Kapitel
8
„Wie
konntet ihr ohne uns vorher zu unterrichten, einfach so etwas
gefährliches unternehmen.“ Hanna sah die Männer giftig an, obwohl
sie froh war, dass sie heile zurück gekommen waren. Aber eine
Lektion haben sie verdient, hatten sich die beiden Frauen
abgesprochen.
„Anscheinend
liegt euch nichts mehr an uns!“, schimpfte Lotte. Die Männer
mussten sich noch manches anhören, bis sie ihre Sicht erklären
konnten.
„Ich
spreche mal für Kai mit! Wir wollten euch nicht beunruhigen. Darum
sagten wir, wir würden zu einer Konferenz fahren.“
„Und
die Testamente im Safe? Ihr habt damit gerechnet, dass euch etwas
passieren könnte, oder ihr nicht wieder zurück kommt!“, Lotte war
außersich.
„Und
was macht ihr, trinkt ein Zeug, ohne zu wissen, wo ihr landet“,
hielt Martin seiner Frau vor. „Das war ja noch gefährlicher.“
„Wir
wollten euch retten, falls ihr Hilfe brauchtet“, Lotte kamen die
Tränen und Martin nahm sie in die Arme.
„Hauptsache,
wir sind wieder alle vereint und gesund, aber wie seht ihr denn
aus?“, fragte Hanna. Eure Haut ist wie aus Leder. Geht das wieder
weg?“
„Keine
Ahnung, wir verwandelten uns schon im Labor, als wir dieses Zeug
getrunken hatten. Die Bewohner des Echsenlandes sehen alle so aus,
nur manche sind farbig“, berichtete Kai.
„Gut
dass wir nicht das getrunken haben, aber so schlecht seht ihr gar
nicht aus. Nur ihr würdet unter Menschen sehr auffallen. Doch wir
lieben euch trotzdem!“, Lotte lächelte.
„Das
tollste an der ganzen Sache ist, dass wir zaubern können“,
erzählte Martin.
„Ja,
klar, ihr seid jetzt ganz große Magier!“, ärgerte Lotte ihn.
„Nein,
im Ernst, können wir wirklich, und du hast recht, das hat man uns
auch bestätigt, dass wir große Magier sind.“
„Hoffentlich
werdet ihr wieder normal, wenn ihr euch in unserer Welt der Menschen
befindet“, wünschte sich Lotte.
„Wir
wollen mal in unser Zimmer gehen“, schlug Kai vor, sonst sind wir
gleich nicht fertig, wenn man uns zum Essen ruft.“
„Ob
wir auch so schöne Kleidung im Zimmer haben?“, fragte Hanna, als
sie Martins Zimmer verließen.
Kapitel
9
Nach
einiger Zeit führte ein junges Mädchen vom Personal die beiden
Ehepaare zum Abendessen.
„Hanna
war von der Kleidung ganz begeistert. Die Männer hatten wie die Lux
schwarze Hosen aus Leder und weiße Hemden an. Lotte und Hanna trugen
wunderschöne Kleider.
Rain
und seine Frau saßen mit einigen anderen Lux und ihren Frauen an
einem großen langen Tisch. Einige der Männer hatten starke
Ähnlichkeit mit Rain. Dieser stand auf und kam den Menschen entgegen.
„Ich
hoffe, es war alles zu ihrer Zufriedenheit“, fragte er sie.
„Alles
wunderbar, wir möchten uns herzlich bedanken für die freundliche
Aufnahme“, sprach Martin im Namen seiner Begleitung.
„Es
ist mir eine Ehre, zwei so große Magier mit ihren Frauen in meinem
Haus aufnehmen zu dürfen. Meine Frau haben sie ja bereits kennen
gelernt. Am Tisch sitzen außerdem einige meiner Brüder und
Schwestern mit ihren Familien. Darf ich sie bitten, neben meiner Frau
und mir Platz zu nehmen.“
Zum
Essen wurden mehrere Gänge aufgetragen. Die vier Menschen wussten
nicht immer, was auf den Tellern lag, aber es schmeckte fantastisch.
„Wenn
sie wieder in ihre Welt zurück möchten, bringe ich sie dort hin,
aber sie können so lange hier bei uns bleiben, wie sie wollen“,
teilte Rain ihnen mit.
„Wissen
sie, ob wir unser menschliches Aussehen wieder annehmen? Und wie ist
das mit den Zauberkräften, verschwinden die auch?“, fragte Martin
„Und wieso haben unsere Frauen ihr Aussehen behalten und konnten
nicht zaubern. Entschuldigen sie bitte die vielen Fragen, aber wir
wissen keine Antwort darauf.“
„Das
kann ich verstehen, dass sie das alles beunruhigt“, sagte Rain.
„Ich vermute, dass sie und Kai nicht nur Freunde sind, sondern
gemeinsame Vorfahren haben. Das kann schon lange zurückliegen. Einer
dieser Vorfahren wird ein großer Magier oder eine große Magierin
aus dem Land der Echsen gewesen sein. Es kann wohl hundert Jahre und
länger dauern, bis diese Magie wieder vererbt wird. Währen sie sich
dessen alles bewusst gewesen, hätten sie allein mit ihrer
Zauberkraft in das Land der Echsen gelangen können. Wenn sie es
wollen, können sie in ihrer Welt wieder das Aussehen der Menschen
annehmen. Ihre Zauberkraft bleibt ihnen erhalten und ich möchte sie
bitten, damit sorgfältig umzugehen. Wenden sie sie bitte in ihrer
Welt nicht an. Auch nicht gegen ihren ärgsten Feind. Ich möchte sie
bitten, alle Mittel, die sie hergestellt haben, um in andere Welten
zu kommen, zu vernichten. Sie dürfen nicht in falsche Hände
geraten. Ihre obersten Behörden wissen von unserer Welt, aber sie
haben keinen Zutritt. Es passiert aber öfters mal, dass über unser
Land andere Wesen sich zur Menschenwelt Zutritt verschaffen. Es gibt
einen Weg von uns zur Welt der Menschen. Allerdings wird er streng
bewacht, aber es ist den Bigs trotzdem gelungen, in die Menschenwelt
vorzudringen und sie haben dort vor gut einem Jahr ihr Unwesen getrieben
und auch Menschen getötet und verletzt. Sie waren durch die Kräfte
der schwarzen Mächte dort hingelangt. Die Menschen wurden in dem
Glauben gelassen, es wären wilde Tiere gewesen, die damals das
Blutbad unter den Jugendlichen anrichteten, um keine Panik zu
verbreiten. Nur die obersten Behörden wissen, was wirklich geschah.
Ich habe Abgesandte zu ihnen geschickt, die sie über die riesigen
Echsen aufklären. In Zukunft soll man uns informieren, wenn wieder
etwas unerklärliches in ihrem Land passiert, dann können wir
schnell eingreifen.“
„Wie
können die Beamten sie denn erreichen?“, wollte Martin wissen?.
„In
ihrer Welt leben viele von Lux abstammende Personen. Einige sind
Verbindungsmänner zwischen ihrer und unserer Welt. Ich bin übrigens
auch öfters dort, denn meine Großmutter und meine Tochter wohnen
dort. Meine Tochter wurde durch die dunklen Mächte entführt, aber
ich spüre, dass sie sich wieder in der Welt der Menschen aufhält.
Ich werde mich morgen dort hinbegeben und sie suchen.“
„Das
war alles sehr aufregend, aber auch interessant was sie uns erzählt
haben. Wir möchten gerne schnell wieder nach Hause, wenn sie uns
dann morgen mitnehmen?“, sagte Martin.
Am
anderen Tag nahmen Martin und Kai ihre menschliches Aussehen wieder
an. Sie stellten sich mit ihren Frauen und Rain dicht zusammen und
fassten sich um. Rain sprach einen Spruch und schon wirbelten sie,
wie bereits auf dem Hinweg, durch verschiedene Lichter, Dunkelheit
und Landschaften, die an ihnen vorbeihuschten. Plötzlich standen sie
vor Martins Firma. Etwas wackelig auf den Beinen, aber sonst
unbeschadet.
„Ich
wünsche ihnen alles Gute und vergessen sie hier ihre Zauberkraft!
Ich vermute, das wird nicht das letzte Mal sein, das wir uns
begegnen, denn sie werden sich öfters ins Land der Echsen
hingezogen fühlen. Sie gehören zu den größten Magiern dort, und
man wird es dort begrüßen, wenn sie sich dazu überwinden, dort
sesshaft zu werden. Ich weiß nur nicht, wie ihre Frauen dazu stehen.
Aber wir werden sehen. Ich werde mich jetzt auf die Suche meiner
Tochter machen!“ Rain verabschiedete sich, sagte etwas, was sie
nicht verstanden, schwang seinen Umhang über sich und weg war er.
„Ob
ich das auch kann?“, fragte Kai. Unterstehe dich, schon wieder zu
verschwinden!“, sagte Hanna. „Aber du hast ja keinen Umhang und
ihr solltet das Zaubern hier Lassen, schon vergessen?“
„Kommt,
wir gehen schnell ins Labor und vernichten die Flüssigkeiten!“,
bestimmte Martin. Als sie oben waren, war Martin entsetzt über die
Unordnung in seinem Büro.
„Ich
erzählte dir ja, dass jemand hier alles durchgewühlt hatte, nur den
Safe hat er nicht aufbekommen, oder er wurde dabei von der Putzfrau
gestört“, sagte Lotte zu Martin.
„Ich
vermute, dass der Hausmeister ein Spion des Geheimdienstes war, und
hier herum geschnüffelt hat",
wandte Martin sich an seine Frau.
„Ja,
und der Hausmeister hat sich aus dem Staub gemacht“, antwortete
Lotte.
Martin
und Kai vernichteten die Flüssigkeiten und Martin nahm sein
Notizbuch.
„Die
Formeln werde ich auch verbrennen“, sagte Martin.
„Hat
schon einer Heimweh nach der anderen Welt?“, fragte Hanna.
„Schlecht
war es dort nicht“, grinste Martin.
„Last
uns erstmal nach Hause fahren. Wir können uns ja am Wochenende
treffen. Vielleicht planen wir unseren Urlaub zu viert mal zusammen
und überlassen es nicht nur unseren Männern. Urlaub im Echsenland
wäre doch ein guter Vorschlag. Oder bei den Elfen soll es auch sehr
schön sein“, Lotte grinste alle an.
„Wer
weiß?“, lachte Hanna.
„Unsere
Frauen!“ Kai schüttelte mit dem Kopf.
„Dann
bis Samstag!“ rief Martin, nahm Lotte in den Arm und sie gingen zum
Auto.
„Ich
glaube, unser Leben wird noch richtig aufregend!“, vermutete Lotte.
„Bis
jetzt war es mit dir schon aufregend genug“, antwortete Martin und
küsste seine Frau.
Ende
(c)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen