Das Apfelmännchen 1. Fortsetzung
Der
Verkäufer schloss die Tüte und Evelin legte sie in ihren
Einkaufskorb.
„Oh,
bist du schon wieder zurück?“, fragte Anna erstaunt.
„Ja,
Mutti. Es ist entsetzlich kalt, da macht es keinen Spaß, länger als
nötig draußen herumzulaufen.“
„Gut, dass ich in meiner warmen
Stube sitze,“ antwortete Anna.
„Ich
lege die Äpfel in die Obstschale. Ich muss jetzt gehen. Morgen
schaue ich wieder vorbei“, verabschiedete sich Evelin.
„Ist
gut mein Kind“, sagte ihre Mutter.
„Dann
will ich mir mal einen Apfel schälen“, dachte Anna und ging zur
Obstschale und wollte einen Apfel nehmen, da erblickte sie ein
kleines grünes Männchen, das auf einem Apfel saß und die Beine
baumeln ließ. Es hatte eine braune Wildleder-Hose und ein
rot kariertes Hemd an. Auf dem Kopf trug es einen dunkelgrünen Filzhut
mit einer Feder. Anna war etwas erschrocken, aber dann sah sie sich
das Männchen genauer an und stellte fest, dass es weinte.
„Hallo,
wer bist du denn?“, fragte sie.
Das
Männchen schluchzte und und schaute Anna an.
„Ich
bin ein Apfelmännchen und die Verkäuferin hat mich mit den Äpfeln
in die Tüte geladen.“ Und schon weinte es noch mehr.
„Du
musst doch nicht weinen, ich tue dir doch nichts“, tröstete Anna
das Männchen.
Das
zog nun ein kleines weißes Tuch aus seiner Hosentasche und putzte
sich die Tränen ab und schnäuzte sich das Näschen.
„Wirklich
nicht?“, es schaute Anna ängstlich an.
„Nein,
warum sollte ich?“, entgegnete Anna. „Willst du dich mit mir auf
mein Sofa setzen? Du kannst mir dann etwas über dich erzählen.“
„Das
Apfelmännchen war einverstanden und Anna nahm es vorsichtig in die
Hand und setzte es auf das Sofa.
„Erschrecken
sie nicht“, warnte das Männchen die Frau. "Ich zauber mich jetzt größer." Und schwupps, saß neben
Anna ein Junge, ungefähr einen halben Meter groß. Anna staunte
nicht schlecht.
„Ich
heiße Jakob“, stellte sich das Männchen vor.
„Und
mein Name ist Anna. Wohnst du auf dem Wochenmarkt?“
Jakob
kicherte.
„Nein,
dort bin ich mit einer Apfellieferung des Bauern, der auf dem Markt
sein Obst verkauft, gelandet.“
„Wie
kommst du denn wieder zurück?", wollte Anna wissen.
„Das
weiß ich auch nicht“, antwortete Jakob traurig und Tränen stiegen
ihm schon wieder in die Augen.
„Nicht
weinen, wir finden schon eine Möglichkeit. Möchtest du etwas
essen?“
„Ja,
gerne. Einen Apfel!“, und schon lächelte Jakob wieder.
„Wenn
es mehr nicht ist, ich wollte mir gerade einen abschälen.“
Nach
einer Weile saßen die zwei gemütlich auf dem Sofa und knabberten ein
Apfelstück nach dem anderen.
Fortsetzung folgt...
(c)







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen