Der Geist im Puppenhaus 4. Fortsetzung
„Jetzt
höre ich schon Gespenster.“ Lotte musste lachen und bemühte sich
weiter, ihre Turnschuhe anzuziehen. „Hoffentlich bekomme ich
übermorgen neue Schuhe, sagte sie vor sich hin. Diese sind einfach
zu klein und zerlatscht.“
„Was
ist denn übermorgen? Bekommt man dann Geschenke? Ich wünsche mir
auch etwas!“ Wenn Lotte nicht schon auf ihrem Hosenboden gesessen
hätte, um die Schuhe anzuziehen, wäre sie sicher vor Schreck
umgesackt. Da hatte jemand gesprochen, aber es war niemand im Zimmer
zu sehen. Lottes Herz klopfte, als wollte es aus der Kehle springen.
„Wer
ist da?“, fragte sie zaghaft und schaute suchend im Zimmer umher.
„Ich
bin da!“
„Wer
ist ich?“ Fragte sie mutig und hatte sich vom ersten Schreck etwas
erholt.
„Na,
ich! Der Geist, den du im Keller gesucht hast. Ich dachte mir, dass
du mich kennenlernen willst und bin dir ins Zimmer gefolgt.“
„Aber
ich sehe dich gar nicht und habe dich auch im Keller nicht gefunden.“
Antwortete Lotte.
„Hast
du noch nie gehört, dass Geister sich unsichtbar machen können?“
„Ja.
In Kindergeschichten! Aber in Wirklichkeit gibt es keine Geister,
sagen die Anderen wenigstens immer.“ Klärte Lotte den Geist auf.
„Ach,
dann bin ich also gar nicht da!“ Stellte der Geist fest und lachte.
„Anscheinend
doch, sonst würden wir uns nicht unterhalten.“ Stellte Lotte fest.
„Da
bin ich aber froh! Ich dachte schon, ich hätte mir mich nur
eingebildet und existiere gar nicht.“ Wieder kicherte der Geist.
„Hast
du heute einen Clown Gefrühstückt oder bist du immer so fröhlich?“
Wollte Lotte wissen und hatte gar keine Angst mehr. „Kann ich dich
nun endlich sehen?“ Fragte sie, denn sie war sehr neugierig, wie
der Geist aussah.
„Erschrecke
dich aber nicht! Bis jetzt sind noch alle, die mich gesehen haben
schreiend davon gelaufen, außer deine Großtante Else. Mit ihr habe
ich manchen Abend zusammengesessen und wir haben Fernsehen geschaut.“
„Du
guckst Fernsehen?“ Fragte Lotte überrascht.
„Ja,
liebend gerne. Man muss doch mit der Zeit gehen. Vor zweihundert
Jahren gab es noch keinen.“
„So
alt bist du schon?“, staunte Lotte.
„Ja,
mindestens! Aber man sieht es mir nicht an.“ Der Geist lachte schon
wieder.
„Dann
zeig dich endlich, ich habe nicht ewig Zeit.“ Forderte Lotte nun
ungeduldig den Geist auf.
„Ihr
Menschen habt nie Zeit. Immer seid ihr in Hetze. Ich habe so viel
Zeit.“ Antwortete der Geist.
„Meine
Großeltern kommen jeden Moment, ich möchte sie begrüßen!“ Sagte
Lotte.
„Ich
hatte auch mal Großeltern.“ Entgegnete der Geist und er hörte
sich mit einmal ganz traurig an.
Fortsetzung
folgt...
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Helga Pikulik
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