Der Geist im Puppenhaus 12. Fortsetzung
Während
Else noch das Taxi bezahlte, stürmte Max schon ins Haus.
„Der
Junge, der hat die Tür gar nicht aufgemacht und...!“
„Ja.
Der ist schnell wie der Blitz!“, unterbrach Else den Fahrer. Der
schaute ganz verstört.
„Vielen
Dank!“ Verabschiedete Else sich und der Taxifahrer fuhr so schnell
er konnte davon.
„Ich
bin mir sicher, dass der Junge weder die Autotür noch die Tür vom
Haus geöffnet hat und trotzdem ausgestiegen und ins Haus
verschwunden ist. Ich bin total überarbeitet, ich fange schon an
Gespenster zu sehen.“ Dachte er.
Max
schwebte durch die Zimmer und rief: „Ich habe Tante Else befreit!
Kommt alle her!“ Und dann schellte es auch schon an der Tür und
Karl machte auf: „Tante Else, was für eine Überraschung, komm
herein.“ Inzwischen hatte Max die ganze Familie zusammen
getrommelt.
„Tante
Else ist im Heim total unglücklich!“, klärte der Geist alle auf.
„Sie möchte gerne hier bleiben!“
„Nur
wenn ihr nichts dagegen habt!“ Sagte Tante Else.
„Wir
freuen uns!“ Antwortete Efi. „Ich habe es dir ja schon einmal
angeboten, hier in dein Haus einzuziehen!“
„Es
ist jetzt euer Haus!“ Meinte Else.
„Ist
doch ganz egal, wir haben so viel Platz und meine Eltern wohnen auch
hier. Übrigens, wir haben dein Lieblingszimmer unverändert
gelassen, wir haben nur noch einige Möbel von dir dazu gestellt.“
Klärte Karl sie auf. Tante Else strahlte.
„Wir
sind die Eltern von Karl, ich habe das Gefühl, dass wir uns gut
verstehen werden!“ Begrüßte Karls Mutter sie und stellte ihren Mann vor.
„Was hielten die im Heim denn von ihrem plötzlichen Auszug?“
Fragte dieser.
„Ich
habe denen gesagt, dass ich zum Kaffee trinken zu meiner Nichte
fahre, mehr nicht. Max meinte, Karl würde das schon alles in Ordnung
bringen.“ Erzählte Tante Else.
„Dann
bist du richtig ausgekniffen?“ Fand Lotte toll.
„Ja,
so kann man das wohl nennen.“ Meinte Tante Else. Lotte war
begeistert von ihrer Großtante und von Max, der sie ja schließlich
befreit hatte.
„Max,
du bist ein Held!“, rief Lotte aus.
„Dann
will ich mal zum Altenheim fahren und dich abmelden. Deine Sachen
bringe ich mit.
Tante
Else lebte in den nächsten Tagen wieder richtig auf. Sie kümmerte
sich um die Tiere und guckte mit Max Fernsehen. „Wie konnte ich nur
ins Heim gehen. Aber ich war so alleine hier in dem großen Haus.“
Meinte sie zu Max.
„Ich
war doch da!“ Antwortete Max.
„Ja,
du hast mir auch sehr im Heim gefehlt. Aber jetzt ist hier immer
etwas los, bei so einer großen Familie. Ich mochte meiner Nichte und
ihrer Familie nicht zur Last fallen und alleine wollte ich auch nicht
wohnen, darum hatte ich mich für das Heim entschieden.“ Sagte
Else.
„Die
Familie hat mich auch gleich nett aufgenommen, die hatte gar keine
Angst vor mit. Dafür die Möbelpacker um so mehr.“ Max musste
lachen.
„Den
Taxifahrer hast du auch ganz verwirrt!“ Meinte Tante Else und
musste auch lachen.
„Seid
ihr fröhlich?“ Lotte kam ins Zimmer gestürmt. „Ich auch!“,
rief sie. „Ich darf meinen Geburtstag nachfeiern und meine neuen
Freundinnen einladen. Ist das nicht toll?“
„Da
kann ich ja auf der Feier spuken!“, meinte Max.
„Ich
habe die Mädchen schon alle vorgewarnt!“ Erwiderte Lotte.
„Schade!“,
meinte Max.
„Man
ärgert auch keine kleinen Mädchen!“ Ermahnte Tante Else den
Geist.
Endlich
war der Tag da und Lotte war ganz aufgeregt. Hoffentlich gefiel es
den neuen Freundinnen hier. Sie hatte ihnen gesagt, dass sie vor
dem Geist keine Angst haben müssten, aber Max war unberechenbar. Lotte hatte
das Esszimmer zusammen mit ihrer Schwester geschmückt. Überall
hingen Girlanden und Luftballons. Auf manchen hatten sie Gesichter
gemalt und Gardinenfetzen daran gehangen. Es sollten Geister sein.
Auch die Tischdekoration passte zur Geisterparty. Max war ganz
erfreut. Er durfte auch am Geburtstagstisch der Kinder sitzen. Er
versprach, sich ordentlich zu benehmen. Es klingelte und die Kinder
kamen nach und nach. Es waren fünf Mädchen aus Lottes Klasse. Marie
war natürlich auch dabei. Als sie alle am Tisch saßen, machte sich
Max sichtbar und die Mädchen konnten ihn auch hören.
„Ihr
braucht keine Angst vor mir haben, ich fresse euch nicht!“ Sagte er
und grinste.
Erstaunt,
aber teilweise auch ängstlich schauten die Mädchen den Geist an.
Nachdem Max aber einige Witze erzählt hatte und Karl den Kindern
versichert hatte, dass Max zur Familie gehörte und keinem etwas
antue, wurden die Mädchen lockerer. Es dauerte nicht lange und alle
waren am Lachen und Witze erzählen und sie hatten sich an den Geist
gewöhnt. Lotte hatte ihnen von dem Bauernhaus und den Tieren dazu
erzählt und das Max es ihr auf dem Dachboden gezeigt hatte.
Inzwischen stand der komplette Bauernhof in ihrem Zimmer. Sie gingen
nach dem Kuchenessen alle in Lottes Zimmer und begutachteten das
Bauernhaus mit den Ställen und den ganzen Figuren.
„Echt
super!“ Meinte Erika, „mein Bruder hat auch einen Bauernhof und
ich habe ein Puppenhaus.“
„Ich
habe auch einen Bauernhof.“ Erzählte Sonja.
„Und
ich ein Puppenhaus!“, rief Marie.
„Ich
auch!“ Sagten Ina und Sandra.
„Wir
haben auch ein Puppenhaus auf dem Dachboden.“ Berichtete Lotte.
„Warum
hast du es nicht in dein Zimmer geholt?“ Fragte Marie.
„Mir
reicht der Bauernhof.“ Antwortete sie und dachte bei sich, wie
schön es wäre, auch ein Puppenhaus zu besitzen.
„Können wir uns
das Haus einmal ansehen?“, fragte Marie.
„Auf dem
Dachboden ist es etwas staubig.“ Erklärte Lotte den Mädchen.
Das war den Kindern egal und sie stiegen alle die Treppe zum
Dachboden hoch. Max war gar nicht begeistert. Lotte wusste doch, dass
es sein Haus war, dafür hatte sie den Bauernhof.
„Ist dass hier
oben toll und so groß!“ Staunte Sonja.
„Und was hier
alles herum liegt!“ Meinte Erika. „Ganz alte Sachen.“
„Hier ist ja das
Puppenhaus!“ Rief Marie, als sie es entdeckt hatte.
„Ist das schön!“
Staunte Sandra.
„Wollen wir das
Puppenhaus mit nach unten in dein Zimmer nehmen?“ Fragte Marie.
„Das ist mein
Haus!“ Schimpfte Max. „Das bleibt hier oben und wühlt nicht
alles durcheinander!“
„Jungs spielen
nicht mit Puppenhäuser!“ Antwortete Erika.
„Vor allem in
deinem Alter nicht mehr.“ Klärte Sonja den Geist auf.
„Ich wohne darin!“
Rief Max ärgerlich.
Marie fing an, die
Möbel und die kleinen Puppen in einen Beutel zu stecken, der dort
herum lag.
„Da
passt du gar nicht rein!“ Sagte Marie.
„Verbiete
den Mädchen, dass Puppenhaus herunter zu holen!“ Wandte Max sich
jetzt Hilfe suchend an Lotte. Doch Lotte unternahm nichts. Im
Gegenteil. Sie freute sich auf das Puppenhaus. „Die anderen Mädchen
hatten auch eins. Max kann genauso gut auf dem alten Sofa schlafen,
welches auf dem Dachboden stand. Er musste sich dann noch nicht
einmal klein machen.“ Dachte Lotte. Die Mädchen schleppten das
Puppenhaus herunter und stellten es in Lottes Zimmer auf und
richteten es wieder ein. Sie spielten den ganzen Nachmittag mit dem
Haus und dem Bauernhof. An das Geschimpfe von Max störten sie sich
nicht. Nach einiger Zeit machte Max sich unsichtbar. Er war sehr
traurig. Lotte hatte ihn so enttäuscht und er dachte sie wären
Freunde. Den Mädchen hatte es echt gut bei Lotte gefallen und als
sie alle fort waren, war Lotte sehr müde. Als ihre Mutter ihr gute
Nacht sagte, fragte sie: „Lotte weißt du warum Max sich schon seit
ein paar Stunden nicht mehr blicken lässt? Er sitzt sonst immer bei
uns am Tisch, wenn wir Abendbrot essen. Bei Tante Else war er auch
nicht.“
Lotte
hatte inzwischen ein ganz schlechtes Gewissen und erzählte ihrer
Mutter die Sache mit dem Puppenhaus.
„Papa
wird das Haus sofort wieder auf den Dachboden bringen. Es gehört
Max, dafür hast du den schönen Bauernhof. Dafür kann man auch
kleine Möbeln kaufen.“ Sagte ihre Mutter. „Dann wird Max sicher
wieder am Morgen an unserem Tisch sitzen, wenn er sein Haus zurück
bekommt.“
Am
anderen Morgen stand Lotte ganz früh auf. Sie suchte überall nach
Max. Auch auf dem Dachboden, im Puppenhaus. Aber Max blieb unsichtbar
und meldete sich auch nicht. Er war tief Enttäuscht und wollte seine
Ruhe haben.
Vorläufiges
Ende
Fortsetzung
folgt eventuell in der Weihnachtszeit.
Copyright2014by
Helga Pikulik
Gedicht
zum Roman: Der Geist im Puppenhaus
Lass
uns wieder Freunde sein
Hallo
Max
Wo
bist du nur
Zeig
dich doch
Sei
nicht so stur
Ich
weiß
Ich
hab´ dich sehr gekränkt
Es tut
mir alles so sehr leid
Ich
hoffe du verzeihst mir bald
Dann
können wir wieder gemeinsam lachen
und in
dem Hause Späße machen
Copyright2014by Helga Pikulik
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