Der Geist im Puppenhaus 10. Fortsetzung
Die
Großeltern hatten sich gut eingelebt und hatten den gesamten
Haushalt übernommen. So hatten Efi und Karl mehr Zeit für die
Arbeit und für die Kinder. Max gehörte inzwischen zur Familie, nur
Jens hatte etwas Schwierigkeiten mit ihm gut auszukommen, denn Max
hatte sich ausgerechnet ihn ausgesucht, bei dem er seine Streiche
machte. Die Ferien gingen zu Ende und Lottes erster Schultag kam. Sie
war schon ganz früh aufgestanden und konnte es kaum abwarten, dass
sie zur Schule fuhren. Selbst Max war nervös. Er schwebte aufgeregt
durch die Wohnung. Lotte musste ihm ihre Schultasche zeigen und den
Inhalt erklären. Und dann bekam Lotte eine große bunte Schultüte.
„Lass
uns mal reinschauen, was da alles drin ist!“ Forderte Max Lotte
auf. Lotte hätte selber gerne reingesehen.
“Die
Tüte bleibt noch geschlossen bis wir in der Schule sind!“ Ordnete
die Mutter an. Jetzt war Max sauer. „Dann komme ich auch mit!“
Sagte er trotzig.
„Nein,
das haben wir doch schon besprochen. Du machst dort nur Blödsinn. Du
wartest hier, bis wir wiederkommen.“ Antwortete Lottes Mutter.
„Ihr
seid gemein. Ihr mögt mich nicht.“ Schimpfte Max und machte sich
Unsichtbar.
„Sicher
mögen wir dich. Du kannst ja so lange mit dem Opa den Fernseher
anmachen.“ Schlug Efi vor, aber der Geist gab keinen Pips von sich.
„Wir müssen los!“ Sagte Efi und Lotte stieg schnell ins Auto.
Vor der Schule wurden schnell noch ein paar Fotos gemacht und dann
ging es in das Klassenzimmer.
„Wollen
wir uns zusammen setzen?“ Fragte ein Mädchen. Lotte nickte
schüchtern.
„Ich
heiße Marie und wie heißt du?“ Fragte es, als sie sich
hinsetzten.
„Lotte.“
„Lotte?
Finde ich toll, so heißt meine Puppe.“ Sagte Marie.
„Ich
habe auch eine Puppe, aber die hat keinen richtigen Namen, sie heißt
einfach nur Puppe.“ Antwortete Lotte.
„Wir
können uns mal treffen, dann taufen wir deine Puppe und geben ihr
einen Namen.“ Meinte Marie. „Du hast schöne gelbe Turnschuhe!“
Stellte das Mädchen fest.
„Die
habe ich zum Geburtstag bekommen. Meine alten Schuhe fielen schon
fast auseinander.“ Erzählte Lotte und hatte ihre Schüchternheit
überwunden. Sie fand Marie ganz nett und auch die Lehrerin schien
ganz in Ordnung zu sein. Die Eltern durften sich noch etwas im
Klassenraum umschauen und mussten dann raus gehen.
„Nun
nehmt mal ein Blatt Papier und Buntstifte aus der Schultasche und
malt euch an eurem ersten Schultag!“ Forderte die Lehrerin die
Kinder auf. Lotte öffnete die Tasche und erschrak. Sie machte die
Tasche wieder zu, hatte aber vergessen, das Max überall durchgehen
konnte und das tat er dann auch. Er schwebte auf Lottes Tisch. Max
war so klein wie ein Bleistift. „Du solltest doch zu hause
bleiben!“ Flüsterte sie ihm zu, nach dem sie sich vom Schreck
erholt hatte.
„Warum
sollte ich zu hause bleiben, und warum malst du nicht? Hast du keine
Buntstifte mit?“ Wollte Marie wissen, die das Flüstern gehört
hatte. Lotte holte ihre Sachen aus der Tasche und fing an zu malen.
„Malst
du mich auch?“ Fragte Max.
„Du
nervst!“ Antwortete Lotte.
„Warum?
Ich habe doch nichts gemacht!“ Erwiderte Marie.
„Dich
meine ich ja gar nicht!“, antwortete Lotte.
„Wollen
wir deine Schultüte auspacken?“ Schlug Max vor. Lotte antwortete
nicht. „Du sollst mich auch malen.“, bestand Max drauf. Lotte
schwieg. „Bist du sauer, weil du nicht mehr mit mir sprichst?“
Wollte Max wissen und setzte sich aufs Etui. „Wann machst du die
Tüte auf?“ Quengelte er. Jetzt musste Lotte lachen.
„Warum
lachst du?“ Fragte Marie. „Lachst du über mein Bild?“
„Nein,
dein Bild finde ich schön. Du kannst gut malen!“ Antwortete Lotte.
Als alle Kinder ihr Bild fertig hatten durften die Schultüten
geöffnet werden.
„Endlich!“
Meinte Max und schaute neugierig hinein. „Alles nur
Mädchenquatsch“, stellte er fest und verschwand in der
Schultasche.
„Als
Lotte mit ihren Eltern nach hause kam, hatte die Oma schon den Tisch
gedeckt. Lotte hatte sich das Mittagessen aussuchen dürfen, also gab
es ihr Lieblingsessen, die Suppe aus der Dose. Die Oma hatte aber zum
Nachtisch noch schöne Puddings gekocht.“
„Wie
war denn nun dein erster Schultag?“ Fragte der Opa seine Enkelin.
„Doof!“
Antwortete Max. „Die Kinder mussten ein Bild malen und Lotte hat
mich nicht mit aufs Bild gemalt. Und in der Tüte war auch nichts
gescheutes!“
„Ist
ja gar nicht wahr!“, rief Lotte. „Die Tüte war voll mit schönen
Sachen und ich habe dich aufs Bild gemalt, nur unsichtbar, mit einem
weißen Buntstift!“
„Du
solltest doch zu hause bleiben!“ Sagte Efi zum Geist! „Du hast in
der Schule nichts zu suchen, du bringst Lotte nur in
Schwierigkeiten!“ Schimpfte sie. Max machte sich einfach unsichtbar
und verschwand oben in sein Puppenhaus. „Ich gehe wohl mit zur
Schule!“, knurrte er vor sich hin.
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik
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