Samstag, 28. April 2018

Die Knochenmänner 1. Fortsetzung Kurzroman




Die Knochenmänner


Mit seinen knochigen Händen lenkte er den Wagen durch Gestrüpp und zwischen Bäumen den Berg zur Wittekindburg hoch. Ich hielt mir die Hände vor mein Gesicht, doch komischer Weise passte der Wagen überall durch. Die Kreatur neben mir kicherte und strich mir mit der Knochenhand übers Haar. Wie ekelig, mir lief ein kalter Schauer über den Rücken.
Plötzlich tauchte vor uns eine dunkle Wolke auf. Der Knochenmann fuhr direkt hinein. Als wir wieder klare Sicht hatten, tat sich eine düstere Ebene auf. Keine Spur mehr vom Nettetal und Wittekindburg. In der Ferne lag ein dunkles Gebirge, auf das der Wagen direkt zu fuhr.
„Wo sind wir hier?“, fragte ich. Aber das Knochengestell schwieg und grinste nur. Was ich auch fragte, ich bekam keine Antwort. Ab und zu ließ es sein fieses Lachen ertönen und schlug dabei mit einer Hand aufs Lenkrad. Die Knochenfinger klapperten und es sah aus, als wenn sie jeden Moment auseinander fielen. Da der Wagen mit einer unheimlichen Geschwindigkeit fuhr, was man der Klapperkiste gar nicht zutraute, erreichten wir bald das Gebirge. Wir fuhren in eine Höhle. Überall liefen dort Knochengerüste herum. Der Wagen hielt und ich konnte die Tür öffnen.
„Los aussteigen!“, befahl der Knochenmann mit quiekender Stimme. Er packte mich am Arm und führte mich in ein Verließ, das er hinter mir mit einem Eisentor verschloss. Wäre meine Lage nicht so traurig, hätte ich mich über dieses Knochenmännchen schlapp gelacht, denn es hatte einen ganz komischen Gang mit seinen dünnen Knochenbeinen und seine Stimme hörte sich ulkig an. Ich rüttelte an dem Tor und schrie:
„Ich will nach Hause, ihr Blödmänner!“, ich bemerkte, dass das Tor nicht zugeschlossen war und wollte es gerade öffnen.
„Lass es lieber zu!“, ertönte hinter mir aus einer dunklen Ecke eine Mädchenstimme. Erschrocken drehte ich mich um.

Fortsetzung folgt...

(c)

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