es
Zara geht. Wenn sie sich scheiden lässt, werde ich mein Amt ablegen
und mich ins Land der schwarzen Magie zurückziehen. Lebe wohl!“
„Rain!
Du weißt wie gefährlich das für dich ist. Denke an deine Kinder!
Das Jüngste ist noch so klein.“
„Es
ist bei Betty gut aufgehoben! Die sind alle gut aufgehoben, die
brauchen mich nicht!“ Antwortete Rain und ging. Er wischte sich die
Augen. Er hatte geweint. Ich kam mir so mies vor. Ich hatte gerade
das Glück zweier Menschen zerstört, nur weil ich diesen Mann so
begehrte. Ich habe nur an mich gedacht. Ich habe Zara Rain nicht
gegönnt. Weil ich wegen Micha enttäuscht war, sollte es Anderen
auch nicht besser gehen. Was war nur in mich gefahren. Mir fiel ein,
dass Rain Germeon töten oder töten lassen wollte. Vielleicht wollte
er sich dadurch an mir rächen. Quatsch, er wollte mich schon vorher
vor Germeon warnen. Er wäre ein Verräter, hatte Rain zu diesem Naro
gesagt. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Der war dem Rain ja so
untergeben, der würde ihn nie verraten oder sonst etwas gegen ihn
unternehmen. Ich musste Germeon warnen. Außerdem war er der einzige,
den ich hier in der fremden Welt noch hatte. Das mit Rain und mir
werde ich ihm natürlich nicht erzählen. Das war auch blöd von
Rain, freiwillig Zara alles zu beichten. Hätte er den Mund gehalten
und so getan, als wäre alles paletti, wäre er jetzt noch glücklich.
Darum brauchte ich mir keine Gewissensbisse machen. Immerhin hatte
Rain sein Vergnügen gehabt. Warum hatte er mich immer so angemacht.
Er hatte selber Schuld. Ich begab mich auf den Weg in mein Zimmer, um
meine Sachen einzupacken. Kurz vor der Tür traf ich auf Zara.
„Sind
sie jetzt zu Frieden, wo sie erreicht haben, was sie wollten!“
Fragte sie mich. Es klang nicht vorwurfsvoll, es klang nur unheimlich
traurig.
„Ich
wünschte, ich könnte es ungeschehen machen. Ich war wie besessen
von dem Gedanken, ihn zu besitzen. Er hat aber auch egal weg mit mir
geflirtet. Aber Germeon sagte, dass das so seine Art wäre, er ihnen
aber treu ist. Mich reizte es, herauszufinden, ob ich ihn verführen
konnte. Aber es hatte nicht geklappt. Sie haben ja gesehen, als sie
ins Zimmer kamen, da war nichts gelaufen. Das hatte mich allerdings
noch mehr angeregt, es noch einmal zu versuchen Ich glaube jede Frau
würde sich wünschen, von diesem wunderbaren Mann geliebt zu werden.
Ich hatte es das Zweite mal fast geschafft, als er sich auch diesmal
dagegen wehrte. Da habe ich mit einem ganz üblen Mittel gespielt.
Sie
hatten gesagt, dass ich ihn an Cira erinnerte. Von Germeon wusste
ich, wie sehr er sie geliebt hatte. Ich habe ihn geküsst und immer
wieder eingeredet, er sollte an Cira denken und wie sehr er sie doch
lieben würde. Irgendwann glaubte er wirklich , ich wäre Cira. Er
rief ihren Namen. Er hat sie nicht mit mir betrogen, sondern im
Gedanken mit Cira. Mir hätte er widerstanden. Er war anschließend
total fertig und begab sich sofort zu ihnen, um sie um Verzeihung zu
bitten. Ich hatte ihm geraten doch einfach nichts zu sagen. Er
fauchte mich an, er könnte mit der Lüge nicht leben. Und er würde
sie lieben. Er hatte so gehofft, sie würden ihm verzeihen. Ich hatte
den Eindruck, Rain würde sie nie wieder betrügen. Aber jetzt haben
sie ihn praktisch wieder in sein altes Leben hineingeworfen. Er wird
keine Ruhe finden und Abwechselung bei anderen Frauen suchen. Ich
hoffe nur, nicht im Alkohol, denn im Café, wo ich ihn traf, haute er
sich erst einmal am frühen Morgen zwei Whisky rein, weil er wegen
seiner Tochter traurig war. Mein Freund hat mich vor einer Woche
betrogen und hat mich wegen der Anderen verlassen. Wir wollten bald
heiraten. Sicher war ich zuerst gekränkt, aber was hätte ich darum
gegeben, wenn er zu mir zurück gekommen wäre. Ich liebe ihn immer
noch. Ich dumme Gans musste ihnen den Mann ausspannen, weil ich nicht
mit meinem Problem fertig werde und anderen nicht das Glück gönnte,
was bei mir zerbrach. Es tut mir wirklich unendlich leid. Aber
glauben sie mir, Rain liebt sie. So einen Mann gibt man doch nicht
freiwillig auf. Übrigens glaubt er, dass ihre Überraschung ein Kind
ist. Ich hörte es, als er Naro alles erzählte. Rain hatte gar
keinen Lebensmut mehr. Naro hatte ihn gut zugeredet, er solle bloß
keinen Unsinn machen. Rain wollte sein Amt als König ablegen und
sich in so ein Land der schwarzen Magie niederlassen.“ Zara hatte
sich alles angehört, was ich ihr gesagt hatte. Nun schaute sie mich
erschrocken an und fing an zu weinen.
„Ich
erwarte ein Kind!“, sagte sie. „Rain liebt Kinder. Und jetzt
bringt er sich womöglich um. Mit meinem blöden Stolz habe ich ihn
weggejagt. Dabei fehlt er mir jetzt schon. Ich danke ihnen , dass sie
mir die Augen geöffnet haben.“
„Naro!
Rief sie laut durchs Haus, halte Rain auf, er darf nicht fort
fliegen. Wenn er schon fort ist, fliege ihm nach. Bringe ihn zurück!“
„Sie
müssen nicht fort gehen, wandte Zara sich an mich. Ich kann mir
vorstellen, wie mein Mann sie angemacht hat. Ich habe es ja einmal
selber gesehen. Und ich weiß auch wie verführerisch er sein kann.
Die Frauen liegen ihm ja praktisch zu Füßen. Cira hat die gleichen
langen, lockigen Haare wie sie. Nur etwas rötlich. Die Lux mögen
unheimlich Frauen mit langen Haaren. Irgendwann wird er mich auch mit
Cira betrügen. Ich glaube, ich muß mit diesem Problem leben. Die
Frauen machen es ihm zu leicht.“
„Ich
glaube, so schnell schaut der keine andere Frau mehr an, denn er hat
viel zu viel Angst, sie zu verlieren. Rain muss sie unheimlich
lieben!“ Stellte ich fest.
„Und
ich jage ihn von dannen, jetzt, wo wir zusammen unser erstes Kind
bekommen. Rain ist ganz vernarrt in Kinder.“ Antwortete Zara.
„Ja,
das konnte ich in dem Café feststellen, da war so ein kleines
Mädchen. Rain war unheimlich nett zu der Kleinen, obwohl er ganz
schlecht drauf war.“ Zara wurde nervös.
„Hoffentlich
ist Rain noch nicht abgeflogen. Seinen Drachen holt keiner ein. Lass
uns runter in die Halle gehen.“ Forderte sie mich auf.
„Ist
es nicht besser, wenn ich nicht dabei bin.“ Fragte ich.
„Lassen
sie mich bitte nicht alleine. Eigentlich waren sie mir von Anfang
sehr sympathisch, aber als Rain mit ihnen flirtete, wurde ich
natürlich eifersüchtig. Aber wenn ich Rain verzeihe, dann verzeihe
ich ihnen auch. Warum sagen wir eigentlich nicht du zueinander. Hier
in unserer Welt ist das so üblich. Ich komme auch aus der Welt der
Menschen und spreche fremde Menschen erst mal mit Sie an.“ Meinte
Zara. Ich schaute sie überrascht an. „Du bist ein Mensch?“fragte
ich.
„Ich
glaube jetzt nur noch ein halber, ein Schlangenmensch.“ Zara musste
lachen., war aber sofort wieder ernst. Und dann kam Rain in die Halle
gestürmt. Wieder fiel er vor Zara auf die Knie und senkte
sein Haupt. Ich fand diese Ehrerbietung etwas übertrieben, aber ich
stellte mir vor, Micha würde das bei mir machen. Wäre doch sicher
ganz romantisch. Rain war immerhin ein König über ein großes Reich
und weit und breit der größte Magier, wie Germeon mir erzählt
hatte. Dennoch erniedrigte er sich vor seiner Frau, egal ob
irgendwelche Personen dabei waren. Er war auch nicht zu stolz zu
weinen. Und so einen Mann von so einer Größe hätte Zara fast zum
Teufel geschickt.
„Zara forderte
Rain auf, sich zu erheben. Wie kann ich den Vater meines Kindes
fortschicken. Ich liebe dich und ich vermisse dich jetzt schon. Ich
hatte mir doch geschworen, immer um dich zu kämpfen. Ich werde dir
immer alles verzeihen! Aber ich fühlte mich so verletzt und war zu
stolz, dir zu vergeben. Das wird nie wieder vorkommen! Henriette hat
mir gesagt, dass man einen Mann wie dich nicht freiwillig aufgibt und
da hat sie Recht.“ Rain nahm Zara in den Arm und küsste sie. Ich
danke dir, mein Liebling. Ich will dich nie wieder enttäuschen. Ohne
dich hätte mein Leben keinen Sinn. Du bekommst ein Kind? Du machst
mich unheimlich Glücklich. Eine kleine Jenny, wie deine Schwester.“
Sagte Rain.
„Mein König, es
wird vielleicht ein Junge!“, machte Zara die kleine Jenny nach. Sie
mussten beide lachen.
„Lass uns nach
oben gehen!“ Schlug Rain vor, doch Naro kam in die Halle und teilte
Rain und Zara mit, dass sie Besuch bekämen. „Cira und Benjamin
sind soeben mit ihrem Drachen gelandet.“
„Cira hat mir noch
gerade gefehlt!“ Stöhnte Zara und sie schaute mich an. „Jetzt
wirst du die Hexe persönlich kennenlernen! Rains große Liebe!“
„Zara, nur du
alleine bist meine große Liebe!“ Beteuerte Rain ihr. „Ich werde
nie wieder einer anderen Frau schöne Augen machen.“
„Du verführst die
Frauen auch mit geschlossenen Augen!“ Hörten wir jemanden rufen.
Ich vermutete, dass es Cira war, die die Halle betrat und Rains Worte
wohl noch gehört hatte. Teufel noch mal, war das eine junge Frau.
Ihre rot blondes gelocktes Haar reichte ihr fast bis zur Hüfte. Sie
trug einen Minirock und ihr Top war auch nur ein knapper Stofffetzen.
Sie hatte unheimlich hübsche Beine. Ich konnte Rain verstehen, dass
ihm diese Frau im Kopf herumspukte. So sahen also in diese Welt Hexen
aus. Ich kannte nur die hässlichen alten Hexen aus den
Märchenbüchern.
„Hast du jetzt
Geschmack am Drachenfliegen gefunden?“, fragt Zara.
„Ja, himmlisch.
Ich habe mir auf diesem Flug erst mal die Landschaft angeschaut. Das letzte Mal hatte ich ja noch so viel Angst. Wir haben meinen Vater
und Mira wieder mitgebracht. Ich dachte, wenn wir euch schon
besuchen, freut ihr euch sicher, wenn sie mit kommen.“
„Das ist sehr nett
von euch!“ Antwortete Zara und begrüßte sie mit einer leichten
Umarmung. Cira blieb vor mir stehen. Zara machte uns miteinander
bekannt.
„Sie haben
wunderschöne Haare!“, stellte Cira fest. „Damit können sie den
König der Lux begeistern!“ Sagte sie und es hörte sich etwas
zynisch an. Sie drehte sich um und schaute Rain lächelnd an. „Hallo,
Rain!“, begrüßte sie ihn.
„Cira!“, sagte
er kühl und deutete eine kleine Verbeugung an. „Schön dass ihr
gekommen seid!“ Inzwischen waren noch drei Personen hereingekommen.
Sie wurden von Zara und Rain herzlich begrüßt und mir vorgestellt.
Es waren Benjamin, der Verlobte von Cira, der unheimlich Ähnlichkeit
mit Rain hatte, nur wesentlich jünger war. Benjamins Mutter Mira und
Ciras Vater. Ria forderte alle auf ins Esszimmer zu gehen. Auch Naro
und sein Vater gesellten sich zu uns. Rain hatte nur noch Augen für
seine Frau. Er schaute weder Cira noch mich an. Manche spitze
Bemerkungen von Cira überhörte er einfach. Es wurde ein
wundervolles Abendessen aufgetischt mit einem herrlichen Wein. Rain
stand auf und goss sich einen Whisky ein, den er sofort
herunterkippte. Den zweiten nahm er mit zum Tisch. Ich beobachtete
Rain. So locker wie er sich gab, war er meiner Meinung nach nicht.
Sicher machte ihm das Verschwinden seiner Tochter zu schaffen. Aber
was hatte Germeon verbrochen, dass Rain ihn töten wollte. Er hatte
ihn einen Verräter genannt. Ich wollte Germeon bei den Weiden
abfangen und ihn warnen, aber Zara hatte mich ja aufgehalten und nun
saß ich hier am Esstisch. Aber Germeon war doch sein Neffe, den
konnte Rain doch nicht einfach töten. In was für eine Welt war ich
nur geraten. Gab es denn hier keine Gerichte und Verteidiger? Während
ich noch darüber nachdachte ging die Tür auf und Germeon kam
herein.
„Hallo, zusammen!“
Begrüßte er gut gelaunt alle und wollte auf mich zukommen. Ich
schaute unwillkürlich auf Rain. Der erhob sich so schnell, dass sein
Stuhl krachend nach hinten kippte. Alle erschraken und auch Germeon
blieb ebenfalls erschrocken stehen. Alle starrten Rain an. Dem seine
Gesichtszüge waren wie versteinert. Sein Blick war düster. Er
ergriff seinem goldenen Stab, welcher am Gürtel hing. Inzwischen
hatte ich erfahren, dass es sich um Zauberstäbe handelte , die die
meisten Personen immer griffbereit mit sich führten. Warum zog
Germeon nicht seinen Zauberstab, um sich eventuell zu verteidigen.
Aber dann viel mir ein, dass er mir erzählt hatte, dass er gegen
Rain keine Chance hatte.
„Wie kannst du es
wagen, mir noch unter die Augen zu treten? Rain erhob den Stab und
richtete ihn auf Germeon. Dieser flog gegen die Wand des Raumes. Und
dir elende Ratte habe ich vertraut.“ Rain ging auf Germeon zu.
„Er hat mich unter
Druck gesetzt. Er wollte mich töten!“ versuchte Germeon sich zu
rechtfertigen. „Und was glaubst du, was ich jetzt mit dir mache?“,
fragte Rain zornig und erhob den Zauberstab erneut.
„Rain, bitte lass
ihn gehen! Du willst doch nicht deinen Neffen töten!“ Versuchte
Zara ihn umzustimmen. Sie stand auf und legte ihre Hand auf seinen
Arm.
„Du weißt, er hat
es verdient!“ Sagte Rain und sein Ton duldete keinen Widerspruch.
„Geh voraus, befahl er Germeon.
„Bitte mein König,
habe erbarmen!“ wandte dieser sich an Rain.
„Hattest du
Erbarmen, als du meine Tochter entführtest? Glaubtest du wirklich,
wir kommen dir nicht auf die Schliche? Du hast dich mit deinem
Urgroßvater eingelassen, weil du Machthungrig bist und nicht weil er
dich töten wollte. Er hat einen neuen Handlanger gebraucht, weil
mein Zwillingsbruder ihn noch rechtzeitig verlassen hat. Was wurde
dir versprochen? Das du der zukünftige schwarze Magier bist und das
Land der dunklen Mächte dir gehören wird? Du Schwachkopf. Die
dunklen Mächte sind besiegt. Das Land gehört mir, denn ich bin der
schwarze Magier, falls du das noch nicht mitbekommen hast. Ich werde
meinen Großvater finden und wenn er dem Mädchen auch nur ein Haar
gekrümmt hat, werde ich dich töten. Egal wo du bist, ich werde dich
immer erreichen, denn ich werde dich nicht aus den Augen lassen. Mach
das du raus kommst! Nur um Zara Willen verschone ich dich im Moment.“
Germeon verließ das Zimmer. Man hörte ein Aufatmen im Raum. Rain
nahm seine Frau in den Arm. „Du darfst dich nicht aufregen in
deinem Zustand!“ Sagte er sanft zu ihr. „Du hast es doch selber
gehört, als ich heute die Wahrheit über Germeon erfuhr. Hat er
keine Strafe verdient?“
„Aber nicht gleich
den Tod!“ Antwortete Zara und setzte sich wieder.
„Entschuldigt
bitte den kleinen Zwischenfall! Er war im heutigen Abendprogramm
nicht eingeplant. Ich wünsche euch weiterhin einen guten Appetit Es
hat ja keinen Toten gegeben!“ Sagte Rain zu seinen Gästen und
brachte ein gequältes Lächeln hervor. Allmählich kam wieder Leben
in die Anwesenden, denn sie hatten wie erstarrt dagesessen.
„Ich kann euch
etwas Erfreuliches mitteilen, ich bekomme ein Kind, das heißt, Zara
bekommt das Kind, aber es ist auch meins.“ Rain schien noch etwas
durcheinander zu sein. Es schien, als hätten alle den Vorfall mit
Germeon verdrängt. Alle freuten sich mit Zara und Rain. Nur die Hexe
schaute etwas verdrießlich rein. Immerhin bekam sie ja auch ein Kind
von Rain, wie Germeon mir erzählt hatte. Ich staunte, wie schnell
Rain sich verändern konnte. Ich habe es ja heute schon öfters
erlebt. Jetzt war er wieder locker und sprach mit allen, als wenn gar
nichts vorgefallen wäre. Dabei hätte er vor ein paar Minuten fast
seinen Neffen umgebracht. Mir lief ein kalter Schauer über den
Rücken. Wie konnte ich mich mit dem überhaupt einlassen. Der ist ja
unberechenbar. Die einzige Person, die auf ihn Einfluss nehmen konnte
schien Zara zu sein.
Ende
Copyright 2014by Helga Pikulik
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