Dienstag, 26. August 2014

Kinderkurzroman: 10. Fortsetzung Der Geist im Puppenhaus





Der Geist im Puppenhaus   10. Fortsetzung

Die Großeltern hatten sich gut eingelebt und hatten den gesamten Haushalt übernommen. So hatten Efi und Karl mehr Zeit für die Arbeit und für die Kinder. Max gehörte inzwischen zur Familie, nur Jens hatte etwas Schwierigkeiten mit ihm gut auszukommen, denn Max hatte sich ausgerechnet ihn ausgesucht, bei dem er seine Streiche machte. Die Ferien gingen zu Ende und Lottes erster Schultag kam. Sie war schon ganz früh aufgestanden und konnte es kaum abwarten, dass sie zur Schule fuhren. Selbst Max war nervös. Er schwebte aufgeregt durch die Wohnung. Lotte musste ihm ihre Schultasche zeigen und den Inhalt erklären. Und dann bekam Lotte eine große bunte Schultüte.
„Lass uns mal reinschauen, was da alles drin ist!“ Forderte Max Lotte auf. Lotte hätte selber gerne reingesehen.
“Die Tüte bleibt noch geschlossen bis wir in der Schule sind!“ Ordnete die Mutter an. Jetzt war Max sauer. „Dann komme ich auch mit!“ Sagte er trotzig.
„Nein, das haben wir doch schon besprochen. Du machst dort nur Blödsinn. Du wartest hier, bis wir wiederkommen.“ Antwortete Lottes Mutter.
„Ihr seid gemein. Ihr mögt mich nicht.“ Schimpfte Max und machte sich Unsichtbar.
„Sicher mögen wir dich. Du kannst ja so lange mit dem Opa den Fernseher anmachen.“ Schlug Efi vor, aber der Geist gab keinen Pips von sich. „Wir müssen los!“ Sagte Efi und Lotte stieg schnell ins Auto. Vor der Schule wurden schnell noch ein paar Fotos gemacht und dann ging es in das Klassenzimmer.
„Wollen wir uns zusammen setzen?“ Fragte ein Mädchen. Lotte nickte schüchtern.
„Ich heiße Marie und wie heißt du?“ Fragte es, als sie sich hinsetzten.
„Lotte.“
„Lotte? Finde ich toll, so heißt meine Puppe.“ Sagte Marie.
„Ich habe auch eine Puppe, aber die hat keinen richtigen Namen, sie heißt einfach nur Puppe.“ Antwortete Lotte.
„Wir können uns mal treffen, dann taufen wir deine Puppe und geben ihr einen Namen.“ Meinte Marie. „Du hast schöne gelbe Turnschuhe!“ Stellte das Mädchen fest.
„Die habe ich zum Geburtstag bekommen. Meine alten Schuhe fielen schon fast auseinander.“ Erzählte Lotte und hatte ihre Schüchternheit überwunden. Sie fand Marie ganz nett und auch die Lehrerin schien ganz in Ordnung zu sein. Die Eltern durften sich noch etwas im Klassenraum umschauen und mussten dann raus gehen.
„Nun nehmt mal ein Blatt Papier und Buntstifte aus der Schultasche und malt euch an eurem ersten Schultag!“ Forderte die Lehrerin die Kinder auf. Lotte öffnete die Tasche und erschrak. Sie machte die Tasche wieder zu, hatte aber vergessen, das Max überall durchgehen konnte und das tat er dann auch. Er schwebte auf Lottes Tisch. Max war so klein wie ein Bleistift. „Du solltest doch zu hause bleiben!“ Flüsterte sie ihm zu, nach dem sie sich vom Schreck erholt hatte.
„Warum sollte ich zu hause bleiben, und warum malst du nicht? Hast du keine Buntstifte mit?“ Wollte Marie wissen, die das Flüstern gehört hatte. Lotte holte ihre Sachen aus der Tasche und fing an zu malen.
„Malst du mich auch?“ Fragte Max.
„Du nervst!“ Antwortete Lotte.
„Warum? Ich habe doch nichts gemacht!“ Erwiderte Marie.
„Dich meine ich ja gar nicht!“, antwortete Lotte.
„Wollen wir deine Schultüte auspacken?“ Schlug Max vor. Lotte antwortete nicht. „Du sollst mich auch malen.“, bestand Max drauf. Lotte schwieg. „Bist du sauer, weil du nicht mehr mit mir sprichst?“ Wollte Max wissen und setzte sich aufs Etui. „Wann machst du die Tüte auf?“ Quengelte er. Jetzt musste Lotte lachen.
„Warum lachst du?“ Fragte Marie. „Lachst du über mein Bild?“
„Nein, dein Bild finde ich schön. Du kannst gut malen!“ Antwortete Lotte. Als alle Kinder ihr Bild fertig hatten durften die Schultüten geöffnet werden.
„Endlich!“ Meinte Max und schaute neugierig hinein. „Alles nur Mädchenquatsch“, stellte er fest und verschwand in der Schultasche.
„Als Lotte mit ihren Eltern nach hause kam, hatte die Oma schon den Tisch gedeckt. Lotte hatte sich das Mittagessen aussuchen dürfen, also gab es ihr Lieblingsessen, die Suppe aus der Dose. Die Oma hatte aber zum Nachtisch noch schöne Puddings gekocht.“
„Wie war denn nun dein erster Schultag?“ Fragte der Opa seine Enkelin.
„Doof!“ Antwortete Max. „Die Kinder mussten ein Bild malen und Lotte hat mich nicht mit aufs Bild gemalt. Und in der Tüte war auch nichts gescheutes!“
„Ist ja gar nicht wahr!“, rief Lotte. „Die Tüte war voll mit schönen Sachen und ich habe dich aufs Bild gemalt, nur unsichtbar, mit einem weißen Buntstift!“
„Du solltest doch zu hause bleiben!“ Sagte Efi zum Geist! „Du hast in der Schule nichts zu suchen, du bringst Lotte nur in Schwierigkeiten!“ Schimpfte sie. Max machte sich einfach unsichtbar und verschwand oben in sein Puppenhaus. „Ich gehe wohl mit zur Schule!“, knurrte er vor sich hin.

Fortsetzung folgt...

Copyright2014by Helga Pikulik

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen