Die Knochenmänner
Mit seinen knochigen Händen
lenkte er den Wagen durch Gestrüpp und zwischen Bäumen den Berg zur
Wittekindburg hoch. Ich hielt mir die Hände vor mein Gesicht, doch
komischer Weise passte der Wagen überall durch. Die Kreatur neben
mir kicherte und strich mir mit der Knochenhand übers Haar. Wie
ekelig, mir lief ein kalter Schauer über den Rücken.
Plötzlich
tauchte vor uns eine dunkle Wolke auf. Der Knochenmann fuhr direkt
hinein. Als wir wieder klare Sicht hatten, tat sich eine düstere
Ebene auf. Keine Spur mehr vom Nettetal und Wittekindburg. In der
Ferne lag ein dunkles Gebirge, auf das der Wagen direkt zu fuhr.
„Wo
sind wir hier?“, fragte ich. Aber das Knochengestell schwieg und
grinste nur. Was ich auch fragte, ich bekam keine Antwort. Ab und zu
ließ es sein fieses Lachen ertönen und schlug dabei mit einer Hand
aufs Lenkrad. Die Knochenfinger klapperten und es sah aus, als wenn
sie jeden Moment auseinander fielen. Da der Wagen mit einer
unheimlichen Geschwindigkeit fuhr, was man der Klapperkiste gar
nicht zutraute, erreichten wir bald das Gebirge. Wir fuhren in eine
Höhle. Überall liefen dort Knochengerüste herum. Der Wagen hielt
und ich konnte die Tür öffnen.
„Los
aussteigen!“, befahl der Knochenmann mit quiekender Stimme. Er
packte mich am Arm und führte mich in ein Verließ, das er hinter
mir mit einem Eisentor verschloss. Wäre meine Lage nicht so traurig,
hätte ich mich über dieses Knochenmännchen schlapp gelacht, denn
es hatte einen ganz komischen Gang mit seinen dünnen Knochenbeinen
und seine Stimme hörte sich ulkig an. Ich rüttelte an dem Tor und
schrie:
„Ich
will nach Hause, ihr Blödmänner!“, ich bemerkte, dass das Tor nicht zugeschlossen war und wollte es gerade öffnen.
„Lass
es lieber zu!“, ertönte hinter mir aus einer dunklen Ecke eine
Mädchenstimme. Erschrocken drehte ich mich um.
Fortsetzung folgt...
(c)
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