Freitag, 31. Januar 2014

Gregor Eine Kindergeschichte




                                                            Gregor


„Huch! Was ist denn nun los?“, rief Gregor „Leute, haltet euch fest.“ Doch es war zu spät. Seine Freunde purzelten von dem Wirsing herunter. „Lebt ihr noch?“, rief Gregor
„Alles okay, bis auf ein paar blaue Flecke ist, Gott sei Dank, nichts passiert. Wir sind auf einen anderen Wirsingkohl gefallen. Tschüss, und passe auf dich auf“, riefen sie!
Die Kundin betrachtete den Wirsingkohl, ob er auch frisch war.
„Was meinst du?“, wandte sich sich an ihren Mann, „möchtest du heute Wirsinggemüse zum Essen?“
„Ja, das haben wir schon lange nicht mehr gekocht“, antwortete er. Die Frau begutachtete noch einmal den Wirsing und gab ihn ihrem Mann.
„Würdest du ihn abwiegen?“, fragte sie.
„Wenn ich noch mehr durchgeschüttelt werde, stürze ich gleich ab!“, rief Gregor, die kleine Raupe, aber keiner hörte ihn. Er war verzweifelt. Der Mann legte den Wirsing auf die Gemüsewaage.
„Rums“, eine Erschütterung ging durch die kleine Raupe.
„Könnt ihr nicht aufpassen?“, rief sie, und versuchte noch etwas weiter zwischen die Blätter zu kriechen, um einen drohenden Absturz zu verhindern.
„Ich will auf die Waage drücken, ich will!“, prangelte das kleine Kind. „Dann komm her“, sagte der Vater, „auf die Nummer musst du drücken!“
„Ich kann da nicht dran!“, rief es und patsche mit den Händen auf dem Wirsing herum.
„Hör damit auf, sonst bin ich gleich matsch!“, schrie die Raupe erschrocken!“ Zum Glück hob der Vater seine Tochter hoch, so dass sie endlich auf die Taste für Wirsing drücken konnte.
„Nun nimm das Zettelchen da aus der Waage!“, forderte der Mann sein Kind auf. „Und dann klebst du es auf den Wirsingkohl „Das hast du fein gemacht!“, lobte er seine Tochter.
„Noch mal, noch mal!“, rief diese.
Eine Frau mittleren Alters schaute genervt auf das Kind, und hielt Bananen in der Hand.
„Jetzt nimmst du den Wirsing von der Waage und legst ihn in den Einkaufswagen“, erklärte der Vater dem Mädchen.
„Wenn ich das man überlebe!“, meldete sich die Raupe, aber keiner beachtete sie. Inzwischen hatte sich eine längere Schlange Kunden an der Waage gebildet. Die Frau mit den Bananen atmete tief durch und versucht ihre Fassung zu bewahren.
„Doch dass Mädchen fand es ganz toll, auf den Tasten der Waage zu drücken und die Klebezettel raus kommen zu lassen.
Blitzschnell drückte sie auf den unteren Tasten herum. „Das darf man aber nicht!“, belehrte der Mann seine Tochter. „Nun nimm den Wirsing herunter, die anderen Kunden wollen auch abwiegen. 
 „Die haben aber keinen Wirsing!“ Und zack, hatte sie wieder irgendwo gedrückt und klebte den Zettel auch noch auf den Wirsingkohl.
„Das machst du aber schön!“ Kam die Mutter wieder dazu und staunt über ihre Tochter. Die Menschenschlange wurde immer länger.
„Ist die Waage kaputt?“, rief von hinten ein Student und versuchte den Anfang der Schlange zu erspähen.
„Nein, die ist heile,“ meldete sich ein älterer Mann zu Wort.
„Wir legen den Wirsing zu Zweit in den Einkaufswagen“, schlug die Mutter ihrer Tochter vor.
„Nein!“ , schrie sie. „Ich will das alleine!“
„Ich packe nur ein bisschen mit an, der Wirsing ist sehr schwer.“
„Okay!“ Sagte das Mädchen und der Wirsingkohl landete endlich im Einkaufskorb. Ein Aufatmen ging durch die Reihe der Wartenden.
„Ich möchte noch mehr wiegen!“, hatte das Mädchen die Idee.
„Um Gottes Willen!“, stöhnte der ältere Herr in der wartenden Kundenschlange.
„Wir müssen noch so viel einkaufen, wir schauen jetzt mal am Wurststand,“ versuchte der Vater seine Tochter zu überreden.
„Ja, ich möchte Wurst!“, rief das Kind und verließ endlich die Gemüse- und Obstabteilung.
„Zerquetschen die einen fast!“, fluchte Gregor, „ob ich diese Prozedur überlebe?“, fragte sich die Raupe.
Endlich hatte die Familie den Einkauf erledigt und räumte die Lebensmittel in die entsprechenden Schränke.
„Was machst du mit dem große Wirsing?“, fragte die kleine Tochter.
„Den koche ich jetzt und heute Mittag kannst du ihn dann essen,“ antwortete die Mutter.
„Igitt, Mama da! Sieh mal, da bewegt sich etwas!“, rief das Mädchen.
Die Mutter schaute nach. „Das ist nur eine Raupe!“ Sie schnitt das äußere Kohlblatt ab, auf dem sich die Raupe befand und legte es zur Seite und fing an, den Wirsing für die Mahlzeit herzurichten.
„Den Kohl esse ich nicht“, erklärte das Mädchen.
„Wegen der Raupe?“, die haben wir doch entfernt.
„Vielleicht krabbeln da noch mehr herum!“, vermutete das Kind.
„Dann haben wir gleich eine Fleischeinlage“, witzelte die Mutter. “Aber keine Angst, ich mache den Wirsing sauber und schaue ganz genau hin, ob sich eventuell noch irgend ein Tier darin befindet.“
„Was machst du mit der Raupe?“, fragte das Mädchen.
„Die schenke ich dir.“, sagte die Mutter.
„Danke, Mama!“, freute sich die Tochter.
„Was machst du damit?“, wollte die Mutter wissen?
„Ich baue ihr eine Wohnung“, erklärte sie und nahm vorsichtig das Blatt mit der Raupe. „Papa, rief sie. Kannst du mir helfen? Ich möchte eine Wohnung für diese Raupe bauen.“
„Das kann ja heiter werden“, bemerkte Gregor, aber niemand hörte ihn.
„Am besten du nimmst ein großes Glas. Wir haben im Keller das ganz kleinen Aquarium, das könntest du auch nehmen. Anschließend holst du aus dem Garten einige Grasbüschel mit Wurzeln und Erde und pflanzt sie ein. Du kannst noch ein paar kleine Zweige hineinlegen,“ gab der Vater seiner Tochter einige Tipps.
„Soll ich Zweige fressen?“, rief Gregor.
„Lege einige Wirsingblätter in das Glas“, sagte die Mutter zum Kind, „die Raupe muss etwas zu Fressen haben.“
„Kann ich die nehmen“, fragte es.
„Ja, die reichen für so eine kleine Raupe“, schätzte die Mutter.
„Hat die Frau mich etwa gehört? Aber es war wohl Zufall, dass sie an mein Essen dachte“, murmelte die Raupe vor sich hin.
Als das neue Zuhause für Gregor fertig war, wurde die Raupe feierlich hineingesetzt. Gregor war unheimlich stolz. Er fand es wunderschön.
„Ich dachte, ich würde den Einkauf der Familie nicht überleben, und nun habe ich eine neue Heimat“, freute sich die Raupe. „Viele Menschen töten die Raupen, wenn sie sie im Kohl finden, da habe ich unheimlich Glück gehabt.“
„Weißt du, dass aus der Raupe ein Schmetterling wird?“, fragte der Vater seine Tochter. „Wir schauen gleich mal in einem Buch nach, in welchen Falter sich diese Raupe verwandelt.“
„Dann darf die Raupe als Schmetterling in den Garten fliegen“, meinte die Mutter .
„Ja, dann darf er frei sein!“, antwortete die Tochter.



ENDE






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