Mittwoch, 16. Januar 2019

Im Land der Echsen Kapitel 8 und 9 Fantasyroman








Kapitel 8

„Wie konntet ihr ohne uns vorher zu unterrichten, einfach so etwas gefährliches unternehmen.“ Hanna sah die Männer giftig an, obwohl sie froh war, dass sie heile zurück gekommen waren. Aber eine Lektion haben sie verdient, hatten sich die beiden Frauen abgesprochen.
„Anscheinend liegt euch nichts mehr an uns!“, schimpfte Lotte. Die Männer mussten sich noch manches anhören, bis sie ihre Sicht erklären konnten.
„Ich spreche mal für Kai mit! Wir wollten euch nicht beunruhigen. Darum sagten wir, wir würden zu einer Konferenz fahren.“
„Und die Testamente im Safe? Ihr habt damit gerechnet, dass euch etwas passieren könnte, oder ihr nicht wieder zurück kommt!“, Lotte war außersich.
„Und was macht ihr, trinkt ein Zeug, ohne zu wissen, wo ihr landet“, hielt Martin seiner Frau vor. „Das war ja noch gefährlicher.“
„Wir wollten euch retten, falls ihr Hilfe brauchtet“, Lotte kamen die Tränen und Martin nahm sie in die Arme.
„Hauptsache, wir sind wieder alle vereint und gesund, aber wie seht ihr denn aus?“, fragte Hanna. Eure Haut ist wie aus Leder. Geht das wieder weg?“
„Keine Ahnung, wir verwandelten uns schon im Labor, als wir dieses Zeug getrunken hatten. Die Bewohner des Echsenlandes sehen alle so aus, nur manche sind farbig“, berichtete Kai.
„Gut dass wir nicht das getrunken haben, aber so schlecht seht ihr gar nicht aus. Nur ihr würdet unter Menschen sehr auffallen. Doch wir lieben euch trotzdem!“, Lotte lächelte.
„Das tollste an der ganzen Sache ist, dass wir zaubern können“, erzählte Martin.
„Ja, klar, ihr seid jetzt ganz große Magier!“, ärgerte Lotte ihn.
„Nein, im Ernst, können wir wirklich, und du hast recht, das hat man uns auch bestätigt, dass wir große Magier sind.“
„Hoffentlich werdet ihr wieder normal, wenn ihr euch in unserer Welt der Menschen befindet“, wünschte sich Lotte.
„Wir wollen mal in unser Zimmer gehen“, schlug Kai vor, sonst sind wir gleich nicht fertig, wenn man uns zum Essen ruft.“
„Ob wir auch so schöne Kleidung im Zimmer haben?“, fragte Hanna, als sie Martins Zimmer verließen.



Kapitel 9


Nach einiger Zeit führte ein junges Mädchen vom Personal die beiden Ehepaare zum Abendessen.
„Hanna war von der Kleidung ganz begeistert. Die Männer hatten wie die Lux schwarze Hosen aus Leder und weiße Hemden an. Lotte und Hanna trugen wunderschöne Kleider.
Rain und seine Frau saßen mit einigen anderen Lux und ihren Frauen an einem großen langen Tisch. Einige der Männer hatten starke Ähnlichkeit mit Rain. Dieser stand auf und kam den Menschen entgegen.
„Ich hoffe, es war alles zu ihrer Zufriedenheit“, fragte er sie.
„Alles wunderbar, wir möchten uns herzlich bedanken für die freundliche Aufnahme“, sprach Martin im Namen seiner Begleitung.
„Es ist mir eine Ehre, zwei so große Magier mit ihren Frauen in meinem Haus aufnehmen zu dürfen. Meine Frau haben sie ja bereits kennen gelernt. Am Tisch sitzen außerdem einige meiner Brüder und Schwestern mit ihren Familien. Darf ich sie bitten, neben meiner Frau und mir Platz zu nehmen.“
Zum Essen wurden mehrere Gänge aufgetragen. Die vier Menschen wussten nicht immer, was auf den Tellern lag, aber es schmeckte fantastisch.
„Wenn sie wieder in ihre Welt zurück möchten, bringe ich sie dort hin, aber sie können so lange hier bei uns bleiben, wie sie wollen“, teilte Rain ihnen mit.
„Wissen sie, ob wir unser menschliches Aussehen wieder annehmen? Und wie ist das mit den Zauberkräften, verschwinden die auch?“, fragte Martin „Und wieso haben unsere Frauen ihr Aussehen behalten und konnten nicht zaubern. Entschuldigen sie bitte die vielen Fragen, aber wir wissen keine Antwort darauf.“
„Das kann ich verstehen, dass sie das alles beunruhigt“, sagte Rain. „Ich vermute, dass sie und Kai nicht nur Freunde sind, sondern gemeinsame Vorfahren haben. Das kann schon lange zurückliegen. Einer dieser Vorfahren wird ein großer Magier oder eine große Magierin aus dem Land der Echsen gewesen sein. Es kann wohl hundert Jahre und länger dauern, bis diese Magie wieder vererbt wird. Währen sie sich dessen alles bewusst gewesen, hätten sie allein mit ihrer Zauberkraft in das Land der Echsen gelangen können. Wenn sie es wollen, können sie in ihrer Welt wieder das Aussehen der Menschen annehmen. Ihre Zauberkraft bleibt ihnen erhalten und ich möchte sie bitten, damit sorgfältig umzugehen. Wenden sie sie bitte in ihrer Welt nicht an. Auch nicht gegen ihren ärgsten Feind. Ich möchte sie bitten, alle Mittel, die sie hergestellt haben, um in andere Welten zu kommen, zu vernichten. Sie dürfen nicht in falsche Hände geraten. Ihre obersten Behörden wissen von unserer Welt, aber sie haben keinen Zutritt. Es passiert aber öfters mal, dass über unser Land andere Wesen sich zur Menschenwelt Zutritt verschaffen. Es gibt einen Weg von uns zur Welt der Menschen. Allerdings wird er streng bewacht, aber es ist den Bigs trotzdem gelungen, in die Menschenwelt vorzudringen und sie haben dort vor gut einem Jahr ihr Unwesen getrieben und auch Menschen getötet und verletzt. Sie waren durch die Kräfte der schwarzen Mächte dort hingelangt. Die Menschen wurden in dem Glauben gelassen, es wären wilde Tiere gewesen, die damals das Blutbad unter den Jugendlichen anrichteten, um keine Panik zu verbreiten. Nur die obersten Behörden wissen, was wirklich geschah. Ich habe Abgesandte zu ihnen geschickt, die sie über die riesigen Echsen aufklären. In Zukunft soll man uns informieren, wenn wieder etwas unerklärliches in ihrem Land passiert, dann können wir schnell eingreifen.“
„Wie können die Beamten sie denn erreichen?“, wollte Martin wissen?.
„In ihrer Welt leben viele von Lux abstammende Personen. Einige sind Verbindungsmänner zwischen ihrer und unserer Welt. Ich bin übrigens auch öfters dort, denn meine Großmutter und meine Tochter wohnen dort. Meine Tochter wurde durch die dunklen Mächte entführt, aber ich spüre, dass sie sich wieder in der Welt der Menschen aufhält. Ich werde mich morgen dort hinbegeben und sie suchen.“
„Das war alles sehr aufregend, aber auch interessant was sie uns erzählt haben. Wir möchten gerne schnell wieder nach Hause, wenn sie uns dann morgen mitnehmen?“, sagte Martin.
Am anderen Tag nahmen Martin und Kai ihre menschliches Aussehen wieder an. Sie stellten sich mit ihren Frauen und Rain dicht zusammen und fassten sich um. Rain sprach einen Spruch und schon wirbelten sie, wie bereits auf dem Hinweg, durch verschiedene Lichter, Dunkelheit und Landschaften, die an ihnen vorbeihuschten. Plötzlich standen sie vor Martins Firma. Etwas wackelig auf den Beinen, aber sonst unbeschadet.
„Ich wünsche ihnen alles Gute und vergessen sie hier ihre Zauberkraft! Ich vermute, das wird nicht das letzte Mal sein, das wir uns begegnen, denn sie werden sich öfters ins Land der Echsen hingezogen fühlen. Sie gehören zu den größten Magiern dort, und man wird es dort begrüßen, wenn sie sich dazu überwinden, dort sesshaft zu werden. Ich weiß nur nicht, wie ihre Frauen dazu stehen. Aber wir werden sehen. Ich werde mich jetzt auf die Suche meiner Tochter machen!“ Rain verabschiedete sich, sagte etwas, was sie nicht verstanden, schwang seinen Umhang über sich und weg war er.
„Ob ich das auch kann?“, fragte Kai. Unterstehe dich, schon wieder zu verschwinden!“, sagte Hanna. „Aber du hast ja keinen Umhang und ihr solltet das Zaubern hier Lassen, schon vergessen?“
„Kommt, wir gehen schnell ins Labor und vernichten die Flüssigkeiten!“, bestimmte Martin. Als sie oben waren, war Martin entsetzt über die Unordnung in seinem Büro.
„Ich erzählte dir ja, dass jemand hier alles durchgewühlt hatte, nur den Safe hat er nicht aufbekommen, oder er wurde dabei von der Putzfrau gestört“, sagte Lotte zu Martin.
„Ich vermute, dass der Hausmeister ein Spion des Geheimdienstes war, und hier herum geschnüffelt hat", wandte Martin sich an seine Frau.
„Ja, und der Hausmeister hat sich aus dem Staub gemacht“, antwortete Lotte.
Martin und Kai vernichteten die Flüssigkeiten und Martin nahm sein Notizbuch.
„Die Formeln werde ich auch verbrennen“, sagte Martin.
„Hat schon einer Heimweh nach der anderen Welt?“, fragte Hanna.
„Schlecht war es dort nicht“, grinste Martin.
„Last uns erstmal nach Hause fahren. Wir können uns ja am Wochenende treffen. Vielleicht planen wir unseren Urlaub zu viert mal zusammen und überlassen es nicht nur unseren Männern. Urlaub im Echsenland wäre doch ein guter Vorschlag. Oder bei den Elfen soll es auch sehr schön sein“, Lotte grinste alle an.
„Wer weiß?“, lachte Hanna.
„Unsere Frauen!“ Kai schüttelte mit dem Kopf.
„Dann bis Samstag!“ rief Martin, nahm Lotte in den Arm und sie gingen zum Auto.
„Ich glaube, unser Leben wird noch richtig aufregend!“, vermutete Lotte.
„Bis jetzt war es mit dir schon aufregend genug“, antwortete Martin und küsste seine Frau.


Ende

(c)



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