Sonntag, 17. August 2014

Kurzroman: 4. Fortsetzung Der Geist im Puppenhaus




Der Geist im Puppenhaus  4. Fortsetzung

„Jetzt höre ich schon Gespenster.“ Lotte musste lachen und bemühte sich weiter, ihre Turnschuhe anzuziehen. „Hoffentlich bekomme ich übermorgen neue Schuhe, sagte sie vor sich hin. Diese sind einfach zu klein und zerlatscht.“
„Was ist denn übermorgen? Bekommt man dann Geschenke? Ich wünsche mir auch etwas!“ Wenn Lotte nicht schon auf ihrem Hosenboden gesessen hätte, um die Schuhe anzuziehen, wäre sie sicher vor Schreck umgesackt. Da hatte jemand gesprochen, aber es war niemand im Zimmer zu sehen. Lottes Herz klopfte, als wollte es aus der Kehle springen.
„Wer ist da?“, fragte sie zaghaft und schaute suchend im Zimmer umher.
„Ich bin da!“
„Wer ist ich?“ Fragte sie mutig und hatte sich vom ersten Schreck etwas erholt.
„Na, ich! Der Geist, den du im Keller gesucht hast. Ich dachte mir, dass du mich kennenlernen willst und bin dir ins Zimmer gefolgt.“
„Aber ich sehe dich gar nicht und habe dich auch im Keller nicht gefunden.“ Antwortete Lotte.
„Hast du noch nie gehört, dass Geister sich unsichtbar machen können?“
„Ja. In Kindergeschichten! Aber in Wirklichkeit gibt es keine Geister, sagen die Anderen wenigstens immer.“ Klärte Lotte den Geist auf.
„Ach, dann bin ich also gar nicht da!“ Stellte der Geist fest und lachte.
„Anscheinend doch, sonst würden wir uns nicht unterhalten.“ Stellte Lotte fest.
„Da bin ich aber froh! Ich dachte schon, ich hätte mir mich nur eingebildet und existiere gar nicht.“ Wieder kicherte der Geist.
„Hast du heute einen Clown Gefrühstückt oder bist du immer so fröhlich?“ Wollte Lotte wissen und hatte gar keine Angst mehr. „Kann ich dich nun endlich sehen?“ Fragte sie, denn sie war sehr neugierig, wie der Geist aussah.
„Erschrecke dich aber nicht! Bis jetzt sind noch alle, die mich gesehen haben schreiend davon gelaufen, außer deine Großtante Else. Mit ihr habe ich manchen Abend zusammengesessen und wir haben Fernsehen geschaut.“
„Du guckst Fernsehen?“ Fragte Lotte überrascht.
„Ja, liebend gerne. Man muss doch mit der Zeit gehen. Vor zweihundert Jahren gab es noch keinen.“
„So alt bist du schon?“, staunte Lotte.
„Ja, mindestens! Aber man sieht es mir nicht an.“ Der Geist lachte schon wieder.
„Dann zeig dich endlich, ich habe nicht ewig Zeit.“ Forderte Lotte nun ungeduldig den Geist auf.
„Ihr Menschen habt nie Zeit. Immer seid ihr in Hetze. Ich habe so viel Zeit.“ Antwortete der Geist.
„Meine Großeltern kommen jeden Moment, ich möchte sie begrüßen!“ Sagte Lotte.
„Ich hatte auch mal Großeltern.“ Entgegnete der Geist und er hörte sich mit einmal ganz traurig an.



Fortsetzung folgt...




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