Samstag, 30. August 2014

Kinderkurzroman: 12. Fortsetzung Der Geist im Puppenhaus u. Gedicht




Der Geist im Puppenhaus  12. Fortsetzung


Während Else noch das Taxi bezahlte, stürmte Max schon ins Haus.
„Der Junge, der hat die Tür gar nicht aufgemacht und...!“
„Ja. Der ist schnell wie der Blitz!“, unterbrach Else den Fahrer. Der schaute ganz verstört.
„Vielen Dank!“ Verabschiedete Else sich und der Taxifahrer fuhr so schnell er konnte davon.
„Ich bin mir sicher, dass der Junge weder die Autotür noch die Tür vom Haus geöffnet hat und trotzdem ausgestiegen und ins Haus verschwunden ist. Ich bin total überarbeitet, ich fange schon an Gespenster zu sehen.“ Dachte er.
Max schwebte durch die Zimmer und rief: „Ich habe Tante Else befreit! Kommt alle her!“ Und dann schellte es auch schon an der Tür und Karl machte auf: „Tante Else, was für eine Überraschung, komm herein.“ Inzwischen hatte Max die ganze Familie zusammen getrommelt.
„Tante Else ist im Heim total unglücklich!“, klärte der Geist alle auf. „Sie möchte gerne hier bleiben!“
„Nur wenn ihr nichts dagegen habt!“ Sagte Tante Else.
„Wir freuen uns!“ Antwortete Efi. „Ich habe es dir ja schon einmal angeboten, hier in dein Haus einzuziehen!“
„Es ist jetzt euer Haus!“ Meinte Else.
„Ist doch ganz egal, wir haben so viel Platz und meine Eltern wohnen auch hier. Übrigens, wir haben dein Lieblingszimmer unverändert gelassen, wir haben nur noch einige Möbel von dir dazu gestellt.“ Klärte Karl sie auf. Tante Else strahlte.
„Wir sind die Eltern von Karl, ich habe das Gefühl, dass wir uns gut verstehen werden!“ Begrüßte Karls Mutter sie und stellte ihren Mann vor. „Was hielten die im Heim denn von ihrem plötzlichen Auszug?“ Fragte dieser.
„Ich habe denen gesagt, dass ich zum Kaffee trinken zu meiner Nichte fahre, mehr nicht. Max meinte, Karl würde das schon alles in Ordnung bringen.“ Erzählte Tante Else.
„Dann bist du richtig ausgekniffen?“ Fand Lotte toll.
„Ja, so kann man das wohl nennen.“ Meinte Tante Else. Lotte war begeistert von ihrer Großtante und von Max, der sie ja schließlich befreit hatte.
„Max, du bist ein Held!“, rief Lotte aus.
„Dann will ich mal zum Altenheim fahren und dich abmelden. Deine Sachen bringe ich mit.

Tante Else lebte in den nächsten Tagen wieder richtig auf. Sie kümmerte sich um die Tiere und guckte mit Max Fernsehen. „Wie konnte ich nur ins Heim gehen. Aber ich war so alleine hier in dem großen Haus.“ Meinte sie zu Max.
„Ich war doch da!“ Antwortete Max.
„Ja, du hast mir auch sehr im Heim gefehlt. Aber jetzt ist hier immer etwas los, bei so einer großen Familie. Ich mochte meiner Nichte und ihrer Familie nicht zur Last fallen und alleine wollte ich auch nicht wohnen, darum hatte ich mich für das Heim entschieden.“ Sagte Else.
„Die Familie hat mich auch gleich nett aufgenommen, die hatte gar keine Angst vor mit. Dafür die Möbelpacker um so mehr.“ Max musste lachen.
„Den Taxifahrer hast du auch ganz verwirrt!“ Meinte Tante Else und musste auch lachen.
„Seid ihr fröhlich?“ Lotte kam ins Zimmer gestürmt. „Ich auch!“, rief sie. „Ich darf meinen Geburtstag nachfeiern und meine neuen Freundinnen einladen. Ist das nicht toll?“
„Da kann ich ja auf der Feier spuken!“, meinte Max.
„Ich habe die Mädchen schon alle vorgewarnt!“ Erwiderte Lotte.
„Schade!“, meinte Max.
„Man ärgert auch keine kleinen Mädchen!“ Ermahnte Tante Else den Geist.
Endlich war der Tag da und Lotte war ganz aufgeregt. Hoffentlich gefiel es den neuen Freundinnen hier. Sie hatte ihnen gesagt, dass sie vor dem Geist keine Angst haben müssten, aber Max war unberechenbar. Lotte hatte das Esszimmer zusammen mit ihrer Schwester geschmückt. Überall hingen Girlanden und Luftballons. Auf manchen hatten sie Gesichter gemalt und Gardinenfetzen daran gehangen. Es sollten Geister sein. Auch die Tischdekoration passte zur Geisterparty. Max war ganz erfreut. Er durfte auch am Geburtstagstisch der Kinder sitzen. Er versprach, sich ordentlich zu benehmen. Es klingelte und die Kinder kamen nach und nach. Es waren fünf Mädchen aus Lottes Klasse. Marie war natürlich auch dabei. Als sie alle am Tisch saßen, machte sich Max sichtbar und die Mädchen konnten ihn auch hören.
„Ihr braucht keine Angst vor mir haben, ich fresse euch nicht!“ Sagte er und grinste.
Erstaunt, aber teilweise auch ängstlich schauten die Mädchen den Geist an. Nachdem Max aber einige Witze erzählt hatte und Karl den Kindern versichert hatte, dass Max zur Familie gehörte und keinem etwas antue, wurden die Mädchen lockerer. Es dauerte nicht lange und alle waren am Lachen und Witze erzählen und sie hatten sich an den Geist gewöhnt. Lotte hatte ihnen von dem Bauernhaus und den Tieren dazu erzählt und das Max es ihr auf dem Dachboden gezeigt hatte. Inzwischen stand der komplette Bauernhof in ihrem Zimmer. Sie gingen nach dem Kuchenessen alle in Lottes Zimmer und begutachteten das Bauernhaus mit den Ställen und den ganzen Figuren.
„Echt super!“ Meinte Erika, „mein Bruder hat auch einen Bauernhof und ich habe ein Puppenhaus.“
„Ich habe auch einen Bauernhof.“ Erzählte Sonja.
„Und ich ein Puppenhaus!“, rief Marie.
„Ich auch!“ Sagten Ina und Sandra.
„Wir haben auch ein Puppenhaus auf dem Dachboden.“ Berichtete Lotte.
„Warum hast du es nicht in dein Zimmer geholt?“ Fragte Marie.
„Mir reicht der Bauernhof.“ Antwortete sie und dachte bei sich, wie schön es wäre, auch ein Puppenhaus zu besitzen.
„Können wir uns das Haus einmal ansehen?“, fragte Marie.
„Auf dem Dachboden ist es etwas staubig.“ Erklärte Lotte den Mädchen. Das war den Kindern egal und sie stiegen alle die Treppe zum Dachboden hoch. Max war gar nicht begeistert. Lotte wusste doch, dass es sein Haus war, dafür hatte sie den Bauernhof.
„Ist dass hier oben toll und so groß!“ Staunte Sonja.
„Und was hier alles herum liegt!“ Meinte Erika. „Ganz alte Sachen.“
„Hier ist ja das Puppenhaus!“ Rief Marie, als sie es entdeckt hatte.
„Ist das schön!“ Staunte Sandra.
„Wollen wir das Puppenhaus mit nach unten in dein Zimmer nehmen?“ Fragte Marie.
„Das ist mein Haus!“ Schimpfte Max. „Das bleibt hier oben und wühlt nicht alles durcheinander!“
„Jungs spielen nicht mit Puppenhäuser!“ Antwortete Erika.
„Vor allem in deinem Alter nicht mehr.“ Klärte Sonja den Geist auf.
„Ich wohne darin!“ Rief Max ärgerlich.
Marie fing an, die Möbel und die kleinen Puppen in einen Beutel zu stecken, der dort herum lag.
„Da passt du gar nicht rein!“ Sagte Marie.
„Verbiete den Mädchen, dass Puppenhaus herunter zu holen!“ Wandte Max sich jetzt Hilfe suchend an Lotte. Doch Lotte unternahm nichts. Im Gegenteil. Sie freute sich auf das Puppenhaus. „Die anderen Mädchen hatten auch eins. Max kann genauso gut auf dem alten Sofa schlafen, welches auf dem Dachboden stand. Er musste sich dann noch nicht einmal klein machen.“ Dachte Lotte. Die Mädchen schleppten das Puppenhaus herunter und stellten es in Lottes Zimmer auf und richteten es wieder ein. Sie spielten den ganzen Nachmittag mit dem Haus und dem Bauernhof. An das Geschimpfe von Max störten sie sich nicht. Nach einiger Zeit machte Max sich unsichtbar. Er war sehr traurig. Lotte hatte ihn so enttäuscht und er dachte sie wären Freunde. Den Mädchen hatte es echt gut bei Lotte gefallen und als sie alle fort waren, war Lotte sehr müde. Als ihre Mutter ihr gute Nacht sagte, fragte sie: „Lotte weißt du warum Max sich schon seit ein paar Stunden nicht mehr blicken lässt? Er sitzt sonst immer bei uns am Tisch, wenn wir Abendbrot essen. Bei Tante Else war er auch nicht.“
Lotte hatte inzwischen ein ganz schlechtes Gewissen und erzählte ihrer Mutter die Sache mit dem Puppenhaus.
„Papa wird das Haus sofort wieder auf den Dachboden bringen. Es gehört Max, dafür hast du den schönen Bauernhof. Dafür kann man auch kleine Möbeln kaufen.“ Sagte ihre Mutter. „Dann wird Max sicher wieder am Morgen an unserem Tisch sitzen, wenn er sein Haus zurück bekommt.“
Am anderen Morgen stand Lotte ganz früh auf. Sie suchte überall nach Max. Auch auf dem Dachboden, im Puppenhaus. Aber Max blieb unsichtbar und meldete sich auch nicht. Er war tief Enttäuscht und wollte seine Ruhe haben.

Vorläufiges Ende

Fortsetzung folgt eventuell in der Weihnachtszeit.

Copyright2014by Helga Pikulik

Gedicht zum Roman:  Der Geist im Puppenhaus

Lass uns wieder Freunde sein
Hallo Max
Wo bist du nur
Zeig dich doch
Sei nicht so stur
Ich weiß
Ich hab´ dich sehr gekränkt
Es tut mir alles so sehr leid
Ich hoffe du verzeihst mir bald
Dann können wir wieder gemeinsam lachen
und in dem Hause Späße machen




Copyright2014by Helga Pikulik



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