Lux - Germeon 4. Fortsetzung
„Sie
kommen wirklich aus einer anderen Welt?“ Mia starte Germeon an.
„Das
ist doch alles nur Quatsch!“ Antwortete ich. Germeon holte seine
Turnschuhe unter dem Tisch hervor. „Sie sind wirklich trocken, Rain
hatte Recht.“ Ich schaute ihn verblüfft an.
„Wie
kommen die hier her?“ Fragte ich.
„Rain
hat sie hergezaubert, er sieht es nicht gerne, wenn ich mit Strümpfen
durch die Stadt laufe. Ich würde dann für zu viel Aufsehen sorgen.“
Antwortete Germeon und zog seine schmutzigen Socken aus und schlüpfte
in die Turnschuhe.
„Darf
ich die Socken deines Vaters entsorgen? Sie haben den Weg hierher
ohne Schuhe nicht so gut überstanden.“ Meinte er.
„Gib
mal her, ich werfe sie in den Müll!“, Sagte Mia und ging mit den
Socken fort.
„Henriette,
ich möchte so gerne , dass du mir glaubst. Ich habe mich in dich
verliebt und ich möchte dich nicht schon wieder verlieren. Komm doch
bitte mit in die Welt wo ich lebe. Ich kann dich jeder Zeit wieder
nach hause bringen, wenn du willst.“
„Germeon,
ich vertraue dir und komme mit. Ich bin auch viel zu neugierig, ob
das stimmt mit der anderen Welt.“ Entschied ich mich. Germeon stand
auf und kam auf mich zu. Ich stand ebenfalls auf. „Können wir noch
vorher zu mir nach hause gehen, ich möchte noch ein paar Sachen
mitnehmen, oder geht das nicht?“ fragte ich.
„Sicher
geht das. Rain hat mir auch Kleidung mitgebracht. Dann kann ich mich
bei dir umziehen!“ Erwiderte Germeon und nahm eine Tasche hoch und
stellte sie auf einen Stuhl. Ich konnte schwören, dass dieser Rain
keine Tasche mit hatte, als er ins Café kam. Allmählich fing ich
an, an den ganzen Unsinn zu glauben. Simsalabim, zaubert er doch
einfach mal Kleidung her. Wie praktisch. „Wo kommt die Kleidung
her?“ Wollte ich wissen.
„Von
zu hause, Rain hat sie hergezaubert.“ Antwortete Germeon, als wenn
es das selbstverständlichste von der Welt wäre. Er umarmte mich.
„Ich
bin so glücklich, dass du mitkommst.“
„Okay!“
Sagte ich, dann lass uns gehen. Mia kam ins Café gestürmt.
„Ich
war gerade beim Juwelier, der hat mir das ganze Gold abgekauft. Ich
habe Geld! Ich fahre in Urlaub!“ Freute sie sich.
„Möchten
sie auch mit in unsere Welt kommen? Sie würden dort einen
wunderschönen Urlaub erleben.“ Schlug Germeon ihr vor.
„Um
Gottes Willen, nein! Ich fahre in den Schwarzwald zu meiner
Schwester!“ Antwortete sie.
„Gehst
du wirklich mit in diese komische Welt, wenn es sie überhaupt gibt?“
Fragte Mia mich.
„Ja,
ich muss doch jetzt wissen, ob das alles stimmt, was die Herren
erzählt haben!“ Entgegnete ich.
„Mädchen
passe auf dich auf!“ Riet sie mir.
„Das
mache ich schon!“ Antwortete Germeon und wir verabschiedeten uns
von Mia.
„Sage
diesem Rain bitte meinen herzlichsten Dank! Er kann bei mir jeder
Zeit um sonst Whisky trinken.“ Bat Mia. Germeon lachte.
„Werde
ich ihm ausrichten, wird er sich drüber freuen. Aber so viel trinkt
er auch nicht. Das war heute eine Ausnahme!“ Erwiderte Germeon.
„Wegen
seiner Tochter! Er war sehr traurig. Aber Alkohol hilft da auch
nicht!“ Meinte Mia und brachte uns zur Tür. Auf dem Weg nach hause
erzählte Germeon mir von seiner Heimat. Wie schön es dort sei und
welche seltsamen Tiere es dort gab. Es hörte sich an, als erzählte
er mir ein Märchen. Zu Hause zog ich mir einen Pulli und eine Jeans
an und packte ähnliche Kleidung ein.
Meinen
Parker quetschte ich auch noch in die Reisetasche und war eigentlich
fertig. Germeon zog sich in einem anderen Zimmer um. Ich rief meine
Eltern an und teilte ihnen mit, dass ich zu Freunden in den Urlaub
fahre. Den Studenten legte ich einen Zettel hin, dass sie das Haus
möglichst heile lassen sollten, falls sie wilde Partys feierten. Ich
wäre im Urlaub. Als Germeon das Zimmer betrat, blieb mir fast der
Mund offen stehen. Er hatte die gleiche Kleidung wie Rain an, nur
sein Umhang war schwarz und von innen rot. Die Turnschuhe hatte er
gegen halbhohe Stiefel ausgetauscht, so wie Rain sie trug. Welch eine
Ähnlichkeit hatte er mit Rain. Um seinem Hals hing eine goldene
Kette und seine Hand zierten einige Ringe. Er hatte ebenfalls einen
Stab an seinem Gürtel, allerdings nicht aus Gold.
„Du
siehst ja toll aus!“, sagte ich. Er kam auf mich zu. Sachte
streichelte er mein Haar und näherte sich meinem Gesicht. Er küsste
meine Stirn und meine Wangen. Er schaute mich fragend an. Ich schloss
meine Augen und unsere Lippen fanden sich. Diesen Moment wollte ich
für immer festhalten. Ich wusste, dass ich Germeon über alles
liebte. „Wir müssen gehen, wenn wir Rain noch treffen wollen.“
Riss mich Germeon aus dem schönen Traum. Er gab mir noch einen Kuss
und nahm meine Tasche. Wir fuhren mit einem Taxi zu Germeons
Urgroßmutter. Es war eine sehr stattliche ältere Dame. Ich hatte
sie öfters im Kindergarten gesehen, wenn sie ihre Urenkelin abholte.
Sie kannte mich auch gleich wieder.
„Sie
wollen mit Germeon in die Welt der Magie reisen?“, fragte sie.
„So
recht kann ich noch gar nicht daran glauben.“ Antwortete ich.
„Die
Welt gibt es!“ bestätigte sie mir. „Ich komme auch daher.“
Erstaunt schaute ich sie an.
„Seid
ihr schon da?“ Hörten wir Rain rufen und sahen wie er aus dem
Swimmingpool stieg. „Wollt ihr auch erst noch ein paar Runden
schwimmen?“ Rief er und kam auf uns zu mit einem Handtuch in der
Hand.
„Das
ist heute viel zu kalt!“ Antwortete ich.
„Ach
was, dass ist erfrischend!“ Meinte er. „Hat Germeon dich
überzeugen können, mit in unsere Welt zu kommen?“ Es war mehr
eine Feststellung von Rain als eine Frage. Er rubbelte sich mit dem
Handtuch durch die Haare. Der Mann sah verdammt gut aus. Er trug nur
eine knappe Badehose. Sein Körper war gut durchtrainiert. Er hatte
eine tolle Figur. Rain merkte, dass ich ihn musterte und lächelte
mich an. Ich wurde unwillkürlich rot. Er hatte im Moment nichts mehr
von seinem stolzen und arrogantem Gehabe an sich. Er sah unheimlich
verführerisch aus und er war sich dem auch bewusst. Er kam näher
auf mich zu und strich mir übers Haar. „Germeon ist ein
Glückspilz, dass er dich gefunden hat. Seine Hand verweilte an
meinem Hinterkopf und ich spürte sein Verlangen, mich zu umarmen.
Seine stahlblauen Augen schauten mich liebevoll an und sein
wunderschöner roter Mund war so verführerisch. Seine athletische
Figur ließ mein Herz stärker klopfen. Dieser Mann hatte etwas an
sich, was jede Frau anzog. Für ein paar Sekunden gab es nur noch
mich und ihn. Dann ließ er mich los. „Ich ziehe mich schnell an,
dann können wir in unser Land zurück. Obwohl, ich möchte lieber zu
Zara, sagte er.“
„Ist
okay!“ Antwortete Germeon und legte demonstrativ seinen Arm um
mich, weil Rain mich schon wieder mit seinem Blick fixierte. „Ich
könnte jemanden zum Abtrocknen gebrauchen!“ Scherzte er und
schaute mich immer noch an.
„Rain,
nun mach das du ins Haus kommst!“ Sprach jetzt seine Großmutter
ein Machtwort, da sie das Flirten von ihm nicht mehr mit ansehen
konnte. Rain zwinkerte mir zu und ging ins Haus.
„Du
musst dir von deinem Onkel nicht alles bieten lassen, auch wenn er
der König ist.“ Wandte sie sich an Germeon.
„Rain
hat sich seit seine Tochter fort ist sehr verändert. Er ist wieder
unberechenbar. Er hatte sich so zum Vorteil verändert, aber jetzt
ist er fast wie früher. Er bemüht sich zwar, doch die schwarze
Magie und das Verschwinden seiner Tochter macht ihm stark zu schaffen.
Zara hat es im Moment nicht leicht mit ihm.“ Antwortete er.
„Lass
dich nicht von ihm betören, ich liebe dich!“ Sagte Germeon zu mir
und gab mir einen Kuss. „Rain hat eine unwahrscheinliche
Ausstrahlung auf Frauen. Sie liegen ihm fast zu Füßen, aber er ist
seiner Frau Zara treu! Er flirtet nur gerne. Aber es gab Zeiten vor
dieser Ehe, da war er als Frauenheld und Herzensbrecher bekannt.“
Klärte mich Germeon auf.
„Keine
Angst, ich bleibe dir treu!“ Antwortete ich und war mir im gleichen
Augenblick nicht mehr so sicher; denn Rain kam aus dem Haus auf uns
zu. Ganz in weiß gekleidet. Eine bordeauxrote Schärpe um der
Taille und einen gleichfarbigen Umhang, der jedoch von innen mit
goldenen Fäden durchwebt war. Er trug seinen goldenen Schmuck und
dieses mal auch goldene Armbänder. Rain hatte sein schwarzes langes
Haar hinten zusammengebunden, was ihn viel jünger aussehen ließ.
Ein goldener Reif zierte wieder sein Haupt. Majestätisch und mit
stolzer Haltung kam er auf uns zu. Nichts erinnerte mehr an den Rain,
der mir vorhin noch schöne Augen gemacht hatte, aber er sah verdammt
gut aus.
„Viktoria,
bis bald und versuche weiter meine Tochter zu finden. Ich werde die
Suche in unserem Land fortsetzen.“ Verabschiedete er sich von
seiner Großmutter.
„Sei
vorsichtig!“ Ermahnte sie ihn. „Und lass die schwarze Magie
ruhen, sonst wird sie bald dich beherrschen!“
„Wenn
ich mit ihr meine Tochter retten kann, werde ich sie anwenden!“
Antwortete er und seine Gesichtszüge wurden hart.
„Du
hast noch mehr Kinder und eine junge Frau, für die du Verantwortung
hast, denke immer daran.“ Gab ihm seine Großmutter mit auf dem
Weg. Wir verabschiedeten uns ebenfalls. Wir stellten uns in den
Garten dicht zusammen.
„Wir
könnten auch mit dem Wagen fahren, aber es wäre ein langer Weg. Wir
nehmen den schnelleren. Hoffentlich bist du schwindelfrei. Angst
brauchst du nicht haben, wir sind ja bei dir!“
„Wie
beruhigend!“, sagte ich und mir war jetzt schon mulmig im Margen.
Germeon umarmte mich und Rain uns beide. Rain schlug seinen Umhang um
uns und sprach irgendetwas in einer mir fremden Sprache.
Wir
tauchten im Hof einer riesigen Burg auf. Ich begutachtete mich erst
einmal, ob ich noch im Besitz aller Körperteile war. Rain musste
lachen. Ich schaute mich nun um und sah verschiedene Lebewesen um
mich herum und die alte große Burg mit dem weiten Burghof.
„Bin
ich jetzt im Märchen?“ Fragte ich.
„Wir
sind in unserer Welt und befinden uns im Land der Schlangen und
Schlangenmenschen. Meine Frau Zara ist die Königin dieses Landes!“
Antwortete Rain stolz.
„Schlangenmenschen?“
Fragte ich. „Na ja, was es nicht alles gibt. Nach diesem
turbulenten Flug, oder wie man das nennen soll, glaube ich fast
alles.“
„War
es so schlimm?“, fragte Germeon und legte den Arm um mich.
„Es
war grauenhaft! Ich dachte, ich werde auseinandergerissen. Wenn ich
das noch einmal erleben muss, um nach hause zu kommen, entscheide ich
mich eventuell fürs Hierbleiben.“ Stöhnte ich.
„Das
wäre wunderbar!“, freute sich Germeon. Ich schaute ihn an und
holte nur tief Luft. Sicher wollte ich wieder nach hause, aber da
muss es doch noch einen anderen Weg geben, hatte Rain wenigstens
erwähnt. Aber egal, jetzt war ich erstmals hier und wollte Urlaub
machen. Im Märchenland. „Gibt es hier auch Hexen?“ Fragte ich
mehr zum Scherz.
„Ja,
wir haben in unserer Welt das Hexenland. Wir können es mal besuchen.
Es gibt auch Zwerge, Elfen und viele andere Kreaturen.“ Erzählte
Germeon begeistert. Rain hatte sich alles mit angehört und sein
Blick ruhte mal wieder die ganze Zeit auf mich. Ich hatte das Gefühl,
als wenn er mich mit seinen Augen auszöge, so unverschämt wie der
guckte. Nun kam er auch noch auf mich zu und Germeon nahm seinen Arm
von meinen Schultern und ging etwas zur Seite. „Verdammt, hatte
dieser Rain Vorkaufsrecht? Ich erinnerte mich ans Café. Rain setzte
sich neben mir und Germeon mir gegenüber. Es hätte eigentlich
anders herum sein müssen.
„Ich
wünsche dir in unserer Welt einen schönen Aufenthalt. Wenn du
möchtest, kannst du und Germeon mit in unser Land der Lux fliegen.“
Unwillkürlich schaute ich auf die alte Burg.
„Gibt
es hier Flugzeuge?“, fragte ich erstaunt. Rain lächelte mich
verführerisch an.
„Du
bist süß!“ Meinte er und ergriff wiedermal meine Hand. „Leider
haben wir keine Flugzeuge, es sei denn, ich würde dir eins samt
Piloten herzaubern. Aber ich glaube, der Pilot wäre sehr verwirrt
und könnte vor Schreck nicht mehr fliegen.“
„Und
wie reisen sie hier in dieser Welt?“ Wollte ich wissen.
„Immer
verschieden. Meistens auf großen Vögeln. Ich persönlich bevorzuge
meinen Drachen.“ Sagte er und merkte wohl, dass ich mich veralbert
vorkam. „Du bist sehr misstrauisch, habe ich festgestellt.“ Sagte
er und streifte mit seiner freien Hand eine Haarsträhne aus meiner
Stirn und verweilte mit seinen Fingern an meiner Schläfe. Wieder
lief mir ein kalter Schauer über den Rücken, wie im Café, als er
mich berührte. Unsere Blicke trafen sich und ich spürte sein
Verlangen nach mehr. Für einen kurzen Augenblick vergaß ich alles
um mich und sah nur Rain. Seine Finger strichen langsam meine Wangen
entlang zu meinem Mund und glitten leicht über meine Lippen. Ich
spürte den starken Wunsch in mir, ihn zu küssen. Sein Gesicht
näherte sich dem Meinen und ich spürte seinen Atem.
„Rain,
endlich bist du wieder zurück!“ Hörte ich eine freundliche,
jugendliche Stimme, die mich wieder auf den Boden der Tatsachen
führte. Rain schloss für einen Moment die Augen. Dann sah er mich
liebevoll an und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Er legte den Arm
um mich und führte mich die paar Schritte zu Germeon. „Ich weiß,
dass es deine Freundin ist.“ Sagte er zu ihm und nahm den Arm von
meinen Schultern, aber nicht ohne mir noch kurz hinten über den Kopf
zu streicheln. „Henriette ist ein wunderbares Mädchen, ich würde
mich freuen, wenn du sie für immer gewinnen könntest.“ Inzwischen
war ein junges Mädchen näher gekommen und war ein kleines Stückchen
weiter von uns stehen geblieben und wartete geduldig. Sie war eine
Schönheit, obwohl sie irgendwie fremdartig aussah. Sie schien einige
Jahre jünger als ich zu sein. Erst jetzt wandte Rain sich von uns ab
und ging auf das Mädchen zu.
„Zara,
mein Liebling, hörte ich ihn sagen.“ Ich musste schlucken. Das war
seine Frau? Die war ja höchstens siebzehn oder achtzehn. Was muss
die wohl gedacht haben, dass Rain mich so anhimmelte. Ich wäre am
Liebsten in den Erdboden gesunken. Da hat Rain so eine hübsche junge
Frau und flirtet vor der ihren Augen mit mir herum. Und Germeon nahm
auch alles so hin. Hatte der König hier im Land alle Rechte? Fragte
ich mich. Rain hatte seine Frau in den Arm genommen und küsste sie.
„Ich habe dich so sehr vermisst!“ hörte ich ihn sagen. Wenn das
man stimmt, schoss es mir durch den Kopf. Mir fielen Germeons Worte
wieder ein, dass Rain seiner Frau treu war, er aber gerne flirtete.
Dann hatte ich ja nichts zu befürchten und vielleicht war Germeon
deswegen so gelassen. Obwohl, ich meinte etwas Wut in seinem Gesicht
zu sehen. Ich lehnte mich an ihn und er legte seinen Arm um mich und
drückte mich etwas an sich. Rain kam mit seiner Frau auf uns zu und
stellte uns ihr vor.
„Das
ist meine Frau Zara, sie ist die Königin dieses Landes.“ Sagte er
anschließend zu uns und lächelte mich dabei an.
„Ich
freue mich, dich in meinem Land begrüßen zu dürfen. Auch dich
Germeon! Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Fühlt euch
wie zu hause. Wenn ihr Wünsche habt, wendet euch bitte ans Personal.
Meine Freundin Ria wird euch nachher eure Zimmer zeigen.“ Hieß
Zara uns willkommen. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Wie konnte
so ein junges Mädchen diesen Mann heiraten. Der war schätzungsweise
fast doppelt so alt. Höchstwahrscheinlich war sie auch seinem Charme
verfallen, wie so viele Frauen vor ihr, so wie Germeon mir erzählt
hatte.
„Ihr
entschuldigt uns?“ Sagte Rain und legte seinen Arm um Zara und ging
mit ihr Richtung Burg. Zwischen durch blieben sie stehen und Rain
umarmte seine Frau und sie küssten sich. Wie ein frisch verliebtes
Paar. Aber warum flirtet er dann mit mir?
„Hallo,
ich bin auch noch da!“ Machte Germeon auf sich aufmerksam. Ich
fühlte mich ertappt, denn ich schaute Rain nach und meine Gedanken
waren ganz bei ihm. Ich hatte sogar ein leichtes Gefühl der
Eifersucht empfunden, als Rain Zara küsste. Bevor Zara und Rain
weitergingen, schaute Rain zu mir zurück. Ich merkte seinen Blick
trotz der Entfernung auf mich ruhen und im selben Moment zweifelte
ich an meinen Verstand. Mir war, als hörte ich Rains Stimme in
meinem Kopf. Er warnte mich vor Germeon.
„Du
bist total abwesend mein Schatz!“ Stellte Germeon fest. Erschrocken
schaute ich ihn an. Aber er lächelte mich an und zog mich an sich
und küsste mich. Ich war total verwirrt. Hatte ich mir das mit Rain
Stimme nur eingebildet? Dieses Land war gruselig. Am Liebsten würde
ich sofort wieder nach hause zurück wirbeln, aber da hatte ich Angst
vor. Der Hinweg hatte mir im Moment gereicht.
Warum
warnte Rain mich vor Germeon. Der war doch total lieb zu mir und als
er mich jetzt küsste, wusste ich, dass ich unendlich in ihm verliebt
war.
„Soll
ich dir die Drachen zeigen?“ Fragte Germeon und führte mich
Richtung Park. Überall wuchsen mir unbekannte Blumen oder Bäume,
aber sie waren von einer Schönheit und Farbenpracht, die mich für
einen Augenblick Rain vergessen ließen.
„Oh,
ein Eichhörnchen!“ Rief ich begeistert, zwischen den fremdartigen
Tieren ein bekanntes zu sehen.
„Die
fand Rain so drollig, da hat er sie aus der Menschenwelt einführen
lassen. Den Tieren gefällt es glaubig gut bei uns. Sie haben sich
unheimlich vermehrt. Rain hat sowie so eine Vorliebe für manche
Pflanzen und Tiere aus der Menschenwelt Er bringt oft irgendetwas
mit, wenn er bei meiner Urgroßmutter war. Wenn ich sehe, wie er dich
anhimmelt, hat er auch eine Vorliebe für menschliche Frauen.“
Sagte Germeon und ich hörte seine Eifersucht heraus.
„Du
bist süß, wenn du eifersüchtig bis!“, musste ich lachen.
„Muße
ich denn einen Grund haben?“, fragte er ernst.
„Man
kann nie wissen!“, ärgerte ich ihn.
„Du
bist meine Prinzessin!“ Antwortete er und schnappte mich und
wirbelte mich in die Runde.
„Ich
werde um dich kämpfen und wenn es gegen meinen König ist!“
Behauptete er.
„Ich
habe von deinem Kampf aber bis jetzt noch nicht viel gemerkt!“
Stellte ich fest.
Fortsetzung folgt...
Copyright2014by Helga Pikulik
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